Vor Ort: Erster OLED-Fernseher in freier Wildbahn

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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LGs gebogener OLED-Fernseher ist ab sofort erhältlich und will ein neues Kapitel in puncto Bildqualität und Design aufschlagen. Die Redaktion von DIGITAL FERNSEHEN war vor Ort und hat sich das Gerät aus nächster Nähe angeschaut.

LG macht Nägel mit Köpfen und der gebogene OLED-Fernseher 55EA9809 ist ab sofort für 8999 Euro in Deutschland verfügbar. Derzeit ist das 55-Zoll-Gerät mit Full-HD-Auflösung jedoch nur in begrenzter Stückzahl in LG Flagship Stores erhältlich, also bei ausgewählten Fachhändlern. Michael Wilmes, Senior Manager Public Relations Deutschland LG Electronics, zufolge sei man aber dafür gerüstet, dass jeder Kaufinteressierte ein Gerät erhält.
 
Der Flachbildfernseher soll zeitnah auch in größeren Media Märkten und Co. erhältlich sein. Den Verkauf über das Internet sieht man derzeit nicht vor, wie Alexander Krüger, Head of Product Management LG Home Entertainment, gegenüber der Redaktion von DIGITAL FERNSEHEN mitteilte.

Auf der technischen Seite beeindruckt der OLED-Fernseher trotz der Auflösung mit 1920 x 1080 Pixeln (entspricht rund 2 Millionen Bildpunkten) mit 8,3 Millionen Pixeln, da sich jeder Bildpunkt aus roten, grünen, blauen und weißen Subpixeln zusammensetzt. Letztlich soll diese Bauweise (WRGB) für brillantere Farben sorgen. Krüger spricht hier von einem 30 Prozent größeren Farbraum als bei LCD-Fernsehern mit LED-Beleuchtung.
 
Die bei OLED-Fernseher heiß diskutierte Frage nach der Langlebigkeit des Bildschirms kann LG zufolge beruhigend beantwortet werden und der Hersteller gibt eine Lebensdauer von 25000 Stunden an. Demzufolge kann der 55EA9809 ruhigen Gewissens als Consumergerät bezeichnet werden und im besten Fall würde der Fernseher bei einer Nutzung von vier Stunden pro Tag erst nach 17 Jahren nur noch halb so hell leuchten.

Im ersten Sichttest verblüffte der 55EA9809 mit einer ungemein satten Darstellung und das Kontrastverhältnis lässt neben allen aktuellen LED-LCDs auch die Plasma-Garde alt aussehen. Denn da alle Bildpunkte einzelne in ihrer Leuchtkraft gesteuert werden können, erstrahlen selbst filigrane helle Details ungemein brillant vor einen dunklen Hintergrund und etwa eine Feuerwerksszene wirkt so plastisch wie auf keinem anderen Fernseher.
 
Die Krümmung soll übrigens dafür sorgen, dass bei mittiger Sitzposition die Ecken exakt den gleichen Abstand zu den Augen aufweisen wie die Bildmitte. Schlussendlich soll das Bild so größer und noch immersiver wirken. Im 3D-Betrieb setzt LG wie gewohnt auf das passive Polfilterverfahren, was natürlich eine Auflösungshalbierung mit sich bringt. Dafür glänzt der 55EA9809, wenn man sich auf Augenhöhe mit dem Bildschirm befindet, mit einer perfekten 3D-Darstellung ohne Doppelkonturen.

Der 55-Zoller wiegt nur 17 Kilogramm, denn die komplette Rückwand wird aus Carbonfaser-verstärktem Kunststoff gefertigt. Die Bautiefe fällt mit verschwindend geringen 4,3 Millimetern noch beeindruckender aus. An der transparenten Unterseite des Fernsehers finden sich Folienlautsprecher und ein im Standfuß integrierter Subwoofer soll den Klang aufwerten. Wie das klingt, ist aber noch nicht klar, denn während des Events zum Verkaufsstart waren die Demogeräte stumm geschaltet.
 
Dem Energielabel der EU zufolge veranschlagt der 55EA9809 eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 100 Watt und wird mit der A-Klasse ausgezeichnet. Ein sehr guter Wert, wenn man bedenkt, das insgesamt über 8 Millionen Subpixel gezündet werden müssen. Letztlich bezieht sich diese Angabe aber immer auf den Bildmodus im Auslieferungszustand und in diesem ist die Leuchtkraft in der Regel gedrosselt. Auf der in einer Woche startenden Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin kann das Schmuckstück übrigens in Halle 11 am LG-Stand bestaunt werden. [Dennis Schirrmacher]

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