Google will WhatsApp mit SMS-Dienst vom Markt drängen

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Für viele sind SMS in Zeiten von Online-Messengern kaum mehr als ein Relikt der 90er. Google will die totgeglaubte Offline-Technologie jedoch nun in neuem Glanz erstrahlen lassen – gerade für Länder mit dürftigem Datennetz-Ausbau ein Lichtblick.

Seit dem Siegeszug der Smartphones und durchgehender Online-Zugänge dank mobiler Daten fristet der kostenpflichtige „Short Message Service“ (kurz: SMS) als Standardfunktion der Geräte ein Schattendasein – zu vielseitig  und verbreitet sind die moderneren Messenger-Apps mit ihren Gruppenchats, Datentransfers, Bildern und Sprachnachrichten.

Während Apple mit iMessage für OSX und iOS bereits seit Jahren einen eigenen Messenger betreibt, der sowohl Online-Chats als auch SMS-Versand ermöglicht, blieb Google für sein Android-System lange eine Lösung schuldig. Der Vorstoß des Tech-Riesen ist nun jedoch eine Nummer ambitionierter, als nur eine Messenger-App mit SMS- und Online-Funktion in Kopie vorzulegen: Der offline-Versand von Textnachrichten soll über sogenannte RCS-Dienste bei Android-Geräten durchgehend möglich werden.
 
In manchen Ländern ist es bereits soweit – Nutzer in Frankreich und Großbritannien können den Dienst schon nutzen, bekommen im Gegensatz zur altgedienten SMS-Technologie auch Lesebestätigungen – und können wie im Facebook-Mesenger sehen, ob gerade ein Kontakt eine Nachricht an den Nutzer verfasst . Ein Problem bleibt im Zeitalter fraglicher Datensicherheit allerdings zu lösen, bevor Android-User unbeschwert lostippen können: RCS verfügt bislang nicht über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die es bei WhatsApp oder rein internetbasierten Messengern wie Telegram längst gibt. [rs]

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9 Kommentare im Forum

  1. ..... und, in dem Zusammenhang mal erwähnt, seit Jahrzehnten falsch benannt. Eigentlich verschickt man eine SM (Short-Message/Kurznachricht) und keine SMS. Denn der Service ist es ja, der diese versendet.
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