ITU: Blitzschnelle Datenverbindungen für mobile Zukunft

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Bei der Weltfunkkonferenz der Internationalen Fernmeldunion (ITU) beraten derzeit tausende IT-Spezialisten über die Revolution des Mobilfunks. Geplant sind blitzschnelle Datenübertragungen, die auch einen Durchbruch für die Industrie bedeuten sollen und beispielsweise die Navigation von Fahrzeugen und Schiffen steuern können.

Blitzschnelle Datenverbindungen sollen weltweit den Mobilfunk revolutionieren und damit den Durchbruch zur Industrie der Zukunft ermöglichen. Über die nötigen technischen Standards und Frequenzbänder beraten seit Montag mehr als 3000 IT-Spezialisten sowie Vertreter von Unternehmen und Regierungen in Genf bei der Weltfunkkonferenz der Internationalen Fernmeldunion (ITU).
 
„Ich bin überzeugt, dass die Konferenz dazu beitragen wird, diese Welt besser zu machen, denn Datenübertragungen mittels Funkwellen spielen eine immer größere Rolle“, sagte ITU-Generalsekretär Houlin Zhao zur Eröffnung. Die in Genf versammelten Vertreter von mehr als 160 der 193 ITU-Mitgliedstaaten wollen sich bis Ende November vor allem über Frequenzbereiche und Bandbreiten verständigen, die Mobilfunknetzen der nächsten, mittlerweile fünften Generation (5G) zur Verfügung gestellt werden sollen.

Voll einsatzfähig sollen 5G-Netze ab 2020 sein. Dann sollen nicht mehr nur E-Mails, Fotos, Musik oder Videos über mobile Netze laufen, sondern auch die gesamte Navigation für Fahrzeuge und Schiffe und das sogenannte Internet der Dinge – die Kommunikation zwischen Haushaltsgeräten, Maschinen oder Robotern. Und zwar völlig störungsfrei.
 
Die Netze der Zukunft sollen es zum Beispiel ermöglichen, dass ein Arzt aus der Ferne am Computer Roboterarme steuert, die chirurgische Eingriffe an Patienten vornehmen, für die es vor Ort keine Mediziner mit den nötigen Spezialkenntnissen gibt. Auch der Traum vom autonomen Autoverkehr ohne Fahrer wäre ohne 5G-Datennetze schwieriger zu verwirklichen. Dafür sind weit größere Kapazitäten und Geschwindigkeiten erforderlich als sie der heute bestmögliche Standard 4G bieten kann.
 
Mit der 5G-Technologie sollen Daten drastisch schneller und stabilber als bei 4G übertragen werden. In mehreren Staaten sind Forscher bereits dabei, die Grundlagen für 5G-Netze zu schaffen – darunter in Deutschland unter anderem an der Technischen Universität Dresden. Marktforscher schätzen, dass 2020 beim Start von 5G rund 25 Milliarden Geräte vernetzt sein könnten – im Vergleich zu derzeit etwa fünf Milliarden.
 
Das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group schätzt, dass weltweit für die 5G-Einführung bis 2020 rund 4 Billionen Dollar investiert werden müssten (3,64 Billionen Euro). Hunderttausende Arbeitsplätze könnten dabei geschaffen werden.
 
Gerätehersteller ebenso wie Netzwerkbetreiber weltweit sind darauf angewiesen, dass überall möglichst die selben Frequenzbereiche verwendet werden. Eines der Haupthindernisse: In den vergangenen Jahren zugeteilte Frequenzen werden in vielen Staaten und Regionen längst recht unterschiedlich – teils auch noch gar nicht – genutzt. Hier allgemein anerkannte Standards zu vereinbaren, ist eine Hauptaufgabe der Weltfunkkonferenz.
 
Zu den zahlreichen weiteren Themen gehören die Verbesserung der Flugroutenüberwachung – das sogenannte Flight Tracking – und der satellitengestützten Navigation für Fahrzeuge und Schiffe ebenso wie die Bereitstellung Satellitenbilder in hoher Auflösung für die Umweltforschung. Nicht zuletzt geht es auch um die Zuteilung weiterer Frequenzen für Nothilfeaktionen bei Katastrophen und zum Schutz der Bevölkerung. [dpa/am]

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2 Kommentare im Forum

  1. Die für 5G erforderliche Frequenzbandbreite steht nur in Frequenzbereichen oberhalb 3 GHz bereit. Bislang fest eingeplantes Frequenzband für die nächste Mobilfunkgeneration: 3400 bis 3800 MHz Ausserdem ist für 5G Funkverbindungen eine Technik namens Self Interference Cancellation (SIC) vorgesehen, nicht FDD oder TDD. Bei der Nutzung von SIC nutzen die Funkgeräte zum Senden und Empfangen zeitgleich(!) identische Funkfrequenzen. Der Nachteil: Die Pegel der Sende- und Empfangssignale dürfen bei diesem Verfahren in ihrer Stärke nicht zu stark unterscheiden, was bedeutet: Die Nutzergeräte dürfen sich nicht zu weit von der Basisstation entfernt befinden damit das funktioniert. Daraus folgt: Kleine Funkzellen u. für kleine Funkzellen werden keine Frequenzen < 1 GHz benötigt. Die Rundfunkfrequenzen im VHF- und UHF-Band (bis 694 MHz) sind nach heutiger Planung bis 2030 sicher.
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