Elektronik aus Japan wird knapp im deutschen Handel

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Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan spürt auch der deutsche Einzelhandel erste Auswirkungen.

Vor allem bei Kameras und Multimediageräten „kommt es schon zu Lieferengpässen und Wartezeiten – speziell bei einigen neuen Produkten“, sagte ein Sprecher der Handelskooperation Electronic Partner der „WirtschaftsWoche“.
Der Fotoriese Nikon könne zwei neue Kameras derzeit nicht in Deutschland anbieten, der deutsche Hersteller Leicahalte Engpässe nach Angaben einer Sprecherin noch bis in den Herbst hinein für möglich.
Der Chef des Elektronik-Einkaufsverbundes Euronics, Benedict Kober bestätigte dem Magazin: „Erste Engpässe sehen wir im Fotobereich. Hier sind nicht alle Modelle verfügbar. Viele Kameras, die wir jetzt verkaufen, kommen aus unserem Lager.“

Reduziert ist dem Bericht zufolge auch das Angebot an Smartphones. Bei einzelnen Modellen komme es nach Angaben der Deutschland-Zentrale von Sony Ericsson zu Lieferengpässen. Branchenriese Nokia erwarte, dass die Engpässe den Gewinn im zweiten und dritten Quartal drücken. [dpa]

24 Kommentare im Forum

  1. AW: Elektronik aus Japan wird knapp im deutschen Handel Schlimm, wenn man von einem Land abhängig ist
  2. AW: Elektronik aus Japan wird knapp im deutschen Handel Das ist doch Unsinn. Es gibt nun einmal manche Sachen, die nur in Japan hergestellt werden, weil das Know-How eben da ist. Für die Automobilbranche wird es wohl auch zutreffen. Toyota und Co. Wenn du so einen Satz bringst, dann bitte im Zusammenhang mit China. Hier sind wir eindeutig abhängig, aber nicht von Japan. Es gibt halt eben Sparten, die sind darauf angewiesen. Gruß AlBarto
  3. AW: Elektronik aus Japan wird knapp im deutschen Handel Oftmals ist es in dem Gerät nur ein einziges Bauteil, welches die Produktion und damit die Auslieferung eines Gerätes verhindert. Leider geht der Trend bei den Bauteilherstellern immer mehr dahin, Bauteile für ganz spezielle Anwendungen zu kreieren, so daß es auch keine kompatiblen Ersatzbauteile mehr gibt. So gibt es für die Eingangsstufen von LNBs mit NEC/Renesas und Mitsubishi mal gerade zwei Anbieter für die Transistoren, beide aus Japan. Andere Hersteller streichen ganze Produktlinien, nur weil es vielleicht nicht mehr in die Firmenphilosophie passt (z.B. ST die HF-Transistoren der START-Serie, die in nahezu jedem Multischalter waren oder Motorola -> Freescale den komletten CATV-Bereich). Noch schlimmer sind eigentlich die sekundären Effekte die wir erleben, nämlich das ein Bauteil zwar in China gefertigt wird, das Rohmaterial dazu aber aus Japan kommt (z.B. Ferrite). Man muß sich aber fragen, warum wir eigentlich so abhängig von Japan sind und selbst nichts mehr wirklich auf die Reihe bekommen. Japan ist schon lange kein Billiglohnland mehr und Maschinen laufen in Fernost auch nicht preisgünstiger als bei uns. Also sollte die High-Tech wieder zurück kommen können. China halte ich aber für eine noch größere Gefahr als Japan. Wir sind heute so dermaßen abhängig von China, das wir kaum noch irgendein Produkt ohne chinesische "Hilfe" anbieten könenn, sei es, weil es komplett in CN gefertig wird, oder weil es Komponenten aus CN hat. Schlimmer als uns geht es nur den USA, die ja gar nichts mehr selbst können, deswegen ja jetzt umso mehr in der Krise stecken. Wir sollten daraus lernen und das Möglichste tun, um die heimischen Firmen zu unterstützen. Nicht aus nationalistischen Gründen, sondern einfach der Zunkunft willen. Vor ein paar Jahren habe ich schon prognostiziert, das uns die Chinesen irgendwann einfach komplett aufkaufen werden. Inzwischen bieten die Chinesen Griechenland finanzielle Hilfe an. Der erste Schritt? Warum eigentlich die Verlagerungen nach China? China subventioniert mit dem künstlich schlechten Wechselkurs den Export in großem Stil. Dann wird "Technologietransfer als Entwicklungshilfe" von unserem Staat gefördert. Hallo? Schon mal durch ein Industriegebiet in dem "Entwicklungsland" gefahren? Klar ist das nicht repräsentativ für das ganze Land, aber es zeigt, das sie es können. Sie haben inzwischen sogar "unseren" Transrapid. Man muß sich übrigens auch fragen, warum Halbleiter einer deutschen Firma USD-basiert in China fast die Hälfte gegenüber Europa kosten, das darf auch nicht sein. Und dann müssen sich manche deutsche Hersteller/Zulieferer mal fragen, ob sie nicht selbst schuld sind, warum hier wenig läuft. Es kann doch nicht sein, das man Leiterplatten um die halbe Welt fliegt, weil sie dann nicht nur günstiger, sondern auch technisch besser und schneller verfügbar sind. Die Umweltauflagen in D werden sicher die Transportkosten (Luftfracht!) nicht übersteigen. Steuern sind auch ein großes Thema. Warum werden die meisten Halbleiter auf den Philippinen gepackagt? Sicher nicht, weil sie verkehrsgünstig gelegen sind oder es dort eine weltweit einzige Hochtechnologie gibt. Soll mir doch keiner sagen, wir könnten das nicht auch. Ich vermute eher, weil man dort am besten die Aufschläge "parken" kann. Solange man die Rahmenbedingungen nicht ändert, werden wir weiter ausbluten und immer abhängiger werden. Wir sind viel zu träge und es geht uns im Durchschnitt eigentlich noch viel zu gut. Klaus
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