Kritik an Googles Lehrmaterial für Schulen

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Der Internetkonzern Google versucht sich mit einem neuen Projekt den Weg in die Schulen zu bahnen. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern wurden knapp 350 Seiten Material zusammengetragen, die thematisch zur Ausbildung von Medienkompetenz bei den Schülern beitragen sollen. Lehrerverbände geben sich jedoch kritisch.

Der Internetkonzern Google bringt weiteres Lehrmaterial für den Unterricht heraus. Die Unterlagen behandeln etwa die Bereiche Jugendschutz oder Internetsuche. „Medienkompetenz ist ein ganz wichtiges Thema“, sagte die Jugendschutzbeauftragte von Google Deutschland, Sabine Frank. Sie stellte das Material gemeinsam mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) am Mittwoch in Berlin vor. Google erstellte das Material gemeinsam mit den Vereinen.

Herausgekommen sind knapp 350 Seiten Unterlagen. Sie behandeln die Themen Jugendschutz, Fernsehnachrichten, Smartphones und Internet. Im letzten Bereich geht es um Suchmaschinen, persönliche Daten und Kommunikation im Netz. Lehrer können die Unterlagen kosten- und lizenzfrei im Internet herunterladen.
 
Bereits im Mai hatte Google mit verschiedenen Partnern eine Broschüre für den Unterricht präsentiert. Darin wurde Kindern der richtige Umgang mit Suchmaschinen erklärt. Das nun vorgestellte Material ist wesentlich umfangreicher. „Wir sehen das als Grundlage für Erweiterungen“, sagte Frank.
 
Lehrerverbände sind skeptisch. „Das Problem ist, dass Lehrmaterial von Dritten und Unternehmen kommt, die wirtschaftliche Interessen verfolgen“, sagt Ulf Rödde, Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die aktuellen Unterlagen von Google kenne er zwar noch nicht. Seiner Erfahrung nach ließen Unternehmen aber oft Aspekte aus. „Die Informationen sind im Kern korrekt, kritische Bereiche werden aber häufig ausgeblendet.“ Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sprach sich bereits im Mai für eine unabhängige und neutrale Vermittlung im Unterricht aus.
 
Frank weist die Vorwürfe zurück. „Die Autoren sind Pädagogen und Experten zu dem Thema“, betonte sie. Google sei nur einer von drei Herausgebern. In der Schule komme das Thema Medien zu wenig vor. „Da sehen wir auch eine Verantwortung, Lehrern, Ausbildern und Erziehern Materialien zur Verfügung zu stellen.“ Für Google sei die Entwicklung von Unterrichtsmaterial eine gesellschaftliche Aufgabe. [dpa/das]

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4 Kommentare im Forum

  1. Bäh! Wenn man Google in die Schulen lässt, dann braucht man der NPD das Verteilen von "Schulhof-CDs" auch nicht mehr verbieten...
  2. AW: Kritik an Googles Lehrmaterial für Schulen Wir den Kindern dann beigebracht, möglichst sparsam mit eigenen Daten umzugehen und am besten gar keine persönlichen Daten an Google zu senden?
  3. AW: Kritik an Googles Lehrmaterial für Schulen Ja, skykunde... gaaaaanz bestimmt wird das so sein... ;-) *ZWINKERZWINKERZWINKER*
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