„Bayonetta 2“ im Test: Eine Hexe zum durchdrehen bitte

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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„Bayonetta 2“ stellt Videospieler vor eine Herausforderung, denn der für Nintendos Wii U exklusiv erschienene Titel gleicht optisch und spielerisch einem Action-Feuerwerk par excellence. Das überfordert auf den ersten Blick, dahinter steckt aber durchaus System.

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So etwas erlebt man nicht alle Tage: In ein weißes Kleid gehüllt flaniert Superhexe Bayonetta durch eine weihnachtlich geschmückte Stadt. Ihr Lakai schleppt dabei einen riesigen Stapel Geschenke, bis plötzlich Kampfjets am Horizont auftauchen.

Flugs wirft sich Bayonetta in Pose und springt umgehend auf einen Jet. Im ersten Scharmützel verliert Sie unverhofft ihr Kleid, gleitet nackt durch die Szenerie, während ihre Haare sie wieder verhüllen und schlussendlich das typische Lederoutfit der Superhexe bilden. Postwendend landet Bayonetta auf einem weißen Pferd und ab da an kracht es unterbrochen.
 

Wer die Serie noch nicht kennt, wird die ersten Spielminuten fassungslos auf den Bildschirm starren, denn der Actiontitel steigt umgehend mit einer wahnwitzigen Geschwindigkeit ein und das Kampfgeschehen ist von bildschirmfüllenden Combo-Attacken schier überflutet. Doch hinter dem Chaos steckt System und wenn man das Kampfprinzip aus Deckung suchen, Angreifen und Spezialattacken durchschaut hat, rauscht man schon nach kurzer Zeit behände durch die Levels und entfesselt aberwitzige Angriffe, bei denen die Feinde von der unbändigen Haarpracht, etwa in der Form von Megafäusten, malträtiert werden; das muss man mit eigenen Augen gesehen haben.
 
Letztlich verfügt Bayonetta wieder über modifizierbare Schusswaffen, die sich auch an den Füßen der Superhexe wiederfinden. Wer einmal den Breakdance des Todes mit ihr entfesselt hat, ist endgültig von der Daueraction vereinnahmt und außerstande aufzuhören. Letztlich kann Bayonetta Gegner verlangsamen, was besonders bei starken Feinden hilfreich ist, um sich einen Vorteil zu erspielen.
 
Den XXL-Endbossen tritt man im besten Fall mit einer gefüllten Umbra-Klimax-Anzeige entgegen, denn die Aktivierung der Spezialfähigkeit entfesselt die Partnerdämonin Madame Butterfly und normale Attacken gleichen von nun an zeitlich begrenzt Specialmoves.
 

„Bayonetta 2“ spielt sich unglaublich flüssig und ausgeglichen, hat eine angenehme Lernkurve und abgeschlossene Kampfsituationen werden mit Auszeichnungen belohnt. Dabei kommt es auf die Zeit, Comboanzahl und Energieleiste der Hexe an. Was sich simpel anhört, artet schnell in einen perfektionistischen Drang aus, dem man kaum widerstehen kann – der Wiederspielwert ist demnach extrem hoch.
 
Die abstruse Geschichte um Ausgeburten der Hölle und Engel ist eher nebensächlich, wartet aber durchaus mit spannenden Wendungen auf und trägt neben dem nahezu perfekten Gameplay nebst präziser Steuerung maßgeblich zum Charme von „Bayonetta 2“ bei. Grafisch wirkt der Titel dezent veraltet und neben matschigen Texturen werden Objekte in der Entfernung auch schnell unscharf. Kaschiert wird dies aber sehr gut durch die extrem hohe Spielgeschwindigkeit und im Grunde ständig über den Bildschirm zuckenden Spezialeffekten. Da bleibt gar keine Zeit, um auf Details zu achten.
 
Alle Besitzer einer Wii U mit einem Faible für abwechslungsreiche Actionspiele müssen umgehend zugreifen und der Titel gehört definitiv zu den besten Spielen für Nintendos Heimkonsole. Der erste Teil wurde übrigens auch auf die Wii U portiert und beide Titel sind im Doppelpack auf Disc oder als Downloadversion erhältlich. Kaufen Sie beide digital, wird jeweils der andere Teil günstiger.
 

[ds]

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