Philips-Vorstandschef drängt auf radikalen Konzernumbau

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Der neue Philips-Vorstandschef Frans van Houten setzt beim niederländischen Traditionskonzern auf Regionalisierung und ein radikales Sparprogramm, um den Elektronikriesen vor der drohenden Zerschlagung retten.

„Um unsere Innovationen richtig zu verwerten, müssen wir regionaler  werden – müssen unsere dortigen Teams tun lassen, was in den jeweiligen Märkten gut ist“, sagte der Niederländer im Gespräch mit der Mai-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Capital“. Wenn Philips zu langsam agiere, könne das Unternehmen die Chancen, die der Markt biete nicht nutzen. „Dann schnappen uns die Koreaner die Beute weg“. sagte er mit Blick auf die wachsende Konkurrenz durch Samsung und LG.
 
Gelinge das Philips nicht, könne der Konzern tatsächlich aufgespalten oder geschluckt werden, warnte van Houten, der im März 2011 das Ruder des Konzerns übernommen hat. Ein Unternehmen, das längere Zeit schwache  Leistungen bringe, dürfe sich nicht wundern, wenn Aktionäre und Hedge-Fonds auf den Plan träten. „Oder Wettbewerber, die sagen: Wir können mehr draus machen als ihr“, so der Manager.

Um wieder profitabel zu werden und dem im vergangenen Jahr erwirtschafteten Verlust von 1,3 Milliarden Euro abzubauen, plant van Houten eine tiefgreifende Änderung der Ausgabenstruktur. Gegenüber dem Magazin kündigte der 51-Jährige an, er werde in den kommenden zwei Jahren 800 Millionen Euro Verwaltungskosten einzusparen. Einen Teil des Geldes soll in Forschung und Entwicklung fließen. 
 
„Wir streben sieben Prozent des Umsatzes an. Das ist ein Prozentpunkt mehr als jetzt. Und damit ein Prozentpunkt weniger Marge – obwohl wir nicht ausreichend rentabel sind!“, umriss van Houten das Risiko. Trotzdem sei nach dem Umsatzrückgang von 38 Milliarden auf unter 23 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2011 jetzt Handeln nötig. 
 
Eine Zerschlagung des Traditionsunternehmens, das mit Erfindungen wie der Musikkassette, dem Videorekorder oder der Audio-CD den Markt revolutioniert hatte, lehnt Frans van Houten unterdessen entschieden ab. Ein neu aufgestellter Konzern mit moderner Unternehmenskultur biete zahlreiche Synergien, über die einzelne Geschäftsbereiche allein nicht verfügen könnten. „Es gibt genug, was  uns zusammenhält“, betonte der Philips-CEO. [ar]

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