Download statt Silberscheibe: Kampf um die Computerspieler

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Nach Musik und Film soll das Internet nun auch für Computerspiele zu einem dominanten Verkaufsmarkt werden. Das deutsche Startup McGame will auf dem Feld der Download-Portale mitmischen und vor allem mit günstigen Preisen gegen die Konkurrenz von Stream und Gamesload bestehen.

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Die neuesten Computerspiele in wenigen Senkunden kaufen ohne den Computer verlassen zu müssen: genau so soll die Zukunft im Computerspiel-Segment aussehen wenn es nach den Betreibern von Download-Portalen geht. Doch noch geht der Großteil der Deutschen ins Fachgeschäft und erwirbt das Spiel als silberne Scheibe. Zumidnest auf legalem Wege. Aber der Online-Markt hat Potential. Diese Chance will sich auch das Düsseldorfer Startup McGame nicht entgehen lassen und versucht sich mit einem Discounter-Image gegen die große Konkurrenz durchzusetzen.

Computerspiele sind in Deutschland ein Milliardenmarkt. 2011 lag der Umsatz mit dem Verkauf von Software bei 1,57 Milliarden Euro. Davon entfielen nach Zahlen des Branchenverbandes BIU 445 Millionen Euro auf Titel für den PC – also den Markt, den Anbieter wie Marktführer Steam vor allem ins Visier nehmen. Der digitale Vertrieb spielt bislang aber eine untergeordnete Rolle: Nur gut jedes vierte Spiel (27 Prozent) wurde im vergangenen Jahr heruntergeladen. Der Umsatz mit dem Download von Spiele-Software lag bei gerade mal 6 Prozent. Die Tendenz zeigt aber nach oben.

Steam ist der Quasi-Standard der Spiele-Plattformen, wie Google bei Suchmaschinen. „Dahinter steckt eine langjährige Aufbauarbeit“, sagt Prof. Jörg Müller-Lietzkow von der Universität Paderborn. „Die Plattform bietet einen hohen Grad an Interaktivität und eine große, komfortable Bibliothek mit Spielen, die man auch später nutzen kann“, erklärt der Experte für Computerspiele. Mehr als 30 Million aktive Nutzer zählt der Betreiber Valve.

Dahinter kämpft eine ganze Reihe von Anbietern um Aufmerksamkeit, die Telekom-Tochter Gamesload und Online-Ableger von Media Markt und Saturn etwa. Einen Teil dieses Marktes will sich auch das deutsche Startup Village1 Entertainment & Licensing mit seiner Plattform McGame sichern. Seit November 2010 online, bietet es mittlerweile rund 1200 Titel von vielen großen Spieleverlagen an. Mit Werbung im TV und im Netz macht es derzeit auf sich aufmerksam.

Gründer Marco Hüsges sieht McGame zum einen im Wettbewerb mit Gamesload, das 2300 Titel im Repertoire hat. „Die Industrie begrüßt es, dass wir ein Gegengewicht zu Gamesload im deutschen Markt aufbauen“, sagt der Unternehmer. Zum anderen konkurriere man mit dem stationären Handel. Der sei der „Hauptwettbewerber“. Er setzt auf den „unaufhaltsamen Wandel“ hin zur digitalen Distribution.

McGame setzt auf ein Billig-Image, das deutet schon der Name an. Auf dem Portal wirbt die Firma mit Rabatten, die nicht selten im zweistelligen Prozentbereich liegen. „Im Wettbewerb gegen die etablierten Anbieter kann McGame nur mit extremen Preisnachlässen punkten“, erklärt Experte Müller-Lietzkow. „Die Frage ist, wie lange sie das durchhalten.“ Durchaus denkbar ist auch, dass McGame sich einen Namen machen will, um für einen Käufer attraktiv zu werden.

Neben den Preisen will McGame mit neuen Funktionen punkten. „Bis Ende des Jahres“ plant das Portal einen Cloud-Dienst für Spiele, mit dem Nutzer ganze Spiele streamen können. Ein zeitlich limitiertes Streaming soll bereits in den nächsten Wochen an den Start gehen. „Wir lassen die Nutzer bis zu 30 Minuten gratis spielen und bieten ihnen dann die Vollversion zum Kauf an“, erklärt Hüsges.

Damit guckt sich McGame ein erprobtes Rezept ab. Gamesload zum Beispiel betreibt die Website gamesflatrate.de, über die Nutzer bestimmte Spiele gegen eine monatliche Gebühr ebenfalls streamen können. Ein Teil der Daten wird immer übers Netz übertragen, eine lokale Installation ist nicht nötig. Dienste wie OnLive und Gaikai, die bislang nur in den USA verfügbar sind, setzen ausschließlich auf dieses Prinzip – mit Ergebnissen, die Experten beeindrucken. Die Konkurrenz ist also groß. [Christof Kerkmann/fm]

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2 Kommentare im Forum

  1. AW: Download statt Silberscheibe: Kampf um die Computerspieler Steam. Echt? Das soll die Zukunft sein? Steam gibt es seit fast neun Jahren. Kann nicht sein... Irgendwas klappt hier nicht. Wenn mich nicht alles täuscht, gibt Valve die Zahlen nicht preis. Also woher kommen die Zahlen? Von hier: Datenträger und Downloads - BIU e.V. Und sie passen gar nicht zu der Meldung, in der es um Computerspiele geht. Und der andere Quasi-Standard ist Origin, die Vertriebsplattform von EA. Und der Rest der Meldung ist eigentlich Werbung für McGame. Aber das passiert, wenn man einfach eine dpa-Meldung 1:1 übernimmt (und vergisst, die dpa als Quelle anzugeben).
  2. AW: Download statt Silberscheibe: Kampf um die Computerspieler ich befürchte; da hat jemand STEAM nicht verstanden. STEAM ist keine Download-Plattform für Spiele. Ein Download der Spiele ist meist nicht erforderlich, da jeder real gekaufte Datenträger für STEAM natürlich installiert werden kann. Dann kommen nur noch die Updates über STEAM. Das System ist mit einer reinen Download-Plattform nicht vergleichbar, da der Ansatz ein anderer ist. Der Direkte Verkauf von Download-Titeln ist natürlich auch das Ziel von STEAM, aber nicht das Erfolgsmodell beim deutschen PC-Kunden. Aktuell sind auch die Preise der meisten Titel viel zu hoch, auch die Verfügbarkeit der Server ist wohl oft an seinen Grenzen angekommen. Abends um 19 Uhr ist ein Online-Spiel nicht mehr möglich. Das auch STEAM keinen ausreichenden Schutz gegen Cheater liefert, ist wohl selbst redend. Am Ende werden wir Kunden nur verlieren ... aus unterschiedlichen Gründen!
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