NDR verordnet sich radikalen Sparkurs

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© ARD/NDR
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Trotz einer Beitragserhöhung werde der Sender weiter sparen müssen, kündigt der NDR-Intendant an. Die Nutzer sollen davon aber möglichst wenig spüren.

Die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) schlägt in einem vorläufigen Entwurf eine Anhebung des Rundfunkbeitrags von derzeit monatlich 17,50 Euro pro Haushalt auf 18,36 Euro pro Monat vor. Doch auch bei einer Erhöhung des Rundfunkbeitrags rechnet der NDR mit weiteren nötigen Einsparungen von knapp einer Viertelmilliarde Euro in den nächsten vier Jahren. „Wir gehen davon aus, dass wir in der nächsten Beitragsperiode (2021-2024) jährlich 60 Millionen Euro einsparen müssen“, sagte NDR-Intendant Joachim Knuth der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. „Das muss von uns gut gemanagt werden. Aber wir gestalten es so, dass wir ein unverändert attraktiver NDR sind – für unsere Hörer und Zuschauer und die, die uns auf anderen Ausspielwegen online nutzen.“

Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Streaming-Dienste und einer Vielzahl von Informationsangeboten im Internet sieht der NDR-Chef den Sender unter stärkerem Wettbewerbsdruck. „Wir müssen in puncto Qualität unserer Konkurrenz voraus sein.“ Dafür sei es unerlässlich, Programminhalte so „zu denken“, dass sie auf möglichst vielen Wegen – vom Fernsehen, Radio, NDR-Websites bis hin zu Social-Media-Plattformen – ausgespielt werden können. „Wir müssen wieder mehr jüngere Menschen erreichen. Dafür wollen wir dort präsent sein, wo sie sich medial bewegen, denn der NDR macht ein Angebot für alle Generationen“, sagte Knuth. „Wir werden künftig daran gemessen werden, wie viele Menschen wir mit unseren Angeboten erreichen.“

Welche Auswirkungen die weiteren Einsparungen – 2019 und 2020 war hierfür ein Volumen von 28,5 Millionen Euro vorgesehen – auf die künftige Zahl der Mitarbeiter haben werden, konnte Knuth noch nicht sagen. Seit 1993 hat der Sender nach eigenen Angaben 731 Planstellen abgebaut – auf 3378 Stellen in 2020. Der diesjährige Wirtschaftsplan 2020 sieht ein Finanzvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro vor. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2024 laut Tarifvereinbarung ausgeschlossen.

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30 Kommentare im Forum

  1. Am besten nur Ohnsorg Theater senden :-) Das habe ich ehrlich gesagt NIE verstanden warum es in Deutschland (10?) ARD Anstalten geben muss. Die haben auch noch alle 4 oder 5 Radiostationen, die alle über Sat und Kabel verbreitet werden. Dieser Riesenverwaltungsapparat könnte doch so einfach entschlackt werden!! Würde nicht ein drittes Programm langen, das regionale Fenster hat??
  2. Ach nicht schon wieder?! Und dann hättest Du genau das gleiche! Nur eben kein Das erste mehr da die dritten die Hauptzulieferer für das Erste sind.
  3. Warum nicht. Recht hat [USER=25650]@samlux[/USER] doch. Es gibt nichts, was nicht änderbar ist oder wäre. Bishin zur "Grundfibel". Viele Köche verderben den Brei. So bekäme nur eine Rundfunkanstalt das Geld und man bräuchte sich auch nicht erst abzustimmen, was im Ersten gesendet werden soll. Kurze Wege, kürzere Entscheidungen. Sind klare Vorteile.
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