Hackerangriff: Nicht nur Deutschland ist betroffen

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Der Hackerangriff auf das Netz der Bundesregierung sorgt aktuell für nationale Besorgnis. Doch das soll nicht alles gewesen sein, wie aktuelle Recherchen zeigen. Scheinbar handelt es sich um eine viel größere Aktion, als zunächst angenommen.

Wie der NDR jetzt bekanntgibt, soll der Hackerangriff auf das deutsche Regierungsnetz nicht der einzige dieser Art gewesen sein. Auch andere Länder seien betroffen, wie Recherchen des Norddeutschen und Westdeutschen Rundfunks sowie der Süddeutschen Zeitung ergeben haben sollen. Im Rahmen dieser Hacker-Kampagne ebenso angegriffen wurden wohl Skandinavien, Südamerika, ehemalige Sowjet-Staaten und die Ukraine.

Bundesnachrichtendienst und Bundesamt für Verfassungsschutz wurden angeblich in der Weihnachtszeit informiert. Das Bundeskriminalamt wurde anscheinend nicht hinzugezogen, der Fall hingegen an das Cyberabwehrzentrum delegiert.

Insgesamt sollen 17 Computer von dem Trojaner in Deutschland betroffen gewesen sein. Einer davon gehörte wohl einem Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministeriums, der zu dieser Zeit im Dienst für das Auswärtigen Amtes war. Das Verteidigungsministerium an sich wurde jedoch nicht angegriffen.

Aus informierten Kreisen hieß es laut der Recherchen, dass der Trojaner zunächst bis Ende 2016 lediglich die Hochschule des Bundes betroffen haben soll, bis zum 15. Januar letzten Jahres unentdeckt geblieben sein soll, jedoch auch keine Informationen nach außen übertragen hätte. Ab dann seien Dokumente mit einem Bezug auf Russland kopiert worden. Wohin blieb unklar. Im März 2017 war es den Angreifern dann gelungen in die Infrastruktur des Außenministeriums vorzudringen. Der Ausgangspunkt des Angriffs lag offenbar im Referat für Liegenschaften des Auswärtigen Amts.

Obwohl die Hacker-Kampagne anscheinend schon monatelang lief, hatte das BSI vorerst nicht eingegriffen, um möglicherweise Hinweise auf den Angreifer ermitteln zu können.

Die kopierte Datenmenge soll jedoch vergleichsweise gering gewesen sein. [jk]

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13 Kommentare im Forum

  1. Tja, dann sollte sich die Programmierer-Elite zusammenfinden und eine "Aktive Firewall" programmieren, die ggf bei solchen Hacks die PC's der Hacker zerstört. Eine passive Firewall kann immer überwunden werden. Wenn diese aber durch eine Aktive unterstützt wird, kommt man nicht mehr so einfach drüber oder durch. Und das wäre dann eine gute Trinagel aus Antivirus + passiver Firewall + aktiver Firewall. In diesem speziellen Fall wäre eine Menage à trois mehr wünschenswert.
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