HDTV wird sich durchsetzen

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Leipzig – Der neue hochauflösende Fernsehstandard HDTV (High Definition Television Standard) wird sich mittelfristig auf dem Nutzermarkt durchsetzen.

Zu diesem Schluss kamen die Experten auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland bei einem Podiumsgespräch, als der derzeitige Stand der Technik und ihre Verbreitung diskutiert wurde.

Derzeit senden auf dem deutschen Markt allerdings nur die Sender Premiere und ProSiebenSat.1 in dem neuen Modus. Für den Empfang benötigt der Konsument einen HD-fähigen Fernseher, sowie eine Set-Top-Box. Studien zufolge sollen bis Ende 2006 europaweit etwa 9 Millionen „HD ready“ -Screens verkauft sein, davon etwa 2 Millionen in Deutschland.

Die vergleichsweise geringe Verbreitung von Empfangsgeräten hat bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu Zurückhaltung in der Einführung des Standards geführt. Wir setzen derzeit auf den Ausbau von Angeboten im16:9 Format“, erklärte Eckhard Matzel vom ZDF. „Wir rechnen mit der HDTV-Einführung im Regelbetrieb etwa zwischen 2008 und 2010.“ Der Zeitpunkt hänge maßgeblich von der Verbreitung der Endgeräte ab, so Matzel. Ähnlich äußerte sich ein Vertreter der ARD.
 
Der Produzent Frank Hähnel von TVN produziert bereits in dem neuen Standard und hofft auf eine baldige Durchsetzung am Markt. Zur Zeit gebe es aber noch Probleme seitens der Industrie bei der Lieferung der Endgeräte. Zum anderen ließen sich viele HD-Filme vom TV-Zuschauer nicht aufzeichnen, da sie mit einem Kopierschutz versehen seien. „Das heißt, man kann sie zwar aufzeichnen, aber nur im PAL-Standard. Aber damit ist der Mehrwert des neuen Standards hinfällig“, sagte Hähnel. Dieses Problem müsse gelöst werden. Es werde aber letztlich die Durchsetzung von HDTV nicht stoppen können.
 
ProSiebenSat.1 zählt derzeit zu den Vorreitern des neuen Standards. Beim Start erster HD-Übertragungen im vergangenen Oktober hätten jedoch lediglich ein paar hundert Konsumenten den neuen Standard empfangen können, erklärte Frank Meißner. Seine Senderfamilie habe dennoch einen „überschaubaren“ Millionenbetrag bisher in HDTV investiert. Für eine vollständige Umstellung des Programms auf den Standard rechnet Meißner jedoch mit bis zu 100 Millionen Euro. Das sei derzeit nicht finanzierbar. Aber wenn die Öffentlich-Rechtlichen schnell mitziehen, sinken die Preise. Das würde uns sehr helfen.“[sch]

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