Telegram: Bundesinnenministerin will Messenger-App verschwinden lassen

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Telegram-Verbot gefordert: Eine Plattform für Querdenker?
Bild: keBu.Medien - stock.adobe.com
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Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will Apple und Google wegen Gewaltaufrufen und Hetze auffordern, die Telegram-App aus ihrem Angebot zu verbannen.

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Sie wolle die beiden Anbieter für Apps auf mobilen Endgeräten an ihre „gesellschaftliche Verantwortung“ erinnern, sagte die Ministerin am Mittwoch in Berlin nach einer Besprechung mit den Innenministern der SPD-geführten Landesregierungen.

Telegram als „Brandbeschleuniger“

Telegram habe sich zu einem „Brandbeschleuniger“ für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextremisten entwickelt, sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Bei pornografischen und islamistisch-terroristischen Inhalten habe das Unternehmen schließlich gezeigt, „dass sie können, wenn sie wollen“.

Querdenker, Corona-Leugner, Rechtsradikale

„Das soziale Netzwerk Telegram und vergleichbare Anbieter dienen Menschen in Deutschland als Vernetzungsebene von Querdenkern, Corona-Leugnern und Rechtsradikalen“, hieß es in einem gemeinsamen Papier der Innenminister. Man wolle zu diesem Problem gemeinsam mit den europäischen Partnern stärker mit ausländischen Regierungen in Austausch treten „und unsere Erwartungen auch auf hochrangiger politischer Ebene deutlich vertreten“.

Mit Blick auf die aktuellen Proteste gegen die staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen sagte Faeser, es sei „eine schwere Zeit für die Sicherheitskräfte“. Pistorius sagte, die AfD sei „massiv daran beteiligt“, angemeldete und unangemeldete Protestaktionen zu organisieren.

In den sozialen Medien regte sich angesichts der politischen Bemühungen um die Sperrung des Dienstes Telegram Protest: Diverse Twitter-User bezeichneten die Schritte gegen Telegram als Angriff auf die Meinungsfreiheit.

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32 Kommentare im Forum

  1. "Diverse Twitter-User bezeichneten die Schritte gegen Telegram als Angriff auf die Meinungsfreiheit." Lustig. Telegram wird doch nur genutzt, weil dort weniger bzw. gar nicht kontrolliert wird, was dort von sich gegeben wird. Als ob Hetze und Lügen vergleichbar mit Meinungsfreiheit wäre... Nichtsdestotrotz werde die eh einen anderen Messengerdienst finden.
  2. Bei Twitter auch nicht nur wenn sich jemand Beschwert , dann wird geprüft ob Regeln, AGB Verstoßen wurde. Gehetzt wird da so gut wie gar nicht und wenn in Maßen nur gegen Sache die auch stimmen , z.b unsere unfähigen Politiker derzeit beleidigen darf man keinen öffentlich das gibt Ärger .
  3. Na da bin ich mal gespannt gerade die Nichtskönner in Berlin.Bis jetzt haben sie ja noch keinen erreicht in Dubai oder wo auch immer die sitzen.(ich sag nur Fressefreiheit oder was hat Schnatterinchen wieder geplappert)
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