„Ein Sender wie Latizón TV war längst fällig“

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Leipzig – Mit Latizón TV gibt es seit kurzem einen Spartenkanal rund um Lateinamerika. Der Sender wird als Web-TV über das Internet verbreitet und berichtet über Politik, Kultur, Künstler und Reiseziele in Mittel- und Südamerika.

Wieso in Deutschland ein Spartenkanal notwendig ist, der sich ausschließlich mit Themen rund um Lateinamerika beschäftigt, erfuhr DIGITAL FERNSEHEN im Gespräch mit Ursulina Pittrof, der Geschäftsführerin und Initiatorin von Latizón TV.

DIGITAL FERNSEHEN: Frau Pittrof, der Web-TV-Spartenkanal rund um Lateinamerika, Latizón TV, hat seinen Sendebetrieb aufgenommen. Wie kamen Sie auf die Idee, ausschließlich lateinamerikanische Themen zu senden?
 
Ursulina Pittrof: In Deutschland leben weit über 100 000 LateinamerikanerInnen, dazu kommen die zahlreichen Anhänger des Salsa-Booms der letzten Jahre sowie die zahlreichen Lateinamerika-Liebhaber. Das Angebot der deutschsprachigen Medien über Lateinamerika ist aber relativ gering. Für viele in Deutschland lebende Latinos ist das Internet das Hauptmedium, in dem sie Informationen über ihre Heimat bekommen können. Und selbst da müssen sie sich immer von vielen verschiedenen Seiten die gewünschten Informationen zusammensuchen. Latizón TV möchte nun Lateinamerikanern und Interessierten in Deutschland diese Informationen in geballter Form liefern. Aufgrund einer Radio-Sendung, die ich bereits lange Jahre zum Thema Lateinamerika moderiere, weiß ich, dass ein Sender wie Latizón TV längst fällig war.
 
DF: Welche Zielgruppe möchten Sie mit Ihrem Web-TV-Angebot erreichen und warum?
 
Ursulina Pittrof: Unsere Zielgruppe sind, wie schon oben genannt, die zahlreichen Lateinamerikaner, die in Deutschland leben sowie die große Zahl der Anhänger des Salsa-Booms. Allein in München gibt es über 20 Tanzschulen für lateinamerikanische Tänze. Dazu werden Reisen nach Lateinamerika immer beliebter. Aus zahlreichen lateinamerikanischen Ländern erreichen uns Nachrichten über steigende Zahlen von deutschen Urlaubern. Ihnen allen möchten wir die Möglichkeit geben, sich in geballter Form über Lateinamerika bzw. ihre Heimat sowie über Aktivitäten von Vereinen und Organisationen in Deutschland zu informieren.
 
DF: Ihr Programm ist unterteilt in die Rubriken „Reise“, „Künstler“, „Kultur“ und „Politik“. Nach welchen Kriterien wählen Sie die entsprechenden Themen aus?
 
Ursulina Pittrof: Da wir noch am Anfang stehen, mussten wir natürlich irgendwo beginnen. Wir werden aber in Zukunft versuchen, aus allen Bereichen (wie z.B. Kultur, Politik, Film, Sport, Literatur usw.) so viel wie möglich zu berichten. Die Nachrichten werden natürlich nach Aktualität ausgewählt, ansonsten werden die Themen vor allem nach dem Interesse unserer Zuschauer ausgewählt. Eine von uns in Auftrag gegebene Marktforschungs-Studie, in der u.a. auch die Interessen unserer Zielgruppe abgefragt wurden, hat uns darüber viel Auskunft geben können. Außerdem bekommen wir viel Feedback von unseren Zuhörern, das wir natürlich – soweit möglich – gerne berücksichtigen.
 
DF: Wie wird Ihr Internet-Programm bisher aufgenommen und werden die Zuschauer aktiv mit einbezogen? Gibt es bereits Kritik, falls ja, welcher Art?
 
Ursulina Pittrof: Wir haben bisher sehr viel positives Feedback bekommen, das uns zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Da es einen Sender in dieser Form in Deutschland meines Wissens bisher noch nicht gibt, sind unsere Zuschauer natürlich begeistert von dem Angebot. Gerade die LateinamerikanerInnen freuen sich, dass wir uns für ihren Kulturkreis interessieren und ihnen ein Stück Heimat nach Deutschland bringen. Das häufigste Feedback bisher ist, dass unsere Zuschauer es sehr schön finden, dass wir ein relativ breitgefächertes Angebot aus verschiedenen Bereichen anbieten und dass wir viel Wert auf Qualität legen und keine „oberflächlichen“ Informationen bieten. Insofern können wir auch kein Portal wie andere Seiten anbieten, auf dem Zuschauer z.B. selbst ihre Beiträge hochladen können. Dadurch, dass wir aber das Feedback unserer Hörer in unsere Programmplanung mit einfließen lassen, werden sie auf gewisse Weise schon in unsere Planung mit einbezogen.
 
DF: Planen Sie, den Sender inhaltlich weiter auszubauen? Falls ja, auf welche Themen setzen Sie dabei?
 
Ursulina Pittrof: Latizón TV wird auf jeden Fall inhaltlich weiter ausgebaut, da wir ja so viele Themen wie möglich abdecken wollen. Wir werden noch mehr unbekannten Künstlern eine Chance geben, sich und ihre Arbeit vorzustellen und natürlich dem deutschsprachigen Publikum die einzelnen Länder genauer präsentieren. Und natürlich werden wir in Deutschland ansässige Organisationen zum Thema Lateinamerika vorstellen. In einiger Zeit wird wahrscheinlich auch die beliebte, aber in Deutschland nur einem geringen Publikum bekannte, lateinamerikanische Musik verstärkt behandelt werden. Ich denke, es gibt so viel aus diesem interessanten Kulturkreis, dass uns die Themen sicher nicht ausgehen werden. Die Qualität unseres Angebots steht dabei aber stets an erster Stelle.
 
DF: Wollen Sie Ihr Programm ausschließlich via Internet übertragen oder planen Sie eine zukünftige Kabeleinspeisung oder gar eine Verbreitung über Satellit?
 
Ursulina Pittrof: Latizón TV war von Anfang an als Web-TV-Sender geplant und wird nach jetzigem Stand auch ein reiner Web-TV-Sender bleiben. Allerdings planen wir, den Sender in Zukunft zu einem 24-Stunden-Live-Programm auszubauen. Web-TV ist meiner Meinung nach das Medium der Zukunft. Auch auf den diesjährigen Medientagen in München gab es im Vergleich zum letzten Jahr eine Vielzahl mehr an Angeboten für Soft- und Hardware zu diesem Thema.
 
DF: Wodurch finanzieren Sie sich?
 
Ursulina Pittrof: Latizón TV wird durch Sponsoren und Werbepartner finanziert, die sich dank der mittlerweile großen Anzahl technischer Möglichkeiten auf www.latizon.de auf vielfältige Weise präsentieren können. Das Programm an sich wird aber weitgehend werbefrei bleiben.
 
DF: Frau Pittrof, vielen Dank für das Gespräch.
 [cg]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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