„Münchner Runde“: BR will Talkshow mit Verjüngungskur retten

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Die einstige Erfolgsshow des BR erreicht nur noch die Altersgruppe über 73. Eine Verjüngungskur soll Abhilfe schaffen.

Vier Gäste sitzen an einem runden Tisch, an dessen Ende Moderator Christian Nitsche steht, vor einem schwarzen Hintergrund laufen acht Monitore. So soll die neue „Münchner Runde“ aussehen, wie das „Handelsblatt“ zuerst berichtet. Premiere ist am kommenden Mittwoch um 20.15 Uhr. Äußerlich werde die Talkshow nichts mehr mit der alten Version gemein haben. Die Politshow werde zwar weiterhin nur 45 Minuten dauern, aber nach der Einführung durch den Moderator künftig sehr viel schneller ins Gespräch kommen.

Das Umstyling der 24-jährigen „Münchner Runde“ ist eine Reaktion auf die Altersfalle, in die die Talkshow getappt ist. Zuletzt habe das Durchschnittsalter der Zuschauer bei 73 Jahren gelegen. Thomas Hinrichs, BR-Informationsdirektor, räumte gegenüber dem Handelsblatt ein, dass man durch das veränderte Mediennutzungsverhalten im linearen Fernsehen nur noch fünf bis acht Prozent Marktanteil in Bayern erreicht habe.

Schon seit Herbst versuche der BR deshalb, die Talkshow in ein „multimediales Debattenformat“ zu verwandeln – etwa durch Diskussionen mit dem Publikum auf Social Media zu den Themen der Sendung und vermehrte Verbreitung der Inhalte in den Netzwerken. Immerhin habe man dadurch schon sechsstellige Nutzerzahlen erzielen können, darunter auch aus den Altersgruppen unter 40 und gar 30.

Einem BR-Berater zufolge koste ein Relaunch in der Regel zwischen 80.000 und 400.000 Euro. Bleibt für die Sendeanstalt zu hoffen, dass sich das Investment auszahlt.

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  • BR_Fernsehen: © Bayerischer Rundfunk

16 Kommentare im Forum

  1. Das Risiko dabe ist aber das man durch solche Radikalumstrukturierungen die bisherigen Zuschauer vergrault ohne neue Zuschauer zu gewinnen. Wenn man jüngere Zuschauer anziehen möchte, müsste man unterkomplett neuen Namen starten. Und auf einem anderen Sender. Denn das BR Fernsehprogramm gilt einfach als "Senioren- und Bauernsender mit religiösem Touch".
  2. Das Hauptproblem der Münchner Runde ist in meinen Augen, das es in den letzten Monaten immer weniger um Themen aus Bayern ging, sondern oft um welche, die schon auf den anderen Sendern bis zum Erbrechen durchgekaut wurden. Das will halt keiner sehen.
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