MHP auf dem Vormarsch

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Der 26. Januar 2005 war ein guter Tag für das interaktive Mitmachfernsehen MHP: Die deutsche Kabelindustrie der Netzebene 4 sagte „Ja“ zu MHP.

Ein wichtiger Schritt, denn schließlich dümpelt das Interaktiv-TV trotz der innigen Bekenntnis sowohl der privaten als auch öffentlich-rechtlichen Inhalteanbieter eher schlecht als recht dahin. Dabei sind sich doch alle einig: MHP ist der Standard für das Fernsehen der Zukunft, bei dem der Zuschauer nicht nur sehen wird, was ihm vorgesetzt wird, sondern selbst über die Inhalte am Fernsehschirm entscheidet.
 
Denn über den technischen Standard MHP ist ein entscheidender Vorteil für den Kunden einheitlich standardisiert: der Rückkanal. Und genau den brauchen Inhalteanbieter und Distributeure wie Kabelnetzbetreiber, um ihren Kunden das Bestellen zussätzlicher Dienste wie Video On Demand (VoD) so einfach wie möglich zu machen. So liegt mit MHP der nächste Hollywood-Streifen nur einen Klick auf der Fernbedienung entfernt. Ohne diesen Komfort werden sich interaktive Elemente dem Kunden auf der Fernsehcouch nur schwer vermitteln lassen – schließlich möchte dieser fernab von Internet und Co schlicht seinen Fernsehabend genießen. Und da muss alles schnell gehen – ohne sonstige „Krücken“ der Informationsübermittlung wie z.B. beim Telefon.
 
Ein Blick nach Großbritannien zeigt, wie erfolgreich solche Konzepte sein können. Hier fiebern bis zu einer Million „Mitmacher“ der britischen Nation beim interaktiven Intelligenztest per MHP mit. Zahlen, von denen wir hierzulande noch träumen – jedoch sind wir endlich auf dem richtigen Weg. Die Entscheidung der Kabelnetzbetreiber, die sich in der Anga zusammengeschlossen haben, ist schließlich nur eines der zarten Sprosse, die der interaktive TV-Frühling in Deutschland treibt.
 
ARD und ZDF haben im vergangenen Jahr mit einem interaktiven Begleitprogramm der Extraklasse ein Zeichen gesetzt, dass sie es endlich ernst nehmen mit der Aktivierung ihrer Zuschauer. Prosieben versucht die Hausmarke per Bildschirm zu verkaufen und auch T-Online setzt bei seiner Boxenspezifikation für die neue DSL-Videothek auf MHP. Gut so. Gerade für Inhalte-Anbieter, die bereits über ein breites Porfolio an interessantem Content verfügen, aber bislang nicht richtig zum „Couchpotatoe“-Zuschauer transportieren konnten, weil das Wohnzimmer in Deutschland nach wie vor die heilige Grenze für das Internet bildet, ist MHP die Hintertür zur Eroberung neuer Märkte.
 
Immer mehr Hersteller unterstützen diesen Trend: MHP Boxen gibt es von allen führenden Herstellern: Philips, Humax, Samsung oder Panasonic sind die Gestalter der digitalen interaktiven Zukunft. Klar sind die Geräte etwas teuerer – aber wer vergleicht schon wirklich einen BMW mit einem Lada?[mg]

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