Medienanstalt lässt Spiele-App „Coin Master“ prüfen

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Die Landesmedienanstalt NRW will die bei Kindern und Jugendlichen beliebte App „Coin Master“ dem „Spiegel“ zufolge überprüfen lassen.

Die App, die von Promis wie Dieter Bohlen und Daniela Katzenberger beworben werde, könnte nach Ansicht von Jugendschützern als Einstiegsdroge in die Welt des Glücksspiels wirken, berichtet das Nachrichtenmagazin (Samstag). Solche Apps orientierten sich vom Spielprinzip her an klassischen Slot-Automaten – auch wenn keine realen Geldgewinne erzielt werden könnten. Die Landesmedienanstalt betonte aber auf dpa-Anfrage, ihr gehe es bei der Prüfung weniger um den Inhalt, als um die Werbung für die App.

Werbung dürfe sich nicht direkt an Kinder richten, sagte ein Sprecher der Landesmedienanstalt in Düsseldorf. Die Kommission für Jugendmedienschutz solle überprüfen, ob hier möglicherweise ein Verstoß vorliege. Prüfkriterien könnten etwa sein, wie die Werbung aufgemacht sei und wann und wo sie gezeigt werde. Vor allem dürfe es keine Kaufappelle geben – weder für die App noch in der Spiele-App selbst.
 
Der „Spiegel“ zitiert eine noch unveröffentlichte Studie der Uni Hamburg, der zufolge virtuelle Spielgeld-Casinos wie „Coin Master“ zum echten Glücksspiel verführen können. Besonders gefährdet sind demnach jüngere Spieler. Von mehr als 5000 befragten Zockern hätten 54 Prozent angegeben, dass sie auch um virtuelles Geld spielen.

[dpa]

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8 Kommentare im Forum

  1. Komisch, dass sie eine App überprüfen wegen des Verdachts, dass es eine "Einstigsdroge" ins Glücksspiel ist, jedoch Lootboxes in FIFA oder Call of Duty in Deutschland nicht als Glücksspiel angesehen und entsprechend reguliert werden. Besonders FIFA ist ziemlich berüchtigt dafür und in ähnlichen Spielen wie z.B. Madden (das zwar mit Football zu tun hat, aber genau dieselbe Lootbox-Mechanik hat) haben sich Leute schwer verschuldet haben wegen der Lootboxes. Sie können sehr suchterregend sein, aber das ist den Leuten in Deutschland völlig wurscht. EA nennt dies euphemistischerweise "surprise mechanics (Überraschungsmechanik)" und haben sich damit den Zorn von Gamern eingeholt. Wenigstens sind in Belgien und den Niederlanden diese Lootboxes verboten worden, weil sie Glücksspiel sind, und in den USA wird gerade ein Gesetzesentwurf besprochen, in der diese Lootboxes reguliert werden sollen (mit Unterstützung beider politischen Lager).
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