Breitbandinitiative „Ländlicher Raum“ soll Lücken schließen

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Stuttgart -Kommunen, Bürger und Infrastrukturanbieter müssen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten, um die Lücken im Breitband-Netz im ländlichen Raum zu schließen, so die Forderung des Präsidenten der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), Thomas Langheinrich.

Bei der heutigen Tagung „Zukunftsfähige Breitbandinfrastruktur für Kommunen: Vom Leerrohr zum Glasfasernetz“ in der LFK Baden-Württemberg forderte Präsident Thomas Langheinrich von den Kommunen konstruktive Zusammenarbeit:

„Es muss selbstverständlich sein, dass bei Straßenarbeiten oder bei der Erschließung von Neubaugebieten automatisch Leerrohre mit verlegt werden. Nur so besteht die Möglichkeit, auch im Nachhinein Anschluss an die Glasfaserkabel zu erhalten und so der digitalen Schmalspurversorgung im ländlichen Bereich zu begegnen.“
 
Aber auch die Infrastrukturanbieter müssten nach Ansicht von Langheinrich noch mehr Kooperationsbereitschaft zeigen, beispielsweise indem sie anderen Providernbesseren Zugang zu freien Glasfaserkapazitäten gewähren. Zudem seien die Unternehmen immer noch zu zögerlich, ihren Beitrag bei der Erstellung eines zentralen Glasfaseratlases für Baden-Württemberg zu leisten.
 
„Wenn die Anbieter den Verlauf ihrer Glasfasertrassen im Atlas offen legen, haben wir eine größere Chance, technische Lösungen für die Bürger auf dem Land zu finden. Ansonsten gestaltet sich die Suche nach Glasfaser für viele Kommunen wie nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen“, so der LFK-Präsident.
 
Grundsätzlich aufgeschlossen zeigte sich Langheinrich darin, auch Rundfunkfrequenzen unter gewissen Bedingungen für die Übertragung von Internet zur Verfügung zu stellen. Im nächsten Jahr kündigte er einen entsprechenden Versuch in Baden-Württemberg an.
 
Allerdings warnte der LFK-Präsident vor einer übertriebenen Erwartungshaltung. „Da Störungen von TV-Sendern möglich sind, sind die Nutzungsszenarien von schnellem Internet über Rundfunkfrequenzen noch zu entwickeln: Auch dazu soll der Versuch Erkenntnisse bringen.“ Darüber hinaus stellte Langheinrich klar, dass bei der Vergabe von Frequenzen an etwaige Mobilfunkbetreiber sicher gestellt werden muss, dass Kommunen ohne Internetversorgung priorisiert versorgt werden müssten.
 
Die Landesanstalt für Kommunikation ist Gründungsmitglied der Clearingstelle Ländlicher Raum und unterstützt seit 2004 die Kommunen in Baden-Württemberg mit technischem Sachverstand bei der Realisierung von Breitband-Internetanschlüssen in den ländlichen Regionen mit dem Ziel, dass jeder Bürger einen Zugang zum schnellen Internet erhält. [mw]

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