Loewe: Neuer Chef will TV-Hersteller Massenmarkt-tauglich machen

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Der TV-Hersteller Loewe befindet sich in der Krise. Jetzt möchte der neue Chef des Unternehmens dessen Strategie gründlich ändern. So sollen die Geräte günstiger werden und künftig auch in Großmärkten erhältlich sein. Den Premium-Anspruch möchte man dabei trotzdem nicht aufgeben.

Der traditionsreiche deutsche TV-Hersteller Loewe befindet sich im Umbruch. Zuletzt musste das Unternehmen tiefrote Geschäftszahlen vermelden, die mittlerweile auch die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt haben. Für den seit Anfang des Jahres im Amt befindlichen Vorstandschef Matthias Harsch ist dies Grund genug, das Geschäftsmodell gründlich umzukrempeln, wie dieser in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ verriet.

Jahrelang hatte die Kronacher TV-Schmiede versucht, dem anhaltenden Preisverfall in der Branche durch einen Rückzug in das obere Premium-Segment zu trotzen. Verbunden war dies mit einer Konzentration auf dem Fachhandel und einer Meidung großer Elektronikmarkt-Ketten. Dies soll sich nun ändern. Künftig möchte Loewe auch mit den Großhändlern stärker zusammenarbeiten „Wir brauchen sie als Vertriebskanäle, um die Marke Loewe  stärker in das Bewusstsein der Käufer zu bringen“, so der Vorstandschef gegenüber der Zeitung. Dem Fachhandel möchte man parallel dazu jedoch trotzdem treu bleiben. „Außerdem werden wir nur in solche Elektronikmärkte gehen, wo Loewe  als Marke gesondert und eigenständig präsentiert wird und speziell geschulte Verkäufer Loewe betreuen“, so Harsch weiter.
 
Ändern soll sich auch die Preisklasse, in der viele der Loewe-TVs angeboten werden. „Es kann nicht sein, dass unsere Geräte 50 oder gar 100 Prozent mehr kosten als der jeweilige Durchschnittspreis“, begründet der Vorstandchef diese Strategie. So habe sich gezeigt, dass ein Großteil der Verbraucher nicht bereit ist, einen Premium-Zuschlag in dieser Höhe zu zahlen. Qualitativ und technologisch möchte man jedoch keine Abstriche machen. Deshalb muss ein großer Teil der Produktion künftig nach Asien verlagert werden. Am Firmensitz in Kronach sollen aber weiterhin die absoluten Top-Geräte gefertigt werden.
 
Insgesamt soll diese Strategie den Absatz an TV-Geräten von 200 000 auf eine Millionen Geräte pro Jahr erhöhen. Besonders jüngere Käufer sollen nach dem Wunsch von Matthias Harsch von der Marke in Zukunft stärker angesprochen werden: „Unsere Zielgruppe soll vom Alter her nicht 50 plus, sondern 30 plus sein.“[ps]

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14 Kommentare im Forum

  1. AW: Loewe: Neuer Chef will TV-Hersteller Massenmarkt-tauglich machen Die Masse der Geräte will Loewe also in Zukunft in Asien bauen, nur Topgeräte in Kronach. Wieso sollte man dann aber einen Loewe Light aus Asien kaufen? Da kann man dann auch gleich bei Sony, Samsung, Panasonic, LG und Co bleiben! Sorry Loewe, das kann nur scheitern. Um im Massenmarkt mitzuspielen seid ihr zu klein und die Premiumkunden werden sich mit Grauen ob dieser neuen "Strategie" abwenden!
  2. AW: Loewe: Neuer Chef will TV-Hersteller Massenmarkt-tauglich machen Das hängt ja wohl deutlich davon ab, was ein "Loewe Light" zu welchen Preis bietet. Sehe ich anders, Loewe wird in der Nische scheitern, wenn man sich nicht bewegt. Für die Premiumkunden gibt's ja noch die Premiumgeräte. Ist wie bei VW, die bieten auch alles an und die Premiumkunden springen dennoch nicht ab.
  3. AW: Loewe: Neuer Chef will TV-Hersteller Massenmarkt-tauglich machen Wird super...endlich einen LOEWE 4.000 Euro LCD + Bügeleisen und elektr. Zahnbürste an der Torwand gewinnen . Premium ahoi.
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