Interaktives TV mit Startschwierigkeiten

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Leipzig – Dem interaktiven Fernsehen gehört die Zukunft, darüber sind sich alle einig. In der aktuellen Ausgabe widmet sich DIGITAL FERNSEHEN den derzeitigen interaktiven Lösungen, erklärt wie sie funktionieren und wo derzeit noch die größten Probleme liegen.

Die Vorstellung, direkt ins Fernsehprogramm eingreifen zu können und per Fernbedienung somit den Ausgang der Lieblingsserie bestimmen zu können, gibt es schon sehr lang. Technisch möglich sind diese Lösungen bereits. Das hauptsächliche Problem, Lösungen für einen geeigneten Rückkanal zu finden, sind in Zeiten von Übertragungsstandards wie Bluetooth, UMTS oder DSL nicht mehr so drückend.

Doch bisher geht die Interaktivität im Fernsehen noch nicht über den Kanalwechsel per Fernbedienung hinaus. Deswegen hat DIGITAL FERNSEHEN in der aktuellen Ausgabe 11/2006 alle derzeit verfügbaren interaktiven Lösungen unter die Lupe genommen und bewertet. Der bekannteste Standard ist zweifelsohne die Mulitmedia Home Platform (MHP) , die sich in anderen Staaten bereits durchgesetzt hat.
 
In Deutschland läuft MHP bisher alles andere als erfolgreich: Im Schnitt unterstützt nur jeder 1000. in Deutschland gekaufte Receiver derzeit MHP. Ohne Receiver lohnt es sich natürlich auch nicht, attraktive Angebote zu entwickeln. Anders herum ergibt könnte man genauso gut sagen, dass natürlich wenig Anreiz besteht, einen MHP-Receiver zu kaufen, wenn dann die Inhalte fehlen. Mit diesem Henne-Ei-Problem haben alle neuen Technologien anfangs zu kämpfen, nur sieht es in Sachen MHP derzeit nicht besonders rosig aus.

ARD und ZDF sind im Programmangebot federführend, aber auch nicht wirklich originell. Im Ersten können Sonderinformationen abgerufen werden, auch können Rätselliebhaber an Spielsendungen im Vorabendprogramm aktiv teilnehmen. Das ZDF bietet über seinen MHP-Dienst nur aktuelle Infos aus Politik, Wirtschaft, Wetter. Die Offiziellen beider öffentlich-rechtlicher Sendehäuser machen auch keinen Hehl daraus, dass in MHP bisher nicht viel investiert wurde – die vorhandenen Frequenzkapazitäten werden mit den Zusatzdiensten nur aufgefüllt, sodass letztlich kaum Kosten entstehen. Leider wird das MHP-Angebot davon auch nicht attraktiver.
 
Der Privatsender RTL ist zuletzt sogar aus der MHP-Ausstrahlung ausgestiegen, weil es sich für den Kölner Sender einfach nicht gelohnt hat. Dabei werden dieVoraussetzungen in Zukunft nicht besser, denn zuletzt macht eine Lizenzverwertungsvereinigung, der auch einige große Hersteller angehören, recht hohe Lizenzforderungen geltend.
 
Sollten Sie mehr über MHP und die Konkurrenzsysteme Blucom, Joca sowie die interaktive Fernbedienung Betty wissen wollen, dann lesen Sie in der aktuellen DIGITAL FERNSEHEN 11/2006 den Artikel „Aktiv beteiligt“. [lf]

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