Experte warnt vor Gefährdung durch digitale Medien

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Vor „digitaler Demenz“ durch Computerspiele und Internet hat der ärztliche Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, Manfred Spitzer, gewarnt.

Digitale Medien machten süchtig, schadeten dem Gedächtnis und seien zur Förderung des Lernens im Bildungsbereich grundsätzlich ungeeignet, schreibt der Psychiatrie-Professor in seinem neuen Buch, aus dem das Nachrichtenmagazin Focus in seiner neuen Ausgabe vorab Auszüge veröffentlicht. Soziale Online-Netzwerke beeinträchtigen Spitzer zufolge das Sozialverhalten: Mangelnde Gehirnbildung, vor allem in den für Aufmerksamkeit und soziale Funktionen zuständigen Bereichen, führe zu Aufmerksamkeitsstörungen und gesteigerter Depressivität.

Angesichts der vielfach wissenschaftlich nachgewiesenen negativen Auswirkungen digitaler Medien auf Geist und Körper vor allem junger Menschen stelle sich die Frage, warum die Politik das vorhandene Wissen um die Gefährdung durch die digitalen Medien systematisch ausblende, so Spitzer. Die Tatsache, dass ein „Killerspiel“ – Crysis 2 – den deutschen Computerspielpreis 2012 gewonnen hat, zeige exemplarisch, „wie wenig sich Politiker und Medienpädagogen mit dem wirklich vorhandenen Wissen über Killerspiele auskennen: Kein Wort über deren abstumpfende Wirkung gegenüber Gewalt und der bahnenden Wirkung von Gewaltbereitschaft.“
Ein medienkritischer Politiker werde von den Medien demontiert, beklagte Spitzer. „Das wissen alle, und daher geschieht nichts.“ In diesem Zusammenhang verwundere insbesondere, „dass gerade die politische Linke die Freiheit der Medien vehement verteidigt, obgleich digitale Medien nachweislich dazu beitragen, dass die Kinder aus einfachen sozialen Schichten noch geringere Chancen für Aufwärtsmobilität haben“. Spitzer forderte die Vertreter aller Parteien zum Umdenken auf. „Sie werden zwar nicht von Kindern und Jugendlichen gewählt, dürfen sich aber ihrer Verantwortung für die nächste Generation im Hinblick auf deren Bildung ebenso wenig entziehen wie hinsichtlich ihrer sozialen Absicherung.“

[fp]

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55 Kommentare im Forum

  1. AW: Experte warnt vor Gefährdung durch digitale Medien Komisch ... es gibt massenhaft seriöse Studien, eine sogar vom MIT, die belegen, daß Computerspiele sogar die Intelligenz steigern können, da oftmals neben der Reaktionsfähigkeit auch strategisches und taktisches Denken gefordert ist ... bei den meisten Computerspielern ist die Hirnaktivität weitaus höher als bei Menschen, die anderen Hobbies nachgehen ... Und es ist mittlerweile allgemein anerkannt, daß Denmenz / Alzheimer auf jeden Fall wenn nicht verhindert, so doch verlangsamt werden kann, wenn man sich geistig fit hält ...
  2. Selten so viel Quark gelesen. Früher war es Rock n Roll heute Counter Strike. Vielleicht wäre der Verfasser ein Kandidat für die eigene Klinik.
  3. AW: Experte warnt vor Gefährdung durch digitale Medien Wie im "richtigen Leben": Was wurde nicht alles zu Anfang verteufelt - Luftschiffe(fliegen überhaupt); Radio, TV, Rock-Musik, Mini usw....! Anscheinend sind die "Wissenschaftler" der Gegenwart immer die, welche zurück bleiben!?
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