ARD und ZDF starten Jugendkanal Funk

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© Peter Wolff
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Mit einem Großaufgebot starten ARD und ZDF am heutigen Samstag ihren lang geplanten Jugendkanal, der die 14- bis 29-Jährigen vor allem über Drittplattformen wie Facebook und Youtube erreichen soll. Dafür steht Funk ein jährlicher Etat von 45 Millionen Euro zur Verfügung.

Bisher hält sich das Angebot der Öffentlich-Rechtlichen für die jüngeren Bevölkerungsschichten in Grenzen. Dem wollen ARD und ZDF nun ein Ende setzen und auch diese Zielgruppe in den Blick nehmen. Lange Planungen gingen diesem Vorhaben voraus, bis die Politik dem Vorhaben eines gemeinsamen Jugendkanals von ARD und ZDF zustimmten und ihn auf den Weg schickten. Letztendlich stutzten die Ministerpräsidenten der Länder das ehrgeizige Projekt, das ein Radio- und Fernsehprogramm für die 14- bis 29-Jährigen umfassen sollte, auf einen reinen Online-Kanal zurecht, hält sich diese Altersgruppe ohnehin zu großen Teilen im Netz auf. Nun liegt es an ARD und ZDF, die angepeilte Zielgruppe zu erreichen und mit Inhalten anzusprechen.

Am heutigen Samstag startet Funk in den offiziellen Betrieb. „Die ARD kann jung“, erklärte MDR-Intendantin und ARD-Vorsitzende Karola Wille. Mit mehr als 40 frischen Formaten, bei denen Protagonisten und Inhalte im Fokus stehen sollen, begeht der Jugendkanal nun seinen Start. Auch die Zuschauer sollen sich mit Feedback in die Sendungen einbringen können. Inhaltlich will Funk auf drei Säulen fußen: Orientierung, Information und Unterhaltung. Unterstützung holen sich die Öffentlich-Rechtlichen dabei von denen, die wissen müssen, was die unter 30-Jährigen interessiert: der Youtube-Szene. So präsentiert Youtube-Star Le Floid in „1080 Nerd Scope“ für Funk die neusten Games. Mit „Wishlist“ steht eine eigene Webserie in den Startlöchern.

Neben Eigenproduktionen wartet Funk auch mit lizenzierten Serien auf: Zum Start stehen „Banana“, „Fargo“ und „Hoff the Record“ mit David Hasselhoff zur Verfügung. Insgesamt wollen ARD und ZDF ein Großaufgebot bieten, wöchentlich soll es neue Inhalte für den Jugendkanal geben. „Es ist schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Formate zu Funk gehören und wie viele kreative Menschen dabei sind“, freut sich Funk-Geschäftsführer Florian Hager zum Start des Onlineangebotes.

Verbreitet werden die funky Inhalte ausschließlich über das Netz. Dabei sollen die 14- bis 29-Jährigen vor allem über Drittplattformen wie Facebook und Youtube darauf gestoßen werden. Aber auch auf der Website funk.net steht der Content über einen unabhängigen Player zur Verfügung. Für den mobilen Zugriff über Tablets und Smartphones wartet der Jugendkanal mit einer eigenen App auf, die sich ab sofort für Android- und iOS-Geräte kostenlos herunterladen lässt. Als öffentlich-rechtliches Angebot kann Funk auch auf Werbung verzichten. Finanziert wird das ehrgeizige Projekt, mit dem die unter 30-Jährigen an öffentlich-rechtliche Inhalte herangeführt werden sollen, durch einen jährlichen Etat von 45 Millionen Euro. Dafür zogen ARD und ZDF bei ihren Spartenkanälen Eins Plus und ZDFkultur den Stecker, die in der Nacht zum heutigen Samstag abgeschaltet wurden.

Die Verantwortlichen bei ARD und ZDF erhoffen sich viel von ihrem neuen Angebot. „Wir wollen mit unseren Inhalten junge Menschen erreichen, Teil ihrer Lebenswelt sein“, hofft ZDF-Intendant Thomas Bellut. „Zum ersten Mal können wir im Netz völlig unabhängig vom linearen Fernsehen agieren und zum Beispiel unsere Inhalte auf Drittplattformen ausspielen sowie Lizenzserien online zeigen. So können wir Formate ins Netz bringen, die junge Menschen interessieren und sie dort zeigen, wo sie medial unterwegs sind.“[kw]

67 Kommentare im Forum

  1. Ein Sream der viel kostet, und niemand schauen wird. Aber eben, mit Gebührengeldern kann man ja so verschwenderisch umgehen.
  2. Schon der erste Blödsinn. Die iOS App ist nur fürs Phone, nicht fürs Pad. Wie schauts bei Android aus?
  3. wenn man zu viel Geld hat kan man sowas machen!!! wie der Staat mit offen Händen das Geld zum Fenster rausschmeissen, dann jamern man hat zu wenig
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