DF vor 100 Ausgaben: HDTV, GEZ und der deutsche Kabelmarkt

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Einmal im Monat nehmen wir Sie mit auf eine Zeitreise und widmen uns tief im Archivkeller des Verlages noch einmal den Themen der DIGITAL FERNSEHEN vor 100 Ausgaben. In der Ausgabe 02/2004 haben wir für Sie die spannendsten Themen entstaubt und mit der aktuellen Entwicklung in der Branche verglichen.

Schon GEZahlt?
 
Schon vor acht Jahren herrschte eine rege Debatte um das Thema Rundfunkgebühr. DIGITAL DERNSEHEN nahm das 2004 zum Anlass, einmal nach der Verwendung der von den Rundfunkteilnehmern gezahlten Gebühren und nach der geplanten Initiative zu einer Rundfunkstrukturreform zu fragen.
 
Interessanterweise standen schon damals die digitalen Spartenprogramme von ARD und ZDF in der Kritik. Um langfristig den Gebührenbedarf zu senken, schlug man unter anderem vor, die zusätzlichen Digitalprogramme, damals zum Teil noch unter anderen Sendernamen geführt als heute, zu streichen.
 
Generell zeigten sich die Verantwortlichen bei der ARD und dem ZDF bezüglich der Thematik Rundfunkgebühr wenig auskunftsfreudig, woran sich bis zum heutigen Tag nicht viel geändert hat.

HDTV in Europa gestartet
 
Hochauflösende Programme sind in der heutigen Welt des digitalen Fernsehens kaum wegzudenken. Bereits 2004 sprach man vom „Sterben der Bildröhre“ und war sich sicher, dass sich früher oder später niemand der aufkeimenden HDTV-Euphorie enthalten könne. Einen ersten Schritt in Richtung HDTV wurde am 1. Januar 2004 gemacht als Euro1080 als erster europäischer HDTV-Sender via Astra 19,2 Grad Ost an den Start ging. Ebenfalls thematisiert wurde die Frage, wann sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender dem HD-Standard nähern. Damals war die Rede von einem Start in 2006. Tatsächlich kam es erst drei Jahre später zu einer Aufschaltung der HD-Ableger.
 
John Malone und das deutsche Kabel
 
„I’ll be back“ wird sich John Malone gedacht haben, als ihm das Bundeskartellamt 2001 einen Strich durch die geplante Übernahme der sechs Kabelregionen der Deutschen Telekom machte. Dabei war Liberty Media nie richtig weg. Schon 2004 hielt sich der Liberty-Global-Chef im Hintergrund und schielte auf den deutschen Kabelmarkt. Im Rahmen der damals geplanten Kabelfusion von Ish, Iesy, Kabel BW und Primacom war der US-amerikanische Medien-Mogul bereits als Content-Lieferant im Gerede gewesen. Man hätte also erahnen können, dass er 2011 ein wichtiger Stippenzieher bei der Übernahme von Kabel BW durch Unitymedia (2007 aus Zusammenschluss von Ish und Iesy enstanden) sein würde.

DVB-T startet in Österreich
 
Anfang 2004 hat das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) in Österreich allmählich Einzug gehalten. Den Anfang machte ein Pilotprojekt in Graz. Partner des Feldversuchs waren der ORF, Telekom Austria, Siemens Österreich sowie die Medienaufsichtsbehörde Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR). Auf einem herkömmlichen analogen TV-Kanal sollten in Graz die drei digitalen Kanäle ORF1, ORF2 und ATVplus zur Verfügung stehen. Ein vierter Kanal war als offene Plattform konzipiert, auf der auch private Rundfunkveranstalter eingeladen waren, Zusatzdienste und interaktive Anwendungen im MHP-Verfahren zu erproben. Erst zwei Jahre später startete die Einführung von DVB-T in Österreich offiziell. Im Laufe des kommenden Jahres wurde es mit einem nationalen Multiplex abgeschlossen.
 
Noch heute spielt das digitale Antennenfernsehen in Österreich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Beispielsweise wird DVB-T vielfach auch als Zweitempfangsweg genutzt, allein deshalb, weil viele Fernseher ohnehin einen DVB-T-Tuner eingebaut haben. Besonders in Gebieten, in denen das Lokalfernsehen über Antenne kommt, ist dieser zweite Empfangsweg praktisch, der ebenso als Schlechtwetterreserve zum Einsatz kommt.
 
In der Rubrik „DIGITAL FERNSEHEN vor 100 Ausgaben“ werfen wir an jedem ersten Donnerstag im Monat einen Blick in die früheren Tage der führenden Fachzeitschrift zum Thema Digital-TV. Ab sofort finden Leser die aktuelle Ausgabe 7/2012 druckfrisch am Kiosk. Das Heft ist natürlich auch in unserem Online-Shop sowie im Abonnement erhältlich.DIGITAL FERNSEHEN vor 100 Ausgaben
[Maria Hollwitz]

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