Panasonic TX-65CZW954: Leuchtende Bilder dank perfektem Schwarz?

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Mit High Dynamic Range sollen Ultra-HD-Bilder in Zukunft noch kontraststärker erscheinen. Die Helligkeitsvorgaben sprengen dabei die Möglichkeiten der OLED-Technik, doch was macht HDR wirklich aus?

Noch sind Inhalte im UHD-HDR-Format rar gesät, spätestens mit der Einführung der Ultra-HD-Blu-ray wird der erweiterte Farb- und Helligkeitsspielraum die Filmwiedergabe auf ein neues Level heben. Das Augenmerk liegt dabei auf den darstellbaren Zwischenstufen (viermal soviel pro Farbkanal wie bislang) und der Maximalbrillanz (Filmmastering von Details erfolgt bei zehnfacher Spitzenhelligkeit). Panasonics TX-65CZW954 wurde vom Hersteller effektiv getunt, um sämtliche Zwischenstufen (auch solche in dunklen Bereichen) genauestens wiederzugeben, doch die Maximalbrillanz fällt mit circa 430 Nits weniger als halb so hoch aus, wie von HDR gefordert. Wir haben deshalb den Test gemacht: Erzeugt ein HDR-LED-LCD-TV mit fast 1000 Nits Spitzenhelligkeit tatsächlich den höheren wahrgenommenen Bildkontrast?
 
HDTV-Chefredakteur Christian Trozinski gibt Einblicke in den Test: „Vergleicht man einen erstklassigen HDR-LCD-TV mit Direct-LED-Beleuchtung und filigraner Local-Dimming-Technik mit dem TX-65CZW954 OLED-TV von Panasonic, so ist es erstaunlich, wie ähnlich die Bildansteuerung ausfällt. Großflächig helle Flächen werden mit beiden TV-Technologien vollautomatisch gedimmt, kleine helle Details dagegen in der Brillanz verstärkt. Doch während der HDR-LED-LCD mit vollflächigen hellen Bildern noch 400 Nits schafft, ist beim OLED bereits bei knapp 140 Nits Schluss. Somit bleibt LCD das Maß der Dinge, wenn Sie vollflächig helle Bilder darstellen.

Doch HDR soll einen riesigen Kontrastumfang bieten und dieser wird nur dann erreicht, wenn Hell- und Dunkelinformationen gleichzeitig dargestellt werden. Auch hier fällt die Messung scheinbar zugunsten des HDR-LED-LCDs aus: knapp 900 Nits in der Detailhelligkeit gegenüber 430 Nits des OLED-TVs. Spitzenwerte bei LED-LCDs beziehen sich aber meist auf Bereiche der Bildmitte, die Gesamtausleuchtung schwankt, selbst bei guten Displays, um bis zu 30 Prozent. Korrekt müsste es somit lauten: Erreicht ein HDR-LCD-Display 900 Nits, so gilt dies nicht für alle Bereiche der Bildfläche, sondern das Display wird effektiv ca. 650 bis 900 Nits erreichen, je nachdem, an welchem Punkt der Bildfläche die Helligkeit gemessen wird. Der TX-65CZW954 bietet demgegenüber eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung, sodass die knapp 400 Nits auch in den Randbereichen des Displays abgerufen werden können.“
 
Damit der HDR-Effekt bei einem HDR-LCD-Display wahrgenommen werden kann, muss laut Christian Trozinski auf eine Sache besonders geachtet werden: „In unserem Testraum haben wir das 65-Zoll-HDR-LCD-Display dreieinhalb Meter entfernt aufgestellt und einen Testlauf gestartet. Im ersten Test nahm eine Person exakt vor dem HDR-LCD-Display Platz. Das Ergebnis: Der HDR-Effekt wurde korrekt wahrgenommen. Im zweiten Versuch stellten wir zwei zusätzliche Sitzplätze auf, direkt neben der mittleren Position. Im Wohnzimmer entspräche dies einer Couch mit drei Sitzplätzen. Erneut haben wir den HDR-Effekt analysieren lassen, doch das Ergebnis enttäuschte: Weder auf dem Sitzplatz rechts noch auf dem Sitzplatz links konnte der eigentliche HDR-Effekt ausgemacht werden, da sich der Kontrasteindruck infolge der Blickwinkelabhängigkeit zu sehr verschlechterte. Mit dem OLED-TV TX-65CZW954 spielt der Sitzplatz dagegen keine Rolle, sodass man bereits mit drei Personen, die zur gleichen Zeit einen Film schauen, in Summe einen besseren Kontrasteindruck erzielt.“
 
Im letzten Test wurden die Displays im dunklen Raum bewertet: „Als wir das Umgebungslicht schrittweise reduzierten, wandelte sich der Kontrasteindruck, obwohl die Bildeinstellungen der TVs nicht verändert wurden (kein Lichtsensor etc.). Der HDR-LED-LCD leuchtet dank Local Dimming das Bild zwar zonenweise unterschiedlich aus, doch innerhalb der LED-Zonen fällt der effektive Bildkontrast auf gängiges LCD-Niveau. Unsere Messungen auf Pixelebene verdeutlichen diesen Umstand: Bei 900 Nits Spitzenhelligkeit erhellen sich dunkle Bildbereiche innerhalb der Local-Dimming-Zone sichtbar, der effektive Maximalkontrast beträgt knapp 4000:1.
 
Beim OLED-TV zeigt unser Messgerät kein Restlicht im Schwarz an, obwohl Details mit 430 Nits ebenfalls enorm brillant erscheinen – der effektive Kontrast ist deutlich höher als beim LED-LCD. Besonders offensichtlich waren die Kontrastvorteile des OLEDs immer dann, wenn dunkle Bildinhalte und farbige Details in Kombination dargestellt wurden – hier zeigte der HDR-LED-LCD häufig die Nachteile des Zonendimmings wie Aufhellungen, Kontrastverluste und leichte Schattenmuster. Durch die pixelgenaue Lichterzeugung des OLED-TVs blieb das Bild im Filmbetrieb dagegen fehlerfrei.
 
Panasonics TX-65CZW954 eignet sich somit hervorragend, um UHD-HDR-Inhalte wiederzugeben. Im Gegensatz zu HDR-LED-LCDs, die ihre beste Leistung mit Umgebungslicht abrufen, empfehlen wir beim OLED-TV allerdings, den Raum abzudunkeln, um das gesamte Kontrastpotenzial des Fernsehers wahrnehmen zu können. Der Blickwinkelvorteil des OLED-TVs bleibt natürlich unabhängig vom Umgebungslicht bestehen.“
 
Lesen Sie morgen im dritten Teil unseres XXL-Specials: Der Filmwiedergabe verpflichtet. Was macht den TX-65CZW954 so besonders?
 

Der Test im Überblick:
 
Teil 1: Die Verwirklichung eines Traums
Teil 2: Leuchtende Bilder dank perfektem Schwarz?[ct]

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