China schickt Astronauten auf bisher längste Mission

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Bild: © jim - Fotolia.com
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Das Raumfahrtprogramm Chinas ist sehr ehrgeizig. Nun wurden zwei Astronauten zum bisher längsten Aufenthalt in der Geschichte des Landes ins All geschickt. Den Tests im Raumlabor „Tiangong 2“ soll bald der Start einer Raumstation folgen.

China hat die nächste Phase seines ehrgeizigen Weltraumprogramms eingeläutet. Das Raumschiff „Shenzhou 11“ startete am Montag mit zwei Astronauten an Bord erfolgreich zu einer 33-tägigen Mission ins All – der bislang längsten, die von chinesischen Astronauten absolviert wird.

Der Staatssender CCTV zeigte Bilder der Trägerrakete vom Typ „Langer Marsch-2F“, die mit einem langen Feuerschweif vom Raumfahrtzentrum Jiuquan am Rande der Wüste Gobi in Nordwestchina abhob und sich stufenweise von der „Shenzhou 11“ löste.
 
Das Schiff nähert sich nun Chinas neuem Raumlabor „Tiangong 2“, das schon vergangenen Monat ins die Erdumlaufbahn geschossen worden war. Spätestens in zwei Tagen sollen die Astronauten in einem komplexen Manöver an das Labor andocken.
 
Die beiden Besatzungsmitglieder Jing Haipeng und Chen Dong sollen 30 Tage in dem Labor bleiben und dabei Wartungsarbeiten und wissenschaftliche Experimente durchführen. Die Experimente und auch die Dockmanöver auf der Mission sind wichtige Voraussetzungen für den Bau einer eigenen chinesischen Raumstation, die um das Jahr 2022 herum fertig werden soll.
 
Sollte die Internationale Raumstation (ISS) wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China danach die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. Doch die Raumfahrt-Pläne der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gehen noch weiter: 2021 will China erstmals mit einer Sonde auf dem Mars landen; für das Jahr 2024 wird zudem eine bemannte Landung auf dem Mond angepeilt.
 
In dem neuen Raumlabor „Tiangong 2“ können die zwei Astronauten länger als im Vorgängermodell leben. Auch hat das Labor eine höhere Ladekapazität und lässt sich erstmals auftanken. Die Astronauten sollen es bequemer haben und sogar Fernsehprogramme von der Erde empfangen können. Es gibt auch bessere Steuerungssysteme.
 
Nach dem Flug der Astronauten soll im April 2017 das erste Frachtschiff „Tianzhou 1“ (Himmlisches Schiff) folgen, um Material zu liefern und das Raumlabor aufzutanken. Es wäre Chinas erster unbemannter, robotergesteuerter Nachschubflug.
 
Das Raumlabor „Tiangong 2“ soll mindestens zwei Jahre in Betrieb bleiben. An das Vorgängermodell „Tiangong 1“, das 2011 ins All geschickt worden war, haben zuvor drei bemannte Raumschiffe angedockt.
 
„Tiangong 1“ war zweieinhalb Jahre länger im Einsatz als geplant. Nach Angaben von Raumfahrtexperten verlor die Bodenkontrolle im März den Zugriff auf die Steuerung des Raumlabors, das sich seither unkontrolliert Richtung Erde bewegt. In der zweiten Hälfte 2017 soll es in der Atmosphäre weitgehend verglühen. [dpa/buhl]

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12 Kommentare im Forum

  1. Astronauten haben sie sicher nicht geschickt. Von euch hätte ich hier eher noch den Begriff Kosmonauten erwartet, der natürlich ebenso falsch ist.
  2. Im Prinzip hast du natürlich Recht, obwohl es eigentlich alle Astronauten sind - oder? Fliegen sie nicht alle ins Weltall? Das jetzt einzeln aufzudröseln nach Astro-, Kosmo- und Taikonauten ist eigentlich sinnlos für mich. Generell sollten sich alle Länder die den Plan haben etwas im Universum zu erforschen zusammentun. USA, Europa, Russland, China, Japan u. U.
  3. Ja, das sollten die in der Tat! In spätestens 5,5 Milliarden Jahren müssen wir umziehen, denn dann wird's hier ungemütlich. Fragt sich nur, ob es die Menschheit überhaupt so lange geben wird.
  4. Ja, stimmt, dann müssen wir. Könnte aber schon nach ca. 3-4 Mrd Jahren ungemütlich werden - oder aber auch nicht und es wird nur ein prachtvolles Himmelschauspiel Andromeda-Milchstraßen-Kollision – Wikipedia Bezweifel das es die Menschheit bis dahin gibt. Nichtmal das sie sich selbst ausgelöscht hat, Kometen/Asteroiden reichen ja auch....
  5. So richtig krachen wie bei einem Zusammenprall wird es, wenn die beiden Galaxien sich treffen, wohl nicht, denke ich. Dazu ist einfach zu viel "nichts" zwischen den viele Lichtjahre voneinander entfernten Sonnensystemen einer Galaxie. Aber die Gravitationskräfte könnten wohl schon vieles durcheinander bringen, allerdings in Zeiträumen, in denen die Änderungen für Menschen, oder was auch immer für Lebewesen dann existieren werden, fast nicht wahrnehmbar sind.
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