Datenkrake 3.0: Personalisierte Werbung zieht ins Smarthome ein

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Lauschangriff über die Lautsprecher: Ein neues Datenanalyse-Tool ermöglicht Werbetreibenden, bald auch über Smartspeaker und andere vernetzte Geräte personalisierte Werbung zu verbreiten.

Die Firma RMS gab jüngst bei der Messe für digitales Marketing (DMEXCO) den Launch der ersten deutschen Plattform für digitales Audio-Marketing bekannt.

Mit „Audio DMP“ abgekürzt wird das neue Tool, das über anonyme Listener-IDs Nutzerprofile von Audiogeräten bezieht, die mit dem Internet verbunden sind. So soll dann die aus dem Computer-Browser und vom Smartphone bestens bekannte, personalisierte Werbung bald auch aus den Smarthome-Lautsprechern schallen.
 
Bislang konnten solche Daten nur über Website-Cookies erhoben werden, was die immer weiter verbreiteten smarten Lautsprechersysteme und Smarthome-Allrounder für den Online-Marketing-Bereich schwer zugänglich machte.
 
Dieses Problem scheint nun eine maßgeschneiderte Lösung gefunden zu haben – für die Werbetreibenden sicher ein Zugewinn, für Verbraucher ein weiterer Ort in den eigenen vier Wänden, an dem man sich gegebenenfalls unangenehm beobachtet fühlt bzw. mit Werbung zugeschüttet wird. [rs/tk]

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47 Kommentare im Forum

  1. Man muss diesen Blödsinn ja nicht kaufen. Bislang zumindest besteht kein gesetzlicher Zwang, sich Spitzeltechnik in die eigenen 4 Wände zu stellen. Das erfolgt alles noch auf freiwilliger Basis - und je mehr Menschen sorglos mitmachen, umso "verbindlicher" wird die Nutzung solcher Technik. Wir haben es als Volk also zumindest prinzipiell in der Hand...
  2. Man muss diesen Blödsinn ja nicht "verwanzen". Es wird höchste Zeit, dass in Sachen Werbung ein Umdenken stattfindet, sowohl beim Gesetzgeber als auch beim Verbraucher. Die Werbeindustrie müllt uns gewollt oder ungewollt derart extrem zu, dass es so langsam unerträglich wird. Ich würde z.B. PAY-TV ein klares Werbeverbot auferlegen, welches über Bandenwerbung beim Fussball hinausgeht. Die kriegen Abogebühren und das muss reichen. Was damit nicht finanzierbar ist, bleibt eben aussen vor. Dann würden vielleicht diese schwachsinnigen Sportrechtepreise mal wieder auf einem akzeptablen Level bleiben. Leider haben wir auf der anderen Seite immer noch dieses "Geiz ist Geil"-Problem, wo vielen Werbung egal ist, hauptsache man kriegt ein Angebot "umsonst".
  3. Warum immer Verbote? Wenn es dem Kunden nicht gefällt, sollte man konsequent sein und das Pay-TV nicht abonnieren. Aber muss sich der Gesetzgeber damit beschäftigen? PayTV heißt auch nicht werbefrei, dieser Irrglaube existiert auch nur hier in Deutschland, weil damals Premiere damit großspurig warb - um überhaupt ein Bein in den TV-Markt setzen zu können. Ob es Werbung im PayTV gibt oder nicht wird die Sportrechtepreise nicht interessieren - einen findet man immer und das Geld bleibt ja im Prinzip auch im Kreislauf der Sportart selbst. Der Gesetzgeber könnte sich aber vielleicht eher darum kümmern, ob diese Art der personalisierten Werbung bei diversen Geräten dem Kunden zumutbar ist. Dafür hätte ich eher Verständis.
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