Linn-Chef sieht das Ende der MP3 kommen

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Der Chef des schottischen High-End-Audio-Hersteller Linn sieht das Ende der MP3 gekommen. Apple habe mit dem iPod die Qualität der Musik deutlich herabgestuft. In Zukunft werde aber wieder hochklassiger Sound gefragt sein.

Geht das Zeitalter der MP3 dem Ende zu? In den Augen von Gilad Tiefenbrun, Chef des schottischen High-End-Audio-Herstellers Linn, sieht es jedenfalls genauso aus. „Ich habe keinen Zweifel, dass die Kunden höhere Qualität erwarten und daher zunehmend in Richtung hochaufgelöste Musik tendieren“, sagte er vor kurzem in einem Interview mit der Londoner Tagezeitung „Metro“. Die Zeit, in der Bequemlichkeit auf Kosten von Qualität ging, sei nun vorbei.
 
„Als die CD auf den Markt erschien, war sie das qualitativ schlechteste Format von allen“, führt Tiefenbrun aus. „Und zehn oder 15 Jahre später kommt die MP3. Plötzlich fand jeder die Idee, 10.000 Songs griffbereit in der Tasche zu haben, ganz toll, auch wenn das bedeutete, dass man die Musik noch weiter zerstückeln und komprimieren musste.“ Darunter habe die Klangqualität enorm gelitten. Die großen Speicher der portablen Abspielgeräte könnten mittlerweile auch die Nutzung von unkomprimierte Musik für unterwegs ermöglichen, so Tiefenbrun weiter. Die Komprimierung sei somit schlichtweg nicht mehr zeitgemäß.

Vor allem Apple scheint dem Linn-Chef ein Dorn im Auge zu sein. So behaupte der Konzern, dass auf einen iPod so viel musikalische Unterhaltung passe, dass es für die Dauer eines ganzen Lebens reiche. „Stimmt“, pflichtet Tiefenbrun bei und fährt fort: „aber eben nur für ein Leben mit Unterhaltung von minderer Klangqualität.“
 
Mit seinem eigenen Unternehmen hat er einen anderen Weg eingeschlagen. Sein Musiklabel Linn Records war weltweit das erste Unternehmen, das Musik in Studio-Qualität (24 Bit/192 kHz) zum Download angeboten hat. Mittlerweile bietet auch das globale Majorlabel Universal Music Alben von Künstlern wie Bob Marley, George Harrison oder den Rolling Stones über LinnRecords.com zum Download in Studioqualität an.
 
Um Apples iTunes ernsthaft Konkurrenz zu machen, braucht es aber noch weitere große Partner – dessen ist sich Tiefenbrun bewusst. So sei er durch die Entschlossenheit von Amazon und Google und deren Kindle Store bzw. Google Play sehr zuversichtlich gestimmt, dass die hohe Klangqualität sich in Zukunft durchsetzen wird. [hjv]

42 Kommentare im Forum

  1. AW: Linn-Chef sieht das Ende der MP3 kommen Ich bin geschockt. Premier4All im DF Sommerinterview: Das Ende der Videorekorder könnte mittelfristig in Deutschland eintreffen.
  2. AW: Linn-Chef sieht das Ende der MP3 kommen Also meine AAC-Audiodateien in iTunes kommen mit 256 kbit/s daher und haben eine hervorragende Qualität. Advanced Audio Coding
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