AKK stellt heute Weltraumoperationszentrum in Dienst

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Fotografin: Jane Schmidt
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Es klingt nach Star Wars, doch tatsächlich hat die Sicherheit im Weltraum für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft enorme Bedeutung gewonnen. Weltraummüll oder gezielte Angriffe auf Satelliten sind die Stichworte. Die Luftwaffe kommt ins Spiel.

Mit einem neuen Weltraumoperationszentrum will die Bundeswehr einen militärischen Beitrag für Sicherheit im Weltraum leisten. Dazu wird Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an diesem Montag in der Operationszentrale der Luftwaffe in Uedem (Nordrhein-Westfalen) das neue „Air and Space Operations Center“ (ASOC) in Dienst stellen, wie die Bundeswehr mitteilte. Es soll helfen, Satelliten vor Störungen und Angriffen zu schützen und auch Flugkörper beobachten, die beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zur Gefahr für besiedelte Gebiete werden können.

Das Operationszentrum beobachtet und katalogisiert Weltraumobjekte und den sogenannten Weltraummüll, der für andere Geräte zur Gefahr werden kann. Das Zentrum startet mit zunächst 50 Experten und soll bis zum Jahr 2031 auf 150 Mitarbeiter aufwachsen. Teils werden vorhandene Fähigkeiten zusammengeführt.

So werden mit dem Radarsystem GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) die Bahnen von Weltraumkörpern verfolgt. Es wurde im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) durch das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) entwickelt. Um dann Objekte näher unter die Lupe zu nehmen, wird das Weltraumbeobachtungsradar TIRA eingesetzt. Außerdem stehen Teleskope zur Verfügung.

Die Infrastruktur im erdnahen Weltraum ist für das Funktionieren von Techniken auf der Erde – Navigation, Internet und Telekommunikation – immer wichtiger geworden. Aus Sicht von Militärexperten ergibt es für Deutschland wenig Sinn, Luft- und Weltraum zu trennen – ungeachtet der physikalischen Unterschiede. Deutschland geht damit einen anderen Weg als die Großmacht USA, die für den Weltraum eine eigene Teilstreitkraft aufgestellt hat. Die USA sind aber wichtigster Partner Deutschlands, in Europa zudem Frankreich.

Anders als die USA, China und Russland hat Deutschland keine Fähigkeiten, um auf Angriffe im Weltraum dort militärisch zu antworten. Waffensysteme dafür stehen der Bundeswehr schlichtweg nicht zur Verfügung. Im Fall der Fälle würde auf dem Boden reagiert – zunächst diplomatisch. Denkbar sind Angriffe auf Satelliten mit Laserstrahl und dann nötige Reaktionen, um die Technik aus dem Strahlungswinkel wegzudrehen. Die technische Abwehr erfolgt also passiv.

Daten sind aber auch zur Flugkörperabwehr am Boden und für die Weltraumaufklärung der Aktivitäten anderer Staaten und Mächte nötig. Diese werden in einer „Weltraumlage“ dokumentiert. Auch das „Weltraumwetter“ – die aktuelle Situation im Falle atmosphärischer Störungen – ist für die Kommunikation auf der Erde relevant.

Bildquelle:

  • df-akk-bundeswehr: Bundeswehr / Jane Schmidt

11 Kommentare im Forum

  1. Der 1. April ist erst in ein paar Monaten ich stelle mir da gerade die Story von Armageddon vor und die Bundeswehr reagiert erst am Boden und zuerst diplomatisch.......
  2. Na, toll, das macht ja bisher auch noch niemand. :LOL: Und geradeaus schießen können ihre Flinten inzwischen schon? Oder immer noch nicht? Die Nummer ist ja noch abenteuerlicher als die Wiederaufrüstung der Gorch Fock!
  3. Man stelle sich vor da würden ein paar Staaten ein paar Attrappen in der Umlaufbahn haben und würden sich von den USA verfolgen lassen, irgendwann geht den dann schlicht der Sprit aus. Konnten sie schon immer. Mit den Gewehren gab es keine Probleme, man wollte doch nur der Waffenindustrie entgegen kommen das diese ein paar neue Gewehre bauen.
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