[IFA 2011] Loewe: Brillenloses 3DTV und Standort Deutschland

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Der deutsche TV-Spezialist Loewe will nach Millionen-Verlusten das Geschäft mit neuen Premium-Geräten ankurbeln. Preisnachlässe oder eine Verlagerung der Produktion aus Deutschland seien für Loewe kein Thema, betonte Konzernchef Oliver Seidl.

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Bei den Verbrauchern punkten will das Kronacher Unternehmen mit kompletten Unterhaltungssystemen mit Audio-Integration sowie einer bequemen Integration von Internet und Fernsehen. So steht der Messestand des Traditionsherstellers während der IFA 2011 in Berlin beispielsweise ganz im Zeichen von „My Entertainment“, dem neuen Slogan des Unternehmens. Bereits Mitte des Monats hatte Oliver Seidl die Einführung von Audiosystem sowie von Einstiegsmodellen angekündigt.
 
Loewe will dabei trotz der heftigen Preiskämpfe und der neuen Einstiegsklasse in der Branche an der langjährigen Oberklasse-Strategie festhalten. „Wir sind überzeugt davon, dass es in jeder Branche ein Premium-Segment gibt, bei dem die Menschen bereit sind, mehr Geld für etwas Besonderes auszugeben“, betonte Seidl. Und das sei der Markt, den Loewe bedienen wolle. Auch durch Preiskämpfe und Rabattaktionen sei das Marktsegment der teuren Geräte nicht kleiner geworden: „Es ist die Mitte, die schrumpft“.

Loewe will sich auch mit einer intelligenten Einbindung von Smartphones und Tablets, der Verknüpfung von Geräten in verschiedenen Räumen sowie der Möglichkeit, Design-Elemente selbst zu bestimmen, vom Wettbewerb abheben. Am IFA-Messestand präsentiert der TV-Hersteller daher unter anderem die Air Speaker, die durchden AirPlay-Standard drahtlos vom iPhone, iPod, iPad oder auch voniTunes mit Musik versorgt werden. Ebenfalls zu sehen ist die Audioanlagen SoundVision sowie die Soundbox, die als All-in-One Lösungen für sich stehen.
 
In 22 und 26 Zoll gehen kleine Varianten der Loewe-Connect-Reihe ins Rennen, die sich mit Edge-LED-Technologie und überdurchschnittlicher Ausstattung als Zweitfernseher in Küche oder Gästezimmer empfehlen sollen. Gerade die Käufer von Zweit- und Drittfernsehern will Loewe verstärkt ins Visier nehmen – ohne dabei das Premium-Image der Marke zu verwässern, betonte Seidl. „Die Bildschirme sind vielleicht kleiner, aber die Geräte, die wir dort anbieten, sind absolut top ausgestattet“.
 
Außerdem wagt Loewe sich in Kooperation mit der 3D Impact Media AG aus Sarnen an brillenloses, dreidimensionales Fernsehen. Unter anderem hat das Schweizer Unternehmen eine Software für die Echtzeitkonvertierung von 2D zu 3D ohne Brille entwickelt, bei der auch der Blickwinkel keine Rolle spielen soll. Die Lösung von 3D Impact Media und Loewe ermögliche ein unvergleichliches Seherlebnis und räume mit allen Vorurteilen, was 3D ohne 3D-Brille betrifft, auf, so die Schweizer Firma. Zu sehen ist die Lösung in der Halle 6.2, am Stand 201 von Loewe.
 
Während die Traditions-TV-Schmiede mit verschiedenen Firmen kooperiert – beispielsweise mit Philips, Sharp und LG – steht eine Expansion nach China – in den aktuell am stärksten wachsenden Markt für TV-Geräte – vorerst nicht auf der Tagesordnung: „Wir sehen in Europa noch hervorragende Wachstumschancen, mittelfristig müssen wir darüber nachdenken, wie wir in die Wachstumsregionen dieser Welt kommen“. Deutschland als Produktions-Standort stehe nicht zur Disposition. „Wir wollen nur aus Deutschland heraus produzieren“, sagte Seidl.
 
Man habe hier gut ausgebildete und loyale Mitarbeiter, für viele Kunden sei „Made in Germany“ zudem ein Kaufargument. Loewe habe auch festgestellt, dass eine Verlagerung der Produktion nach Asien keine gravierenden finanziellen Vorteile bringen würde. Der Kostenanteil der direkten Löhne liege bei rund 5 Prozent – „da könnten wir keine großen Einsparungen erzielen“.
 
Doch auch hierzulande hatte der TV-Hersteller zuletzt zu kämpfen. Seit dem Frühjahr gibt es in dem Kronacher Werk Kurzarbeit. „Nach der IFA werden wir,  je nachdem ob das Geschäft anspringt, die Kurzarbeit beenden oder verlängern“, so der Konzernlenker. „Wir sind in eine deutliche Marktschwäche hineingekommen, die auch die gesamte Branche trifft“, erklärte Seidl den erwirtschafteten Verlust von 7,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2011.
 
Als spezialisierter Hersteller von TV-Geräten sei Loewe besonders stark getroffen worden. „Wir sind aber zuversichtlich, dass das Geschäft in der Weihnachtssaison wieder anspringt“, sagte der Loewe-Chef. „Das klare Ziel ist, mit dem Weihnachtsgeschäft und der Fußball-EM 2012 wieder mehr Umsatz und ein besseres Ergebnis zu erzielen“. [js/Andrej Sokolow]

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7 Kommentare im Forum

  1. AW: [IFA 2011] Loewe: Brillenloses 3DTV und Standort Deutschland Finde ich sehr gut! Könnte sein, dass ich meinen B&O und "Ohne Brille 3D" TOSHIBA TV verkaufe, und mit wieder nen Loewe hole! Leider kann ich nicht zur IFA, würde den 3D-Effekt gerne sehen. Mit meinem TOSHIBA bin ich sehr zufrieden.
  2. AW: [IFA 2011] Loewe: Brillenloses 3DTV und Standort Deutschland Ohne Brille gibts aber in den nächsten Jahren kein 3D TV, da das technisch nicht möglich ist. Es sei denn Du willst alleine vor dem TV sitzen. Schau Dir die Berichte zur IFA bei Luxe TV HD an.
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