Heimkino: Was Filmfans beachten müssen

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Lohnt es sich für Filmefans, in den eigenen vier Wänden ein Heimkino zu errichten? Ist es technisch möglich, denselben Filmgenuss wie im echten Kino zu erzielen? Oder sollte man doch besser weiter ins richtige Kino gehen, um die neusten Filme anzuschauen?

Obwohl viele Filmefans annehmen, die Ausstattung des eigenen Heimkinos beginne mit dem optimalen Projektor, ist das ein Irrtum. Denn vor allem die Leinwand spielt eine wichtige Rolle. Die Dimension der Leinwand sowie ihre Positionierung im Raum ist maßgeblich an der finalen Wirkung beteiligt.
 
Die Tatsache, dass ein Film im Kino so viel besser wirkt als ein Fernseher, ist vor allem der Leinwand geschuldet. Unser Gesichtsfeld setzt sich aus dem aktiven und dem passiven Bereich zusammen. Das aktive Gesichtsfeld besitzt ungefähr einen Winkel von 30 Grad aus der Mittelachse. Eine Leinwand sollte im Idealfall wenigstens diesen Bereich füllen. Daher hängt die notwendige Breite der Leinwand erheblich davon ab, wie weit der Betrachter von ihr entfernt ist. Auch das Format der Leinwand muss berücksichtigt werden. Der Standard ist dabei 16:9, was einem Seitenverhältnis von 1,78:1 entspricht. Allerdings gibt es im Kino einige Filme, die breiter sind. So ist das Hollywood-Standardformat 1,85:1 und somit breiter als 16:9. Für TV und Blu-ray werden die Filme meist einfach beschnitten. Der Standard der echten Breitwandformate liegt bei 21:9 oder 2,35:1. So werden diese Filme auch wirklich im Kino gezeigt.
 
Moderne Projektoren für echtes Heimkino-Flair bieten mindestens eine Full-HD-Auflösung. Sie ermöglichen klare und deutliche Bilder in einer hervorragenden Qualität – ganz so, wie man es vom Kino gewöhnt ist. Derartige Heimkino-Projektoren sind jedoch nicht nur sehr groß und schwer, sondern auch erst ab einem Preis von 1000 Euro erhältlich. Für diesen Preis können auch wahre Filmefans einige Male ins Kino gehen.

Jeder Kinofan wird bestätigen, dass für die richtige Atmosphäre nicht nur das kristallklare Bild eine wichtige Rolle spielt, sondern auch der satte Sound. Die Lautsprecher eines TVs können da nicht mithalten. Außerdem ermöglichen sie es nicht, Stimmen, Effekte oder Instrumente so zu orten, wie das im Kino machbar ist. Für den wirkungsvollen Effekt eines Horrorfilms ist es aber von hoher Bedeutung, dass das leise Geräusch von hinten links kommt.
 
Damit Effekte wirklich so wiedergegeben werden, wie sie produziert wurden, sind mindestens sechs Boxen (5.1-System) notwendig. Für derartige Klangerlebnisse benötigt man einen AV-Receiver. Dieser muss in der Lage sein, die Tonformate der Blu-ray zu verstehen und entsprechend an die einzelnen Lautsprecher zu verteilen. Mittlerweile gibt es schon 7.1-Systeme, bei denen bis zu acht einzelne Lautsprecher angesteuert werden. Ein noch realistischerer Filmklang soll mit dem neuen Dolby-Standard namens Atmos möglich sein: Über spezielle Reflexionen an der Zimmerdecke wirkt der Sound noch echter.
 
Eine Besonderheit von modernen Kinos sind 3D-Filme. Aber auch das ist im Heimkino wahlweise per Fernseher oder per 3D-Beamer möglich. Ein Fernseher mit 3D-Fähigkeit kostet bis zu 400 Euro mehr als ein herkömmliches Modell. Mindestens 40 Zoll sollte der Fernseher haben, damit die Tiefendarstellung echt wirkt. Daher gilt: Je größer der Fernseher, desto besser die 3D-Wirkung! Bei einer Entfernung von drei Metern sollte der Bildschirm im Idealfall 58 Zoll groß sein. Solche Modelle sind ab 500 Euro erhältlich.
 
Heimkinoprojektoren mit 3D-Funktion sind ebenfalls deutlich preisintensiver als normale Varianten. Der Einstiegspreis liegt hier aber noch höher als beim Fernseher. Dafür sind aber größere Bilder möglich. Wenn man in der Lage ist, eine freie Wand im Wohnzimmer zu schaffen und das nötige Kleingeld besitzt, sollte man sich daher immer für den 3D-fähigen Heimkino-Beamer entscheiden.
 
Die verwendete 3D-Technik unterscheidet sich im Kino zu den Projektoren und TV-Geräten: Während Heimkino-Projektoren und Fernsehgeräte normalerweise die 3D-Shuttertechnik nutzen, setzen echte Kinos auf die Polfilter-Technik. Bei Letzterer sind die Brillen leichter und passiv. Für die 3D-Shuttertechnik hingegen werden kleine LCDs in der Brille benötigt, sodass es sich um aktive, batteriebetriebene Brillen handelt. Sie sind schwerer und oftmals flimmert das Umgebungslicht und nicht selten auch das Bild. Außerdem sind diese Brillen im Anschaffungspreis sehr teuer und schlagen mit bis zu 100 Euro pro Familienmitglied zu Buche. Einem Fernsehgerät liegen oftmals nur maximal zwei 3D-Brillen bei.
 
Wer bereit ist, für das eigene Heimkino viel Geld auszugeben, kann ein ähnlich gutes Filmvergnügen genießen wie im Kino. Dennoch lässt sich feststellen, dass das Erlebnis in einem echten Kino wie Cineplex viel imposanter ist als im Heimkino. Das liegt am D-Cinema, was das Sounderlebnis aufgrund der hochwertigen Soundtechnik und Bildbreiten von bis zu 24 Metern einfach viel imposanter darstellen kann, als man es jemals im eigenen Zuhause könnte. Auch die Stimmung ist im Kino einzigartig und lässt sich im Heimkino kaum perfekt nachbilden. Darüber hinaus hat das Kino noch einen wesentlichen Vorteil: Warten, bis der Film auf Blu-ray erscheint oder im Video-on-Demand-Portal online geht, muss man im Kino nämlich nicht.
[ag]

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16 Kommentare im Forum

  1. Also Beamer gibt es schon unter 1000€ die gut für Heimkino geeignet sind. 3D war daheim über meinem Beamer bis jetzt immer besser als im Kino! Also vom Inhalt her kann ich vielem hier im Beitrag nicht zustimmen.... sehr schlecht informiert! Ein Heimkino lohnt sich immer wenn der Platz vorhanden ist. Heimkino fängt aber meiner Meinung nach erst bei mindestens 65zoll an. Darunter machts doch keinen spaß ?!
  2. AW: Heimkino: Was Filmfans beachten müssen Heimkino fängt >100 Zoll an. Auf meinem 60"-TV schaue ich keine Filme an. Und das Bild ist auf meiner Leinwand besser als im Kino. Alleine schon durch die Notbeleuchtung im Kino wird der SW-Wert versaut.
  3. AW: Heimkino: Was Filmfans beachten müssen Das mit dem SW mag stimmen, aber ob es 100zoll mindestens sein müssen. Ich habe aktuell 90zoll und bin zufrieden. Werden aber gegen ende des Jahres auch auf 110zoll aufstocken.
  4. AW: Heimkino: Was Filmfans beachten müssen Also ein Filmfan, jemand der viele Kinofilme im Jahr zwanghaft guckt um sein Fan Status zu bewahren...naja der muss vor allem eines (!) beachten: Sein Hirn dauerhaft einzupellen und abzuschalten, denn sonst Eitert es. Grund: Die aufgetischten Film Storys sind in über 90% echter Müll aus kranken Autorenfantasien entstanden. Und selbst das Wort Story ist oft geschmeichelt, denn bei der Mehrzahl der Filme wäre eher hirnloses Feuerwerk der Gewalt und Spezialeffekte eine passender umschreibung der Handlung.
  5. AW: Heimkino: Was Filmfans beachten müssen Dolby Vision HDR ist ein Alleinstellungsmerkmal, über das man viel positives hört. Leider bisher in Dtl. in keinem Kino verfügbar.
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