Torjubel im deutschen Fernsehen versetzt

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Die Verzögerungen bei der Übertragung sind vor allem auf die verschiedenen technischen Übertragungstechniken zurückzuführen. In Sachen Geschwindigkeit ist das gute alte analoge Kabel der Sieger.

Wie Spiegel Online heute berichtet, ist das Digitalfernsehen bis zu sechs Sekunden langsamer als die analogen Übertragungen.

Vielleicht ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Der Nachbar jubelt schon, ohne das Sie einen Grund dafür erkennen können. Erst ein paar Sekunden später fällt dann auch auf Ihrem Gerät das Tor. Grund dafür ist eine Verzögerung in der Übertragung, die die digitale Fernsehtechnik notwendig mit sich bringt.
 
Das Digitalfensehen bietet zwar das bessere Bild, ist dafür aber bis zu sechs Sekunden langsamer als der analoge Verbreitungsweg. Dies liegt an mehreren Faktoren. Beim Satellitenfernsehen muss das Signal vor vornherein größere Distanzen überbrücken, so dass die Bilder hier schon einmal ungefähr eine Drittelsekunde einbüßen.
 
Das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T muss zwar nicht diese großen Distanzen überbrücken, ist aber trotzdem viel langsamer als das analoge Antennenfernsehen. Grund dafür ist auch hier die Übertragungstechnik. Zunächst verliert das Signal schon einmal bis zu einer halben Sekunde in den Playout Centern, also den Übertragungsstationen, von wo aus das Signal losgeschickt wird.
 
Weitere Zeit vergeht bei der Digitalisierung und anschließenden Kompression in das MPEG-2-Format. Schließlich muss das codierte und digitalisierte Signal auch wieder decodiert und in analoge Bilder umgewandelt werden, bevor sie überden Fernseher laufen können. Das geschieht in den Set-Top-Boxen, die darüber hinaus mit einer Fehlerkorrekturfunktion ausgestattet sind, welche abhängig vom Gerät unterschiedlich viel Zeit benötigt.
 
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Übertragungsgeschwindigkeit über DVB-T sind die Sender selbst. Spiegel Online zitiert hier einen Audio/Video-Experten, der von aktuellen DVB-T-Tests in Hannover berichtet. Dabei hat sich gezeigt, dass die Verzögerung bei ZDF nur zwei Sekunden beträgt, während das Signal der ARD um sechs Sekunden hinterherhinkt. Grund dafür sei, dass das ZDF sein Signal von vornherein digital ausstrahlt und damit wertvolle Zeit eingespart wird.
 
Noch ein Tip für Nutzer von Festplattenrekordern: Einfach die Time-Shifting-Funktion ausschalten, denn auch die verzögert das Signal erheblich. [lf]

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