Internetspeed-Messtool der Netzagentur startet heute

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Bild: © merydolla - Fotolia.com
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Der Download hakt, das Video stockt: Nicht immer ist das Internet so schnell, wie der Provider es versprochen hat. Verbraucher können in solchen Fällen künftig leichter den Preis mindern – mit dem richtigen Messtool.

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Verbraucher können ab heute mit einem überarbeiteten Messtool der Bundesnetzagentur testen, ob ihr Internet daheim schlechter ist als vertraglich zugesichert. Sollten sie eine Diskrepanz feststellen, können sie ihre Monatszahlung an ihren Internetanbieter kürzen. Dafür sollten sie sich bei ihrem Provider melden. Ihnen steht auch ein Sonderkündigungsrecht zu.

Das neue Minderungsrecht ist Teil des novellierten Telekommunikationsgesetzes, das seit Anfang Dezember gilt. Verbraucher konnten zwar schon vorher bei schlechtem Internet auf Preisminderung pochen, hatten dabei aber eine schwache Position gegenüber dem Anbieter. Nun haben sie deutlich bessere Karten.

Genutzt werden muss die Desktop-App breitbandmessung.de von der Bundesnetzagentur, der Computer muss mit einem LAN-Kabel mit dem Festnetz-Internet verbunden sein. Die App gab es schon vorher, ab Montag ist sie aber in einer erweiterten Fassung für das Minderungsrecht kompatibel.

Messtool an drei verschiedenen Tagen anwenden

Der Verbraucher muss 30 Tests an drei verschiedenen Kalendertagen durchführen, zwischen den Tagen muss jeweils mindestens ein Tag liegen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Es gibt weitere Vorgaben, die bei Nutzung der Desktop-App automatisch eingehalten werden. Am Ende steht ein Messprotokoll, das bei schlechtem Internet schwarz auf weiß die Defizite dokumentiert.

Internettarife enthalten ein Produktinformationsblatt, in dem der Anbieter die maximale und die minimale Übertragungsgeschwindigkeit sowie die normalerweise zur Verfügung stehende Datenrate angibt. Aus Sicht von Verbraucherschützern versprechen die Firmen in ihrer Werbung mitunter zu viel. Das Minderungsrecht könnte dazu führen, dass Internetprovider realistischere Angaben machen oder mehr Einsatz zeigen, um Anschlüsse zu verbessern, so die Hoffnung der Verbraucherschützer.

Aus der Telekommunikationsbranche kommt Kritik. Der Verband VATM weist zum Beispiel darauf hin, dass die im Netz üblichen Schwankungen nicht automatisch eine schlechtere Nutzungsmöglichkeit für den Verbraucher bedeuten – etwa wenn der nur Mails downloade oder Videos auch bei geringerer Bandbreite ruckelfrei funktionieren.

Bildquelle:

  • Netzwerkkabel-Netzwerk-Kabel: © merydolla - Fotolia.com
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22 Kommentare im Forum

  1. Von der Medienbranche kommt Kritik, na sowas aber auch. Die vergessen aber auch das die Kunden eine bestimmte Bandbreite gebucht haben. Klar, man kann mit 30 Mbts noch Mail's lesen und gerade so streamen. Aber wenn man bei PYUR zB. die Kombi 400 gebucht hat, sollte schon etwas mehr rüberkommen. Und das soll kein Mangel und kein Grund zur Kritik sein? So etwas können nur Manager raushauen, die sich ein Auto ohne Sitze kaufen und sagen, och geht schon, gibt schlimmeres. Was die dummen Kunden nur wollen, sind alle nur am Meckern.
  2. Naja, mit 30 MBit/s kann man sogar noch UHD problemlos streamen. Die Aussage gerade so ist, ist so nicht richtig.
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