LG 65EG9609 (4): Welcher Bildinhalt beeindruckt am meisten?

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Ultra HD, High Dynamic Range oder doch 3D? Im Testlabor zeigten LGs 65EG9609 und Samsungs 65JS9590 welches Potenzial in den Bildquellen schlummert.

Der Fernsehalltag mag in den meisten Fallen qualitativ trist ausfallen, doch mit ausgewählten Bildquellen lässt sich zur Primetime einiges mehr bewegen. Im Testlabor konnten nicht nur Samsungs 65JS9590 und LGs 65EG9609 im direkten Vergleich bewundert werden, sondern auch hinsichtlich der Bildquellen wurde das technisch Machbare ausgelotet. Testlaborleiter Christian Trozinski informiert über den Test.

„Ab 65 Zoll kann Ultra HD bereits Sinn machen, wenn man den Sitzabstand auf weniger als drei Meter limitiert. Mit Kinofilmen mag der Unterschied nicht gravierend ausfallen, aber wenn man von HDTV-Quellen im 1080i-Format auf volle 2160p-Auflösung umschaltet, dann ist der Zugewinn an Schärfe und Details deutlich sichtbar. Insbesondere der Wegfall des Zeilensprungverfahrens bringt deutlich mehr Ruhe in die Bilddarstellung, diagonale Linien und feinste Details flimmern nicht länger, sondern erscheinen wie auf einem gedruckten Foto. Das gilt natürlich nur, wenn bei der Aufzeichnung tatsächlich das Vollbildverfahren Anwendung fand und nicht nur nachträglich konvertiert wurde.
 
Sowohl mit dem 65JS9590 als auch 65EG9609 blieb die gesamte Bildverarbeitung intakt, sodass man zurecht von einer optimalen Ultra-HD-Qualität sprechen kann. Nur die 4:4:4-Farbverarbeitung mit UHD-Quellen über HDMI gelang in unserem Test nicht zufriedenstellend, bzw. durch ein Umschalten des HDMI-Eingangs (z.B. PC-Modus) wurden zu viele Bildeinstellungen deaktiviert. Hier sind wir noch im Dialog mit den Herstellern, inwieweit UHD mit 4:4:4-Farbauflösung und allen Bildeinstellungen möglich ist. Für Videoquellen ist dieser Punkt jedoch nur zweitrangig, da selbst für den Blu-ray-Nachfolger eine Farbauflösung von 4:2:0 angekündigt wurde (aber mit 10 Bit Farbtiefe).
 
Als wir mit Samsungs 65JS9590 HDR-Material darstellten, konnte sich der SUHD-TV sichtbar vom OLED absetzen, der aktuell keine HDR-Unterstützung bietet: Der Helligkeitsvorteil von leuchtstarken Details ist eklatant, gleichzeitig sind mehr Details in hellen Bereichen erkennbar. Durch die veränderte Bildabstimmung von HDR-Material wirken auch „normale“ Filmszenen brillanter, ohne unnatürlich zu erscheinen. Aktuell konnten wir vier HDR-Demos begutachten: „Life of Pi“, „Exodus“, „Oblivion“ und „The Great Gatsby“. Alle vier Demos hatten eines gemeinsam: Der Kontrasteindruck und damit auch der Schärfeeindruck verbesserten sich und Details in sehr hellen Bereichen brennen im Gegensatz zur normalen Full-HD- oder UHD-Fassung nicht aus. Wenn es um die aktuell bestmögliche 2D-Darstellung geht, ist Samsungs 65JS9590 dem 65EG9609 somit leicht überlegen, zumindest solange, bis LG den 65EG9609 HDR-fähig macht – eine Bestätigung für die HDR-Fähigkeit steht aber noch aus.
 
Im letzten Test nahmen wir uns die „ungeliebte“ 3D-Technik vor. Schon jetzt lässt sich orakeln, dass 3D mit der aktuellen Blu-ray ausgereizt ist, denn der Blu-ray-Nachfolger wird UHD HDR und nicht 3D forcieren. Der große Vorteil von 3D im Vergleich zu UHD und HDR: Die Regale sind voll mit Filmen und Dokus, die eine exzellente Bildqualität aufweisen. Teilweise bieten die 3D-Fassungen sogar mehr Bildinhalt, wie die 3D-Blu-ray-Version von „Guardians Of The Galaxy“, die exklusiv mit IMAX-Filmszenen aufwartet.
 
LGs 65EG9609 ist Samsungs 65JS9590 in der 3D-Darstellung meilenweit voraus und bietet die beste 3D-Wiedergabe, die man derzeit am TV-Markt findet. Als wir die 3D-Blu-ray-Fassungen von „Cirque du Solei: Traumwelten“, „Guardians Of The Galaxy“ und „Titanic“ abspielten, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus: Kontrast, Farben, Schärfe und Bildtiefe erreichten ein Niveau, das aktuell mit keiner anderen Quelle nachgeahmt werden kann. Während der Unterschied von Full HD zu UHD je nach Sitzabstand nicht immer deutlich ausfällt und UHD mit HDR zwar die Bildqualität verbessert, aber die Bildaussage kaum beeinflusst, so schafft 3D mit dem 65EG9609 ein völlig Seherlebnis, das dank passiver Polfiltertechnik nicht ermüdet und auch im Wohnzimmerumfeld tadellos einsetzbar ist.
 
Unser Fazit mag überraschend und nicht im Sinne der Marktentwicklung sein: Was LGs 65EG9609 mit 3D-Blu-rays leistet, ist beeindruckender als alles, was wir mit anderen Quellen darstellen konnten. Natürlich ändert dies nichts daran, dass 3D nur noch als schmückendes Beiwerk angesehen wird, während die Zukunft UHD und HDR gehört. Wer sich für den OLED-TV entscheidet, sollte es aber nicht versäumen, die passende 3D-Blu-ray-Sammlung im Schrank stehen zu haben.“
 
Lesen Sie im fünften Teil unsere OLED-Testspecials: Wir beantworten Ihre Fragen zum 65EG9609. Nutzen Sie hierfür unsere Kommentarfunktion im Artikel unter dem Link:
 
www.digitalfernsehen.de/LG-OLED-65EG9609-im-Test-Stellen-Sie-Ihre-Fragen.126070.0.html[ct]

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  • Technik_Video_Artikelbild: Technik_Video_Artikelbild.jpg: © lassedesignen - Fotolia.com

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