Wie KI in Mediatheken zum Einsatz kommt

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Sowohl Nutzer als auch Anbieter haben längst den Überblick in Mediatheken und Video-On-Demand-Plattformen verloren. Wie sich Künstliche Intelligenz in der Medienbranche einsetzen lässt, hat die ZDF digital Medienproduktion erforscht.

Die Angebotsflut an medialen Inhalten überfordert. Um sich im Mediatheken-Dschungel wieder besser zurechtfinden zu können, kann intelligente Technologie in den Medien zum Einsatz kommen. Dazu hat ZDF digital Medienproduktion gemeinsam mit Partnern wie Fraunhofer ein Forschungsprojekt gestartet und die Funktionsweisen von Mediatheken und Video-On-Demand-Plattformen analysiert.

Algorithmen als Unterstützer

Künstliche Intelligenz (KI) in Form von lernfähigen Algorithmen erleichtert die digitale Arbeit bereits in vielen Ebenen. Für die Medienbranche bedeuten sie eine schnelle Video-Analyse. Per „Machine Learning“ werden Algorithmen darauf trainiert, tausende von Videos zu durchforsten. Sie analysieren ihre Inhalte und beschreiben Aufnahmen. Das betrifft zum einen die Metadaten der Videoinhalte wie Sprache, Objekte, Text, Personen, Sprecher, Intentionen und Szenen. In Kombination mit den Nutzerdaten ergibt sich ein klares Interessensbild: Wie oft klicken Nutzer wohin, wie oft wird etwas abgerufen? Wo wird abgebrochen und wo wieder eingeschaltet? Welche Nutzergruppen sind in welchen Bereichen besonders stark vertreten? Dadurch können Medienunternehmen ihre eigenen Plattformen besser kuratieren und jedem Nutzer Inhalte nach individuellem Interesse vorschlagen.

ZDF digital präsentierte dazu kürzlich auf einer Konferenz des Münchner Software-Dienstleisters Jambit einige Anwendungsbeispiele: Wenn auf einer VoD-Plattform beispielsweise eine Doku über Mammuts richtig gut bei den Nutzern ankommt, hilft ein Algorithmus, dazu einen Film mit Neandertalern finden. Eine Doku über Wölfe und Löwen würde allerdings ausgeschlossen, da diese ja noch nicht ausgestorben sind. Im umgekehrten Beispiel ergibt eine gefilterte Suche nach dem Begriff „Wildlife“ garantiert Filme mit Wölfe und Bären, aber nicht mit Neandertalern.

Algorithmen können jedoch nicht nur den Vertrieb unterstützen. Im Einkauf kann KI helfen, Produktionen zu verkaufen oder zu erwerben, die zusammenpassen oder besonders nachgefragt sind. Allerdings betont man bei ZDF digital, dass letztendlich immer Menschen die Entscheidungen treffen, nicht allein die Algorithmen. Von einer Ablösung des Menschen durch Machine Learning könne deshalb nicht gesprochen werden.

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