Adblock-Entwickler triumphiert über Springer-Verlag

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Für viele Web-User ist Surfen ohne Adblocker kaum noch vorstellbar – für werbefinanzierte Domains und ihre Betreiber ein großes Ärgernis. Der Axel Springer-Verlag führte so einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die Entwickler – und wurde nun vom Bundesverfassungsgericht final abgekanzelt.

Als „unlauteren Wettbewerb“ und „rechtswidrige aggressive Geschäftspraxis“ wollte das Springer-Medienimperium das AdBlock-Prinzip brandmarken lassen – und wurde nun vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe endgültig in Seine Schranken verwiesen.

Der Entwickler des Software-Plugins für alle gängigen Browser, Eyeo, erringt somit in einem Jahre andauernden Rechtsstreit über alle denkbaren Instanzen einen finalen Sieg gegen den großen Verlag.
Letzterer sah sein Geschäft durch die durch AdBlock herbeigeführte Unterdrückung von Werbeeinblendungen auf seinen Internetseiten ernsthaft bedroht.
Dieses Argument wurde von einer Eyeo-Anwältin mit der Begründung zurückgewiesen, dass der Verlag seine digitalen Erlöse trotz der Verbreitung von Adblockern alljährlich im zweistelligen Prozentbereich habe steigern können. 
Seitens des Verlags ist man mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts selbstverständlich nicht zufrieden. Dem Digital-Portal „Golem.de“ gegenüber erklärte man: „Wir haben den Nichtannahmebeschluss des Bundesverfassungsgerichts mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Er betrifft unsere wettbewerbsrechtliche Verfassungsbeschwerde, die wir im November 2018 eingereicht hatten. Indes verursachen Internet-Werbeblocker bei den deutschen Verlagen weiterhin jährlich Schäden in Millionenhöhe und gefährden damit die Refinanzierung von professionellem Journalismus im Internet.“
Des Kämpfens gegen die Verbreitung von Adblockern wird man indes nicht müde: Eine weitere Klage, diesmal vor dem Landgericht Hamburg, ist bereits eingereicht. Da Adblocker in den Code der Webseiten eingreifen, sehe man einen immanenten Verstoß gegen geltendes Urheberrecht.

[rs]

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28 Kommentare im Forum

  1. Was ich nicht verstehe, Bild geht doch eh nicht, wenn man Adblock nutzt. Also gegen was klagen die da eigentlich ? Müssten sie noch andere Blocker verklagen, mit denen Bild geht ?
  2. Als "rechtswidrige aggressive Geschäftspraxis" bezeichne ich, wenn ein Axel-Springer-Verlag sich erdreistet, ungefragt auf MEINEM Rechner herumzuschnüffeln, ob ich einen Adblocker nutze, oder nicht. DAS gehört verfolgt und bestraft, und nicht andersrum, denn das geht die einen feuchten Dreck an!
  3. Interessant finde ich die Passage : "Indes verursachen Internet-Werbeblocker bei den deutschen Verlagen weiterhin jährlich Schäden in Millionenhöhe und gefährden damit die Refinanzierung von professionellem Journalismus im Internet." Professioneller Journalismus und Springer-Verlag aka BILD-Zeitung widerspricht sich ja von Natur aus.
  4. Mich würde interessieren, wo oder woran hier genau Schäden verursacht werden, denn das bedeutet ja, dass etwas vorhanden ist, was beschädigt werden kann. Meiner Meinung nach geht es maximal um einen nicht realisierten Gewinn.
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