Historie: 80 Jahre Videoaufzeichnung

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Frankfurt – 2007 werden rund eine Million DVD-Rekorder in Deutschland über die Ladentische gehen, wovon 75 Prozent zusätzlich über eine Festplatte verfügen. Daran wird deutlich, wie schnell die Entwicklung in Sachen Aufzeichnungsgeräte vorangeschritten ist.

Noch vor zehn Jahren war die VHS-Kassette das Maß aller Dinge – jetzt ist die klobige Video-Kassette Schnee von gestern. Laut der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) werden wohl in diesem Jahr nur noch 220 000 VHS-Rekorder verkauft. Grund genug, sich mit der Geschichte der Videoaufzeichnung zu beschäftigen.
 
Vor 80 Jahren hat alles angefangen, als dem schottischen Erfinder John Logie Baird die Aufzeichnung von Fernsehbildern auf einer Schellackplatte gelang. Die Bilder hatten eine Auflösung von 30 Zeilen und die Platten drehten sich mit 78 Umdrehungen pro Minute. Baird nannte sein Verfahren Phonovision. Die Aufzeichnung mit Hilfe der Schellackplatte hatte jedoch keine Zukunft.

Es sollte noch ein knappes Vierteljahrhundert dauern, bis man ein geeignetes Verfahren für die Speicherung von Videosignalen gefunden hatte. 1951 befasste sich Charles Ginsburg in Kalifornien mit der Entwicklung eines Videorecorders. Eduard Schüller lies sich 1953 das Schrägspur-Aufzeichnungsverfahren patentieren. Auf dieser Technologie, mit der die Signale schräg auf Magnetbänder „geschrieben“ werden, basieren die bekannten Video-Cassetten-Recorder.
 
1956 war es dann soweit und „Mark IV“, der erste Videorecorder der Welt, wurde anlässlich einer Jahresversammlung der amerikanischen Rundfunksender in Chicago vorgestellt. Das Videoband war damals etwas mehr als fünf Zentimeter breit und „Mark IV“ kostete 1956 stolze 50 000 US-Dollar.

Die Anwendung der Videoaufzeichnung beschränkte sich zunächst auf den professionellen Studiosektor. In den 1960er-Jahren schickten sich die Elektronik-Entwickler an, erschwingliche Videorecorder für den Privatgebrauch auf den Markt zu bringen. Es dauerte jedoch bis in die 1980er-Jahre, bis der Video-Kassetten-Recorder (VCR) seinen Siegeszug in den Haushalten feiern konnte.
 
Heute sorgt die Digitalisierung der Technik und der Signale bereits in großen Schritten für die Ablösung der analogen Videorecorder – sowohl in den privaten wie auch in den professionellen Anwendungsfeldern: Für die TV-Produktion sind Kamera-Recorder mit Festspeichern verfügbar, der Computer löst die Videoband gestützten Schnittplätze ab.
 
Im privaten Gebrauch erobern Camcorder-Modelle mit Festplatte oder Flash-Speicher die Käufergunst. DVD-Recorder, Festplattenrecorder und TV-Geräte mit integriertem Festplattenrecorder sind inzwischen beliebter als der analoge Videorecorder, der in besten Zeiten mehr als drei Millionen Mal pro Jahr verkauft wurde. [lf]

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4 Kommentare im Forum

  1. AW: Historie: 80 Jahre Videoaufzeichnung Wenn es nach dem Willen der Unterhaltungsindustrie geht,wird es bald zu einem Rückschritt aus Sicht des Konsumenten kommen.Dank Broadcastflag wird zukünftig verhindert,daß Hdtv aufgezeichnet werden darf.Bestenfalls darf man dann in Dvd-Qualität aufzeichnen.Wenn überhaupt.
  2. ...dank HDCP ist damit ja bald Schluss ...dem Anwender scheint's zur Zeit egal zu sein. Diese "Ich hab' ja nichts zu verbergen" Mentalität treibt alle Konsumenten in die Arme von Marktforschern und der im Aufbau befindlichen "StaatsSicherheit 2.0". Werbefrei ist ja nicht einmal Premiere! Es ist nicht möglich sich von der Gehirnwäsche freizukaufen. Hoffe, das die ÖR wirklich immer unverschlüsselt bleiben werden. Habe die Befürchtung, das sich das mit HDTV 2010 ändern könnte. Die privaten können mir dann gestohlen bleiben ;-)
  3. AW: ...dank HDCP ist damit ja bald Schluss Immerhin läuft da die Werbung nach Ende eines Films.Das ist recht erträglich.
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