Dolby Atmos – objektbasiertes Audio im Kino

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Eigentlich ist es verschenktes Potenzial, wenn 20 Lautsprecher im Kino gerade mal sechs Kanäle wiedergeben. Dolby wählt deshalb einen völlig neuen Ansatz, der alle Lautsprecher diskret anspricht und so den Raumklang deutlich verbessern soll.

Betrachten wir die derzeitigen Surroundformate, ist bereits ein Mix für 7.1-Tonspuren mit großem Aufwand verbunden. Gerade in einem Kinosaal könnte sich oftmals eine akustische Verbesserung einstellen, wenn die einzelnen Surroundlautsprecher auch mit diskreten Signalen beschickt würden. Die Umsetzung dessen ist jedoch mit großen Problemen verbunden.
 
Zunächst einmal variiert die Zahl der tatsächlich verbauten Surroundlautsprecher natürlich mit der Größe des Saals, eine einheitliche Vorgabe für die Zahl an zusätzlichen Kanälen lässt sich also nicht ohne Weiteres bestimmen. Weiterhin wäre für ein solches Projekt ein schier unüberwindbarer Aufwand im Tonstudio nötig, denn zusätzliche diskrete Kanäle möchten schließlich im Mix beachtet werden. Ebenfalls kommt es zu Speicherproblemen, denn zusätzliche Tonspuren benötigen mehr Platz auf dem Datenträger.
 
Doch beim Thema Surroundklang darf ein großer Name nicht vergessen werden: Dolby. Und die Surroundprofis haben gerade für das genannte Problem einen interessanten Lösungsansatz: Dolby Atmos. Der Weg ist dabei kein vollkommen neuer, denn Dolby Atmos lebt von objektbasiertem Audio. Hierbei handelt es sich um eine völlig andere Herangehensweise, um die Schall­ereignisse einer Richtung zuzuordnen.

Dabei werden nicht wie bisher pauschal alle Kanäle stets mit Daten beschickt, um sämtliche akustischen Vorkommnisse unterzubekommen. Vielmehr wird mit virtuellen, punktförmigen Objekten gearbeitet, denen dann ein Klang zugewiesen wird. Diese klingenden Punkte werden nun mit Bewegungsvektoren versehen und können sich in der virtuellen Umgebung um den Mittelpunkt, also den Hörer, herumbewegen. Die Aufteilung auf die vorhandenen Lautsprecher wird individuell berechnet, sodass maximale Flexibilität besteht.
 
Alle technischen Details von Dolby Atmos sowie ein Interview mit Nick Watkins von Dolby zum Thema finden Sie in der aktuellen AUDIO TEST 05/2013, die überall am Kiosk, im Online-Shop oder auch als E-Paper bei Pageplace und Onlinekiosk erhältlich ist. Das Heft können Sie zudem auch im Abo bestellen.
 

 

NEU: Ab sofort können Sie die AUDIO TEST auch pünktlich zum Erscheinungstag als E-Paper über den digitalen PagePlace-Zeitungskiosk der Deutschen Telekom beziehen und bequem am PC oder Mac sowie weiteren Endgeräten wie Smartphone (Android/Apple), E-Reader, Tablet-PC und Notebook lesen. Natürlich sind auch ältere Ausgaben erhältlich. Nie wieder Rennerei und Ärger mit vergriffenen Heften!
[red]

5 Kommentare im Forum

  1. AW: Dolby Atmos – objektbasiertes Audio im Kino Ja, genialer Sound bei "Elysium" im UCi Berlin iSens. Dazu noch ein echter Dolby Atmos 23.1 Mix. Es klingt viel besser und räumlicher, man hört auch viel mehr Details auch über dem Kopf. Mit Subwoofer vorne und hinten im Kino bebt der Saal. Zusammen mit "Star Trek Into Darkness" der beste Sound den ich je im Kino gehört habe.
  2. AW: Dolby Atmos – objektbasiertes Audio im Kino In Zeiten, wo selbst Fernseher mit dünn klingenden Lautsprechern ohne Surround-Sound das Dolby-Logo tragen dürfen, müssen sie eben mal wieder was Neues erfinden...
  3. AW: Dolby Atmos – objektbasiertes Audio im Kino Das deutest Du falsch - das Dolby-Logo heißt nur, dass ein Empfangssignal mit Nur-Dolby-Digital-Ton-Kanal hörbar gemacht werden kann (bei vielen HDTV-Sendern üblich). Vergleichbar ist das mit dem HD-ready-Logo: auf dem Bildschirm ist dann ein empfangenes HDTV-Bild zu erkennen - wie scharf es angezeigt wird, ist zweitrangig...
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