Kein Galileo-Zugang mehr für Großbritannien dank Brexit?

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Bild: © jim - Fotolia.com
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Großbritannien könnte den exklusiven Zugang zum Satellitennavigationssystem Galileo verlieren. Auslöser dafür ist der Brexit. London droht mit dem Aufbau einer eigenen Satellitennavigation.

Zwischen der Europäischen Union (EU) und Großbritannien dreht sich grade alles um die Modalitäten des britischen Austritts aus der EU. In den Verhandlungen geht es auch um das EU-Satellitennavigationssystem Galileo. Wie „heise“ berichtet, ist ein Streit über die Satellitennavigation entbrannt. Grund dafür sollen laut gewordene Überlegungen darüber sein, Großbritannien künftig von besonders exklusiven Diensten auszuschließen. 

In Großbritannien reagiert man mit der Drohung, eine eigene Alternative aufzubauen. Das scheint man in Brüssel skeptisch zu sehen. Dass man in London eine erst zunehmende Satellitennavigation erschafft, scheint der EU unrealistisch. Wie „Politico“ berichtet, sei ein System vom Umfang Galileos einfach zu teuer. Auch der Aufbau einer britischen Variante würde viel zu lange dauern.
 
Konkret geht es in der Diskussion übrigens um verschlüsselte Navigationsdienste für Regierungszwecke. Diese sind etwa für militärische Zwecke gedacht, aber auch  Feuerwehr, Polizei und Krankendienste profitieren davon. „Heise“ bezieht sich außerdem auf den „Telegraph“, der erfahren haben will, dass das Verteidigungsministerium bereits mit vorbereitenden Arbeiten für den Aufbau eines 3 Milliarden Pfund teuren britischen Satellitennavigationssystems begonnen haben soll. An Galileo wird bereits seit mehr als zehn Jahren gearbeitet.

[PMa]

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13 Kommentare im Forum

  1. Warum sollten sie den Zugang auch weiter behalten?? Sie wollten raus aus der EU, dem Binnenmakrt, der Zollunion...oder besser gesagt, alle Vorzüge weiter geniessen, aber keine Verpflichtungen oder Zahlungen eingehen. Tja liebe Briten, die "Cherry picking" Zeiten sind wohl vorbei. Ich hoffe alle EU Nörgler sind jetzt etwas besser aufgeklärt, was die EU überhaupt ist und was sie bedeutet. Sie ist bestimmt nicht perfekt, aber das beste was wir in den letzten 60 Jahren fertig gebracht haben!!!
  2. Die Frage ist doch, wie/von wem Gallileo finaziert wird. Wenn die Finazierung aus dem EU-Haushalt kommt, und GB nichts mehr einzahlt, sollten diese selbstverständlich den exklusiven Zugang "verlieren". "There's no such thing as a free meal", wie die Amerikaner (vielleicht auch die Briten) sagen.
  3. Das Gallileo Projekt untersteht der Jurisdiktion des Europäischen Gerichtshofes und wird aus dem EU Haushalt finanziert. Es gibt Möglichkeiten, Drittländer daran teilnehmen zu lassen, aber wie gesagt, die Briten wollen alles haben, aber keine Verpflichtungen eingehen.
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