HBO hält trotz illegaler Downloads weiterhin an Abo-Prinzip fest

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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TV-Serien als kostenpflichtige Streams im Internet? Für den US-Pay-TV-Sender HBO keine Option. Der Anbieter hält lieber an seinem Abo-Prinzip fest und nimmt illegale Downloads damit in Kauf. Eine Initiative will den Bezahlanbieter nun zum Umdenken bewegen, doch HBO zeigt daran keinerlei Interesse.

Entweder im TV oder gar nicht. Das scheint die Devise von HBO zu sein. Denn der US-amerikanische Fernsehsender hält bekanntermaßen nicht viel davon, seine teuer produzierten und heiß begehrten Formate übers Internet als einzeln abrufbare Videostreams zu verkaufen, beispielsweise via iTunes. Dabei wünschen sich viele Fans ein solches Angebot, um nicht auf die qualitativ meist schlechten Raubkopien aus dem Internet zurückgreifen zu müssen. Mit der Initiative „Take My Money, HBO!“ wollen sie den Sender nun zum Umdenken bewegen. Das berichtete die Tageszeitung „Die Zeit“ am Donnerstag.

Indem sich HBO diesem Absatzmarkt verschließt, fördere der Sender in einem gewissen Maß selbst den illegalen Tauschhandel. So werde beispielsweise die derzeitige Erfolgsserie „Game Of Thrones“, die in den USA kurz vor dem Finale der zweiten Staffel steht, täglich bis zu 2,5 Millionen Mal illegal heruntergeladen, da sie auf den gängigen Portalen wie iTunes und Netflix nicht erhältlich ist. Ein Risiko, das HBO scheinbar in Kauf nimmt.

Dabei verfügt der Pay-TV-Anbieter mit HBOGO seit zwei Jahren über einen eigenen Streamingdienst, auf dem die Inhalte des Senders auch übers Internet angeschaut werden können. Dieser steht jedoch nur den regulären Abonnenten des TV-Senders zur Verfügung, die je nach Umfang für das Paket zwischen 70 und 120 Dollar im Monat bezahlen. Vielen Fans würde jedoch der Onlinestream vollkommen ausreichen. Daher macht sich die Initiative für ein entsprechendes, vom TV-Programm losgelöstes Angebot stark.

Für HBO scheint ein solches Angebot aber nicht lukrativ genug zu sein. Würde der Sender einen Onlinestream anbieten, müsste er mit gleichzeitigen Verlusten im klassischen Kabelgeschäft rechnen, die von der Internet-Variante abgefangen werden müssten. Ob die Kunden aber tatsächlich bereit sind, einen dementsprechenden Preis zu zahlen, erscheint fraglich. Eine an die Petition von „Take My Money, HBO!“ geknüpfte Twitter-Umfrage ergab, dass die Nutzer monatlich im Durchschnitt 12 Dollar für einen Stream ausgeben würden. Für HBO nicht genug, zumal für die Umstellung auf einen solchen Dienst zusätzliche technische Kosten anfallen würden.

Daher setze der US-Sender weiterhin auf sein bewährtes Abo-System, ein Geschäftsmodell, mit dem HBO bis heute viel Geld verdient. Es bleibt abzuwarten, wann die Formatschmiede auf die zunehmenden illegalen Downloads reagiert und sich für den Streaming-Markt öffnet. Solang ihr Konzept jedoch funktioniert, wird damit kaum zu rechnen sein dürfen. [fm]

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8 Kommentare im Forum

  1. AW: HBO hält trotz illegaler Downloads weiterhin an Abo-Prinzip fest Auf die Schnelle habe ich auf der DIRECTV-WebSite gefunden, dass HBO als Zubuchoption zum Einstiegspaket $15,95 monatlich kostet. Dann finde ich die durchschnittlich gebotenen zwölf Dollar ja gar nicht mal so wenig. Peinlich hingegen sind natürlich die Knalltüten, die meinen für vier oder fünf Dollar legal Abermillionen Dollar teure Serien als Premiere bekommen zu können - solche sind nämlich auch bei der Umfrage dabei. Fraglich bleibt, ob bei der Aktion nicht auch wieder viel heiße Luft dabei ist und bei einem entsprechendem Angebot von HBO nicht doch eine Menge der nun lauthals nach einem legalen Angebot schreienden Leute doch bei ihren illegalen Streams und Downloads blieben. Im Internet wird ja gerne mal als Argument für den eigenen illegalen Konsum fehlende Angebote vorgeschoben um dann zu argumentieren, legale Angebote seien ihnen zu teuer. Befriedigt das eigene Gewissen, man macht ja alles richtig und die anderen alles falsch. Only my two Cents...
  2. AW: HBO hält trotz illegaler Downloads weiterhin an Abo-Prinzip fest Wie in dem Beitrag ausgeführt sind HBO-Abos nicht gerade ein Schnäppchen. Nicht jeder ist willens oder in der Lage viele Bucks im Monat -neben den anderen Abo-Kosten- auszugeben. Die Argumentation ist scheinheilig! Im Ergebnis geht es den Initatoren nicht um eine Reduzierung von illegalen Downloads, sondern darum, sich mit den eigenen Plattformen in den Erfolgen von HBO sonnen zu können. HBO-Produktionen sind halt sehr begehrt! Wenn HBO z.B. 100 $ pro Monat verlangen kann (und die bezahlt werden), wieso soll es sich mit einem Streaming-Angebot für 12 $ begnügen? Auf der anderen Seite: Selbst wenn HBO mit seinem Verhalten illegale Downloads in gewissem Umfang fördern sollte (ein Vorwurf, den ich für absurd halte), so wirkt es für das Unternehmen insgesamt positiv aus. Jeder illegale Download von HBO-Produktionen bedeutet, dass sie begehrt sind und dass man sie haben möchte. Er ist eine Bestätigung, dass die Unternehmensphilosophie richtig ist! Und... aus einem heutigen illegalen Downloader kann vielleicht morgen ein legaler HBO-Abonnent werden! Und noch eines... Wieso soll sich HBO für Jeden öffnen? Das Unternehmen fährt mit seiner Exklusivität bestens. Genau diese Abgrenzung zu den viel zu vielen 08/15-Sendern via ATSC, Kabel oder SAT gepaart mit ausgezeichneten Produktionen ist doch das Erfolgsrezept von HBO! Wie heißt es im Computerbereich: Never change a running system! Diese Exklusivität ist es, die die Initiatoren offenbar stört. Im übrigen sollten die Initiatoren beachten, dass ausschließlich HBO entscheidet, ob, wann und zu welchen Konditionen (zu welchen Kosten) es eventuell ein Streaming-Angebot on-air schaltet.
  3. AW: HBO hält trotz illegaler Downloads weiterhin an Abo-Prinzip fest Das vergessen viele, dass es kein Anrecht auf Medieninhalte gibt und der Konsument schon mal gar nicht über deren Wert (den Preis) zu entscheiden hat. Es ist wie überall, das Medienunternehmen ruft einen bestimmten Preis ab (um Kosten zu decken, was viele nicht sehen wollen) und der Kunde nimmt dankend an oder lehnt ab. Oder sagen wir so, so sollte es sein. Bzgl. dem Abopreis von HBO: Ich habe kein und hatte nie ein Abo von HBO. Ich hab mich nur mal durch den Bestellprozess bei DIRECTV geklickt. Wähle ich das kleinste Paket aus, kann ich zum Schluss HBO noch für $15,95 monatlich hinzubuchen. Mache ich was falsch? Die im Artikel erwähnten "Paket zwischen 70 und 120 Dollar" sehe ich zumindest nicht. Ist das vielleicht der Preis eines Komplettpakets bei einem Kabelanbieter inkl. HBO..?!
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