HDMI 2.0: Das Chaos ist perfekt

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Eigentlich ist es Herstellern untersagt, mit der neuen Versionsnummer zu werben, was einige TV-Anbieter aber nicht davon abhält, die nächste HDMI-Generation offensiv zur Schau zu stellen. Doch stimmen die Aussagen der Hersteller tatsächlich mit der Realität überein?

Eigentlich sind die Anforderungen für einen echten Qualitätssprung von Full HD auf UHD klar definiert, die technischen Einschränkungen der aktuellen Display-Technologien macht diesen längst überfälligen Fortschritt aber unmöglich. Deshalb ruderte man jetzt zurück: UHD-Displays müssen einzig die UHD-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde verarbeiten können – von einer besseren Farbdarstellung nahm man aber wieder Abstand. Ähnlich verhält es sich bei HDMI 2.0: Sobald das Display UHD-Bilder mit 60 Bildern empfangen kann, ist es „HDMI-2.0-ready“, auch wenn es den Herstellern untersagt ist, mit der Aussage HDMI 2.0 zu werben.
 
In den Datenblättern finden sich weitere Randnotizen, die auf eine UHD-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde im Farbformat 4:2:0 bei 8 Bit Farbtiefe hinweisen. Für den Fachmann ist damit klar: UHD-Auflösung ist bei diesen TV-Geräten möglich, die Farbauflösung wird aber auf ein Viertel der maximal möglichen Qualität reduziert. Durch diesen Trick reicht der aktuelle HDMI-Standard als Basistechnik aus: UHD-Signale in 60 Bildern bei einer Farbauflösung von 4:2:0 und Farbtiefe von 8 Bit lassen sich mittels herkömmlicher HDMI-Datenleitung übertragen – die Bezeichnung HDMI 2.0 ist damit ohne jegliche Bedeutung.
 
Als derzeit einziger TV-Hersteller legt Panasonic die Messlatte deutlich höher: Der TX-L65WT600E bietet mit „echter“ HDMI-2.0-Unterstützung ausreichend Kapazität, um UHD-Signale mit 60 Bildern pro Sekunde in 12 Bit Farbtiefe und 4:2:2 Farbauflösung entgegenzunehmen. Mittels Testbildern lassen sich diese Unterschiede für den Endkunden sogar anschaulich visualisieren, allerdings bleibt abzuwarten, ob der Fachhandel von den Diskussionen um HDMI 2.0 nicht genauso überfordert sein wird, wie die Mehrzahl der Endkunden.

Die aktuelle Ausgabe des HDTV-Magazins gibt einen umfassendenUHD-Überblick, listet UHD-Fernseher nach ihren Möglichkeiten auf undtestet die derzeit angesagtesten UHD-TVs im direkten Vergleich.
 
TV-Tests in dieser Ausgabe: LG 60LA8609, Panasonic TX-L65WT600E,Panasonic TX-P55STW60, Philips 65PFL9708S, Philips 46PFL8008S, SamsungUE55F9090, Samsung UE75F6470, Sony KD-55X9005A.
 
Das HDTV Magazin Nummer 7.2013 ist ab sofort am Kiosk, im Onlineshop (www.heftkaufen.de) oder als E-Paper auf pageplace.de und onlinekiosk.de erhältlich (Suchbegriff „HDTV“).
 

NEU: Ab sofort können Sie die HDTV auch pünktlich zum Erscheinungstag als E-Paper über den digitalen PagePlace-Zeitungskiosk der Deutschen Telekom beziehen und bequem am PC oder Mac sowie weiteren Endgeräten wie Smartphone (Android/Apple), E-Reader, Tablet-PC und Notebook lesen. Natürlich sind auch ältere Ausgaben erhältlich. Nie wieder Rennerei und Ärger mit vergriffenen Heften.[Christian Trozinski]

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  • Technik_Video_Artikelbild: Technik_Video_Artikelbild.jpg: © lassedesignen - Fotolia.com

12 Kommentare im Forum

  1. Und schon wieder wird ein Standard kaputtgemacht! Schon bei HD war eine 128-stufige Farbskala definiert, die mit nur 1% Abweichung hätte dargestellt werden müssen. Es sollten schon damals 60p sein. Doch man schützte den Begriff "HD" nicht, und so kann man es heute im Internet oder im Fernsehen als Schatten seiner selbst erleben.
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