„11 Internet-Gebote“: Initiative legt Digital-Knigge vor

1
213
Gebote TV-Gottesdienst
© Richard W. Schaber
Anzeige

Hass, Beleidigung, Herabsetzung – der Ton in den sozialen Netzwerken ist rau geworden. Eine Initiative aus der katholischen und evangelischen Kirche wirbt in einem Internet-Knigge für einen gelassenen und respektvollen Umgang auf Twitter, Facebook und den anderen Plattformen. Die „11 Gebote“ sollten Hinweise geben, wie Eskalation und Erregung im Netz vermieden werden können, heißt es in dem Aufruf #anstanddigital, der am Dienstagabend in Berlin veröffentlicht werden sollte. Derartige Ideen kursieren bereits seit längerem (DIGITAL FERNSEHEN-Bericht von 2017).

Dieser neue Katalog entstand auf Initiative des Direktors der Katholischen Akademie in Berlin, Joachim Hake, und des Kulturbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen. Nach Gesprächen mit Experten und Nutzern sowie Debattenrunden hatten sie die Gebote mitformuliert.

„Das Internet hat kaum Filter und keine Puffer. Es neigt zu Eskalation, Polarisierung und dem Auftürmen von Erregungswellen“, heißt es in der Einführung. „Seine Schnelligkeit ist ein Problem, wenn jeder Kommentar gleich niedergeschrieben wird“.

Im Kern gehe es der Initiative um Entschleunigung beim Posten und Twittern. Nutzer sollten sich im Netz nicht zu schnellen und unbedachten Reaktionen hinreißen lassen und ihre Beiträge noch einmal überdenken. „Denn wer sich von dem schnellen Netz hetzen lässt, hat schon verloren.“

Die eigene Meinung überprüfen, Sachlichkeit und Anstand wahren – so ließen sich Gerüchte, Klatsch und Verschwörungstheorien in Grenzen halten. Zwar sei Anonymität in repressiven Verhältnissen ein legitimer Schutz. In einer demokratischen Gesellschaft, so rät es das siebte Gebot, sollten Menschen ihr Gesicht zeigen und eine deutliche Haltung vertreten.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die den Aufruf unterstützt, erklärte, unangemessene Umgangsformen, Verunglimpfungen und Beleidigungen seien im Internet vielfach an der Tagesordnung. Die „11 Gebote“ seien „Leitplanken“ für ein menschliches Miteinander und eine demokratische Streitkultur im digitalen Raum.

Bildquelle:

  • tv-gottesdienst: Richard W. Schaber

1 Kommentare im Forum

  1. Was will uns dieser Artikel sagen? Es wurden ja nichtmal diese 11 Internet "Gebote" verlinkt. Muss man sich die selber raussuchen? Ach ich vergass, von dem was ich aus dem Artikel rauslese, wurde das von Leuten ersonnen, die tendenziell mit dem Internet nichts zu tun haben. Kirchenvertreter, Kulturbeauftragte und Politiker. Wenn ich das schon lese: Das ist das Internet! Nicht die Diskussionsseite der örtlichen Kirchengemeinschaft. Weder herrscht hier Demokratie, noch ist man im inernationalen Raum durch die Gesetze des eigenen Landes geschützt. Die Server dieses Forums hier sind beispielsweise in den USA gehostet. Und wer Gesicht zeigt, macht sich angreifbar. Die Initiatoren wissen vermutlich nichtmal, was Doxing bedeutet. Oder das Arbeitgeber durchaus das Netz nach ihren Mitarbeitern absuchen können. Sowas wie Gesichtserkennung gibt es auch automatisiert. Ich halte es jedenfalls für eine Chance, frei von Äußerlichkeiten mit Leuten kommunzieren zu können. Ich sehe weder Alter, Geschlecht, Hautfarbe noch andere äußere Merkmale. Nur, was geschrieben wurde. Vielleicht lese ich das auch zu wörtlich, aber das hier ist das Internet. Ich sehe nur geschriebene Worte und kann den Tonfall nicht mithören. Ob es also bildlich gemeint ist. Und was sollen die Einschränkung und Füllwörter? Soll man in einer nicht-demokratischen Gesellschaft keine deutliche Haltung vertreten? Das ist doch kein Gebot, sondern wertgeladene Begriffe komplex verknüpft. Du sollst nicht töten. Nicht: In einer demokratischen Gesellschaft sollen Menschen das Leben deutlich achten. Unter Internet-(Foren)-Geboten stelle ich mir sowas vor: Du sollst nicht posten: Erster Du sollst keine Trolle füttern Du sollst DIE FESTSTELLTASTE NICHT MISSBRAUCHEN ...
Alle Kommentare 1 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum