[DF 2/12] Diomedes: Der Trick mit dem hybriden 3D-Signal

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Das Institut für Rundfunktechnik IRT beschäftigt sich mit der technischen Weiterentwicklung des Rundfunks. Mit Diomedes präsentierten die Experten eine neue Technologie zur hybriden Übertragung von 3D-Inhalten. DIGITAL FERNSEHEN klärt Sie in der aktuellen Ausgabe 2/2012 über die Details auf.

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Diomedes kombiniert die Vorteile klassischer Empfangswege mit dem Internet und lässt so zahlreiche neue Anwendungen zu. Dabei steht erstmals der Fernsehempfang an sich im Fokus des Interesses.
 
Bislang waren die Übertragungswege für Radio und Fernsehen strikt voneinander getrennt. Neben dem terrestrischen Empfang über Antenne standen und stehen auch heute noch Kabel, Satellit und seit Kurzem auch IPTV zur Wahl. Mit der Einführung hybrider Geräte wie Fernseher, Sat-Receiver und Blu-ray-Player wurden diese starren Grenzen aufgeweicht. Mit diesen ist es immerhin möglich, Zusatzdienste parallel auf herkömmliche Weise zu empfangenen und TV-Signalen zu nutzen. Dabei werden beispielsweise Texte ins TV-Bild eingeblendet oder man hat Zugang zu den Mediatheken der Sender. 
 
Dabei werden die angebotenen Inhalte ausschließlich über den Breitbandanschluss zugespielt. Bei heute üblichen 3D-Ausstrahlungen über Satellit oder Kabel werden die Inhalte für das linke und rechte Auge in einem gemeinsamen Signal übertragen. Das bringt etliche Nachteile mit sich. Zuerst einmal können solche Programme nur mit 3D-tauglichen Fernsehern wiedergegeben werden. Normale Geräte zeigen entweder zwei über- oder nebeneinandergelegte Bilder. Beides ist für den normalen TV-Konsum absolut ungeeignet.

 
Für die TV-Anstalten heißt das, dass sie für ihre 3D-Inhalte eigene Übertragungskapazitäten buchen müssen, da 3D-Content nicht einfach ins herkömmliche Programm integriert werden kann. Damit entstehen enorme zusätzliche Kosten für etwas, das bislang nur von wenigen in Anspruch genommen werden kann.
 
An dieser Stelle setzt das Diomedes-System des IRT an. Es trennt die für das linke und rechte Auge bestimmten Bilder und schickt sie über zwei separate Übertragungswege. Via Satellit wird beispielsweise der Bildinhalt für das linke Auge ausgestrahlt. Wird nur das Satellitensignal empfangen, sieht man ein allseits gewohntes zweidimensionales Fernsehbild. Es kann somit genau wie jede andere Ausstrahlung ohne Einschränkungen betrachtet werden.
 
Die Informationen für das rechte Auge werden während eines 3D-Ereignisses über das Internet zugespielt. Die Verknüpfung beider Signale erfolgt erst im Empfangsgerät, das eine hybride Set-Top-Box oder ein mit digitalen Tunern ausgestatteter Fernseher mit Netzwerkanschluss sein kann. Somit erscheint auf dem Bildschirm ein 3D-Bild, das Sie mithilfe einer 3D-Brille wahrnehmen können.
 
Auf diese Weise kann der Sender zunächst einmal Übertragungskosten sparen, da kein eigener Transponder für 3D-Sendungen erforderlich ist. Des Weiteren kann er jederzeit 3D-Inhalte in sein reguläres Programm einbauen, ohne dadurch Nicht-3D-Zuschauer zu verärgern. Auch die Bildqualität profitiert davon, denn das linke und rechte Bildsignal wird jeweils in Full-HD angeboten. Im Vergleich dazu steht beim 3D-Side-by-Side-Verfahren für jedes Auge nur die halbe HD-Auflösung zur Verfügung.
 
 
Weitere Hintergründe, wie Diomedes 3D-Fernsehen zur Massenanwendung machen könnte, sowie aktuelle Tests, Workshops und Hintergrundartikel finden Sie in der aktuellen DIGITAL FERNSEHEN-Ausgabe 02/2012. Das Heft ist ab sofort im Zeitschriftenhandel, im Online-Shop und auch im Abonnement erhältlich.
 
[red]

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3 Kommentare im Forum

  1. AW: [DF 2/12] Diomedes: Der Trick mit dem hybriden 3D-Signal ein vielversprechender und schöner Ansatz!
  2. AW: [DF 2/12] Diomedes: Der Trick mit dem hybriden 3D-Signal Man darf nur nicht alles im DF-Text wörtlich nehmen: "Die Verknüpfung beider Signale erfolgt erst im Empfangsgerät, das eine hybride Set-Top-Box oder ein mit digitalen Tunern ausgestatteter Fernseher mit Netzwerkanschluss sein kann. Somit erscheint auf dem Bildschirm ein 3D-Bild, das Sie mithilfe einer 3D-Brille wahrnehmen können." Davon träumen viele "Geiz-ist-Geil"-Konsumenten, mit ihrem normalen Fernseher plötzlich aktuelles 3D-TV sehen zu können. In Wirklichkeit ist auch beim Diomedes-System ein spezieller 3D-Bildschirm notwendig, der mit dazu passenden 3D-Brillen zusammenarbeitet... Übrigens: erfunden hat das IRT die Methode nicht, denn in Japan wurde sie schon von der NHK vorgemacht.
  3. AW: [DF 2/12] Diomedes: Der Trick mit dem hybriden 3D-Signal Danke ! Eine sehr gute und wichtige Ergänzung. Da kann ich ja meine Erwartungshaltung erst mal wieder gegen Null runterfahren.
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