DiTV: „Patent-Pool bremst MHP-Standard“

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Fünf Jahre nach der ersten MHP-Spezifikation steht der Durchbruch unmittelbar bevor, doch plötzlich soll ein Patent Pool mit überzogenen Lizenzforderungen die weitere Entwicklung bedrohen.

Die Via Licensing Corporation – ein Zusammenschluss von Unternehmen wie Comcast, Open TV, Panasonic und Samsung Electronics – erklärte sich für die weltweite Vermarktung der MHP-Lizenzen zuständig und fordert ab dem 1. Januar 2009 sogar von Free-TV Veranstaltern Lizenzgebühren für MHP-Dienste, die sich an der technischen Reichweite der Sender orientieren. Wie viele MHP-Boxen wirklich erreicht werden, spielt bei dieser Berechnung keine Rolle.

Der Deutsche iTV Verband (DiTV) ruft alle betroffenen Marktteilnehmer auf, die strittigen Themen schnellstmöglich zu klären und fordert die Offenlegung der Patent-Pool Mitgliederliste, ebenso wie klare und ausführliche Information über die zugrunde liegenden Patente und deren Exklusivität.
 
Die Multimedia Home Plattform ist eine Spezifikation unter dem Mantel des DVB-Projektes, die digitales und interaktives Fernsehen zusammenführt. MHP Set-Top-Boxen wurden europaweit eingeführt, in Italien bereits mit einer Stückzahl von über 4 Millionen. Die MHP-Einführung in Spanien und Frankreich steht vor der Tür. Der MHP-Standard wird als Herzstück von Empfangsgeräten in den US-amerikanischen Kabelnetzen genauso genutzt wie durch die Blue-ray Disk Organisation der kommenden DVD-Generation.
 
Die European Broadcasting Union, die mit zu den eifrigsten Befürworterndes MHP-Standards zählt, schließt eine weitergehende Vermarktung durch die Industrie solange aus, wie diese Forderungen nicht ganz geklärt sind. Der Start der Plattformen in Spanien, Frankreich und Norwegen ist gefährdet.
 
Für Lutz Mahnke, Vorsitzender des DiTV ist die breite Einführung von interaktiven Diensten durch die Sender ist ohnehin teuer genug. „Die Lizenzentgelte müssen sich in einem vernünftigen Rahmen bewegen, der von den Marktteilnehmern akzeptiert werden kann. Untragbar ist die von Via Licensing geforderte Gebühr für Free-TV Sender, gekoppelt an deren technische Reichweite“, so Mahnke. „Auch die Lizenzgebühr für Empfangsgeräte muss sich unterhalb der Gebühr bewegen, die schon vor Jahren mit SUN, ein Unternehmen, das maßgeblich an der Entwicklung des MHP-Standards beteiligt war, für die Kerntechnologie Java-TV vereinbart wurde. Der DiTV hat MHP über einen langen Zeitraum unterstützt und aktiv gefördert. Eine Fortführung der Aktivitäten einer Via Licensing auf dem bisherigen Level wird unweigerlich zum Einfrieren der bisherigen MHP-Aktivitäten auf breiter Front führen und den gesamten Markt für interaktives Fernsehen behindern. Dies ist kontraproduktiv und weder im Interesse der Industrie, noch der beteiligten Sender“, erklärt Mahnke weiter. [fp]

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