SED-Technologie in Gefahr – Canon verliert Patentklage

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Tokio/Austin, USA – Stattgegeben hat ein Bundesgericht in Texas der Klage des Technologieunternehmens Nano-Proprietary gegen Canon. Grund für die Entscheidung war eine vertraglich nicht vereinbarte Nutzung der Patente.

Dies berichtet das „Handelsblatt“. In einer Lizenzvereinbarung von 1999 hatte Nano-Proprietary den Japanern die Nutzung eines ihrer Patente erlaubt. Dabei handelt es sich um eine wichtige Komponente für die neue Flachbildschirmtechnologie Surface-conduction Electronemitter Display (SED), die Canon bauen will.

Canon begann dann, in einem Joint-Venture mit Toshiba, die SED-Technologie bis zur Marktreife zu entwickeln. Dabei kamen jedoch auch die Toshiba-Ingenieure in den Besitz des Wissens, welches Nano-Proprietary zuvor ausschließlich Canon zugestanden hatte. Daraufhin haben die US-Amerikaner geklagt und vergangene Woche auch Recht bekommen. Damit ist die Zukunft der SED-Technologie jetzt schwer gefährdet.
 
Um diese für Canon katastrophale Situation noch abzuwenden, hatte man noch im Januar Toshiba aus der Kooperation herausgekauft, doch auch mit dieser Aktion konnte das US-amerikanische Gericht nicht besänftigt werden. Damit dürfte die Markteinführung der SED-Technologie weiter hinausgeschoben werden.

Dies ist gerade im schnelllebigen Markt für Flachbildgeräte eine große Gefahr, haben doch die LCD- und Plasmahersteller mittlerweile deutlich an den jeweiligen Schwächen ihrer Technologien gearbeitet, sodass SED langsam Gefahr läuft, seinen technologischen Vorsprung zu verlieren. Vor allem, da die LCD- und Plasmageräte im direkten Preisvergleich um vieles billiger sein werden.

SED-Displays (Surface-conduction Electronemitter Display) sind eine Mischung von LCD- und Röhrenbilschirmtechnologien, die aktuellen Techniken wie LCD oder Plasma überlegen sind. Bei Bildschirmen mit SED-Technologie entsteht das Bild wie bei der Röhrentechnik durch den Aufprall von Elektronen auf eine mit Leuchtstoff beschichtete Fläche. Allerdings gibt es nicht nur eine Elektronenquelle wie bei einem herkömmlichen Röhrenfernseher, sondern eine eigene für jeden Bildpunkt.
 
Diese Eigenschaft ermöglicht die Produktion von SED-Schirmen in jeder Größe, außerdem ist das Bild gestochen scharf, es gibt keine Nachschmiereffekte und das Kontrastverhältnis ist ähnlich hervorragend wie bei der Röhrentechnologie. Darüber hinaus leuchten die SED-Geräte sehr hell bei relativ geringem Stromverbrauch. [lf]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: SED-Technologie in Gefahr - Canon verliert Patentklage Der Name SED ist ja auch Urheberrechtlich geschützt und gehört der SED-PDS-Die Linke.
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