Medientage München: Blockade im Breitbandkabelnetz lösen

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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München – Eine auf dem Branchentreffpunkt vorgestellte Studie zeigt, dass das Tempo der Entwicklung einer Breitbandstruktur in Deutschland aufgrund verstärkten Wettbewerbs durch Mobilfunk und DSL beschleunigt wurde.

Im europäischen Vergleich ist Deutschland hinsichtlich Aufbau einer Breitbandstruktur Entwicklungsland. Experten plädierten während einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Verschlafen wir die Breitbandzukunft? Einigung der TV-Sender und Netzbetreiber bis Jahresende?“ für Kooperationen der verschiedenen Marktpartner, um die Blockade im Breitbandkabelnetz aufzulösen. Im Streit zwischen den TV-Sendern und den Netzbetreibern könnte sich tatsächlich eine Einigung bis Jahresende abzeichnen.
 
Laut der Studie von Mercer Management Consulting hatten zum Jahresende 2004 6,9 Millionen deutsche Haushalte (Anschlussquote: 18 Prozent) einen breitbandigen Zugang zum Internet. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei 24 Prozent, in den Niederlanden sind 45 Prozent der Haushalt mit Hochgeschwindigkeit an das Datennetz angeschlossen. Nach einer Hochrechnung der Münchner Unternehmensberatung Mercer Management Consulting wurde die deutsche Haushaltspenetration 2005 um 16 Prozent auf acht Millionen erhöht. Bis 2010 sollen 44 Prozent der Haushalte breitbandfähig sein.
 
Dr. Peter Broß, Geschäftsführer des Berliner Branchenverbandes BITKOM, sagte, dass es hierzulande ein „kooperatives Problem“ gebe, weshalb die Zersplitterung im Markt nicht beseitigt werden könne. „Wir werden uns bis Ende des Jahres einigen“, versprach Christoph Wahl, Chief Operating Officer des Netzbetreibers Kabel Deutschland in Unterföhring. Schließlich laufen die Einspeiseverträge der Fernsehsender mit Kabel Deutschland turnusmäßig aus. „Dissens“ mit dem Netzbetreiber räumte Dr. Marcus Englert ein. Der Director Diversifikation von ProSiebenSat.1 meinte damit vor allem die ungeklärte Frage der Endkundenbeziehung. Der Streit um das so genannte Einspeiseentgelt, der seit zwei Jahrzehnten andauert, kam jedoch nicht zur Sprache: Bekanntlich bezahlen in Deutschland die TV-Anbieter für die Verbreitung ihrer Signale, während zum Beispiel in den USA die Netzbetreiber eine Kabelgebührt an die Sender entrichten.
 
Auf die massiven Investitionen der Deutschen Telekom AG kann Marc Schröder, Bereichsleiter THome bei T-Online International, bauen. Drei Milliarden Euro sollen in die weitere Entwicklung der DSL-Netze investiert werden, um zum Beispiel das hoch auflösende Fernsehen HDTV über die Telefonleitung zu übertragen. Künftig, so Schröder, werde das Internet Protokoll IP sozusagen „aus der Steckdose“kommen, beschrieb der Manager seine Vision.
 
Als Kooperationspartner für die Netzbetreiber bot sich Volker Leyendecker, Business Development Manager Broadband bei Astra Deutschland, an. Flächendeckend und mit großer Bandbreite offeriert der Satellitenbetreiber seit Jahren Internet aus dem All. Etwa vier bis acht Millionen Haushalte in Deutschland, so Leyendecker, könnten gar nicht oder nur mit „DSL-Light“ angebunden werden. [mg]

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