WDR und Fraunhofer-Institut wollen Fernsehton optimieren

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Der WDR und das Fraunhofer IIS testen in einem gemeinsamen Projekt, wie sich der Fernsehton bezüglich Sprachverständlichkeit und Barrierefreiheit optimieren lässt.

Hierzu kommt das maßgeblich vom Fraunhofer IIS entwickelte Tonübertragungsverfahren MPEG-H Audio zum Einsatz, das neben der Sprachverständlichkeit auch den Raumklang verbessern kann. Die Vorteile für die Zuschauer:

MPEG-H Audio verbessert die Sprachverständlichkeit, indem es ermöglicht, individuell die Lautstärke der Sprache beziehungsweise der Dialoge an ihre Bedürfnisse anzupassen. Zu diesem Zweck wirddie Sprache als separates Ton-Objekt übertragen.

Für die barrierefreie Nutzung der Fernsehprogramme wird schon heute zu vielen Sendungen parallel Audiodeskription ausgestrahlt. Audiodeskription beschreibt akustisch die Bildszenen für Zuschauer mit einer Sehschwäche. Zur besseren Trennung vom eigentlichen Fernsehton kann die Audiodeskription bei der Übertragung mit MPEG-H Audio individuell im Klangbild räumlich verschoben und in der Lautstärke geregelt werden.

Heutige Tonproduktionen sind kanalorientiert und auf bestimmte Wiedergabeformate ausgelegt – beispielsweise Stereo und 5.1 Surround. Mit MPEG-H können Produktion und Wiedergabe des Tons entkoppelt werden. Die Flexibilität von MPEG-H Audio ermöglicht bei der Wiedergabe eine Anpassung des Produktionsformats an die Möglichkeitendes Wiedergabegerätes in Bezug auf die Lautsprecheranzahl und deren Aufstellung.

Die Etablierung von NGA würden Veränderungen in der Produktion und Distribution sowie entsprechende Empfangsgeräte erfordern. Dass Audio-Entwicklungen des Fraunhofer-Instituts sich als massentauglich erweisen können, hat nicht zuletzt das Dateiformat MP3 seinerzeit bewiesen und auch an der Digitalisierung des Kinos war das Fraunhofer IIS maßgeblich beteiligt. [bey]

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4 Kommentare im Forum

  1. Ist ja gut und schön, aber inkompatibel zu vorhandenen Systemen. Da kann man dann auch gleich einen AV anschließen und dort die Centerlautstärke anpassen sofern der Sender mit separaten Center sendet.
  2. Wird ja auch so angemerkt Bin gespannt, welcher Bedarf an solchen neuen Empfangsgeräten wirklich besteht, diese auch gekauft werden (würden), damit sich die Investitionskosten für die Forschung und die technische Umsetzung auf der Senderseite lohnen.
  3. Und immer wieder neue Technik, natürlich inkompatible. Wie konnte man nur einst so dumm sein, das System namens "UKW" trotz der späteren Entwicklungen Stereo und RDS immer noch kompatibel zu den ältesten Empfangsgeräten zu halten? Einzige "teil-Inkompatibilität", die es in 60 Jahren UKW gegeben hat: die Erweiterung des Bandes erst auf 104 und dann auf 108 MHz. Doch selbst da spielen alte Radios munter alle bisher empfangbaren Frequenzen. Guter Ton fängt beim Studio an (Raumakustik), geht über geeignete Mikrofonierung und geeignetes Processing bis zu ordentlichen Abmischung. Da ist soweit ich das überblicke das Fernsehen inzwischen Lichtjahre besser als der Hörfunk, der nur den Ton als Übertragungs-Kanal hat. Was heute im Rundfunk an Sound-Apokalypse tobt, sollte man beendet werden. Dazu bräuchte es aber keine neuen Entwicklungen, sondern Besinnung auf alte Tugenden. Das hat ja alles bis Ende der 1980er Jahre gut funktioniert.
  4. Über die Plastikwürfel mit 0,5 L oder Soundbars und den eingebauten 5cm "Subwoofern" klingt doch sowieso alles grausam. Die Menschheit hat sich gehörmäßig leider daran angepasst und findet das alles supertoll. In Tests fanden mehr als die Hälfte der Probanden den Sound einer stark komprimierten Audiodatei besser als das Original, wobei auch das Original heutzutage, zumindest im Popbereich, zu Tode komprimiert ist. Ich remastere hin und wieder auch alte Aufnahmen. Der größte Fehler dabei ist, mit einem (oder mehreren) Compressor(en) die Lautheit zu steigern, dabei geht die Dynamik flöten.
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