Mit Lichtgeschwindigkeit im Netz: M-net stellt „Bayernring“ vor

1
833
© M-net

Bayerns führender Glasfaseranbieter M-net will eine neue Ära der digitalen Informationsübertragung einläuten: Das Unternehmen hat nun feierlich seinen neuen „Bayernring“ vorgestellt. Der europaweit einzigartige Glasfaserring erstreckt sich über 1.200 Kilometer. Das Besondere: In dem glasfaserbasierten Quanten-Netz erfolgt die Übertragung der Daten durchgängig über Licht – ohne Umwandlung in elektrische Signale. Die mögliche Übertragungsleistung liegt nach aktuellem Stand der Technik bei 76 Terabit pro Sekunde über eine Glasfaser. Die Fertigstellung erfolgt bis Ende 2020.

Mit seinem neuen Quanten-Netz stellt M-net eine neue Hochgeschwindigkeits-Datenautobahn zwischen München und dem weltweit größten Internetknotenpunkt Frankfurt vor, welche die massiven Anforderungen an die Übertragungsbandbreite und Latenz im 5G- sowie Industrie 4.0-Zeitalter klar erfüllt. Das Glasfaser-Ringnetz ist 1.200 Kilometer lang und soll nahezu ausfallsicher sein. Es besteht aus zwei Ringen: dem nun in Betrieb genommenen Bayernring von München nach Nürnberg und dem Südwestring von München nach Frankfurt, der Bayern und Baden-Württemberg verbindet und bis Jahresende in Betrieb geht. Der Bayernring verfügt über zusätzliche Relais-Standorte in Ingolstadt und Regensburg, der Südwestring über die Relais-Stationen Augsburg, Ulm, Würzburg, Stuttgart und Karlsruhe. An den Stationen können Quanten – also Lichtsignale für die Übertragung im Netz – aus- und eingekoppelt werden. 

M-net nutzt für das glasfaserbasierte Quanten-Netz steigert dadurch die Transportkapazität im eigenen Netz um das Zehnfache. Nach aktuellem Stand der Technik sind Übertragungsraten von bis zu 600 Gigabit pro Sekunde auf einer einzelnen Wellenlänge des Lichts bzw. bis zu 76 Terabit pro Sekunde über eine Glasfaser möglich. Mit dieser Bandbreite könnte die gesamte Information der bayerischen Staatsbibliothek mit einem Datenvolumen von 928 Terabyte in weniger als 2 Minuten heruntergeladen werden. Gleichzeitig sinkt die Latenzzeit auf einen Wert im einstelligen Millisekundenbereich und ist damit prädestiniert für Echtzeitanwendungen jeglicher Art. 

Dr. Hermann Rodler, Technischer Geschäftsführer bei M-net, erklärt: „Der Bayernring ist ein rein photonisches Netz, in dem die Information zu 100 Prozent mit Licht übertragen wird. Unseres Wissens nach ist ein glasfaserbasiertes Quanten-Netz dieser Größe und mit derart moderner Technologie bisher einzigartig in Europa. Mit dem Bayernring beweisen wir eindrucksvoll unsere Stellung als Technologieführer im Bereich Glasfaser. Jeder da draußen soll wissen: Das Photon ist mächtiger als das Elektron! Und darauf bauen wir – auch in Zukunft!“ 

Ministerialdirektor Dr. Alexander Voitl vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat freut sich über den technischen Fortschritt: „Die Digitalisierung ist eine der größten Herausforderungen für Bayern – vor allem im globalen Wettbewerb. Umso wichtiger ist die Initiative und das Engagement von Unternehmen wie M-net, die als Innovationstreiber die technologischen Voraussetzungen für den Erfolg der hiesigen Wirtschaft schaffen. Nur so bleibt Bayern als Wirtschaftsstandort stark – und auch in Zukunft für Unternehmen sowie die Menschen, die hier leben und arbeiten möchten, attraktiv.“ 

Ziel: Mehr Sicherheit und bessere Ökobilanz

Das neue Kernnetz von M-net soll nicht nur viel schneller, leistungsfähiger und zuverlässiger als zuvor sein. Es soll auch auch neue Maßstäbe in Punkto Sicherheit setzen. So strahlen Glasfaserkabel – anders als beispielsweise Kupferkabel – keine Signale aus und sind besonders abhörsicher. Auch haben elektromagnetische Einflüsse von außen keine negativen Auswirkungen auf den Betrieb, da nur optische Signale zur Datenübertragung zum Einsatz kommen. 

Zugleich sei der neue Bayernring, bei dem die neueste Generation Transponder des Partners Nokia zum Einsatz kommt, um ein Vielfaches energieeffizienter als die derzeitigen Verfahren im Glasfaserausbau, die noch Gigabit DWDM Knoten für die optisch-elektronische Wandlung erfordern. Am meisten komme dieser Vorteil des Quanten-Networkings im Zugangsnetz zum Tragen: So sollen für eine Versorgung mit effektiv 200 Mbit/s pro Haushalt über die Vectoring-Technologie für eine Stadt wie Augsburg mit 150 000 Wohnungen rund 50 000 Tonnen CO2 pro Jahr mehr als bei einer Versorgung per Glasfaser in FTTH-Technologie anfallen. Da im reinen Quanten-Netz von M-net keine Umwandlung in elektrische Signale erfolgen soll, müsse auch keine Energie für Wandler- und Verstärkerelemente auf der Strecke oder für die Kühlung von elektrischen Netzkomponenten aufgewendet werden. 

Im Vergleich zur Vectoring-Technologie sei ein FTTH Zugangsnetz somit um den Faktor 8 bis 10 kostengünstiger und umweltfreundlicher. Ziehe man zusätzlich die in Kürze fällige CO2-Steuer in Betracht, bedeute die durchgängige Glaserfaser auch signifikante Betriebskostenvorteile, so M-net in seiner Pressemitteilung vom heutigen Mittwoch. Mit seinem neuen Bayernring stelle M-net somit unter Beweis, dass durch den geschickten Einsatz von modernsten Technologien Nachhaltigkeitsziele mit Kostensenkungen kombiniert werden können. 

Neues Kernnetz soll neue Möglichkeiten eröffnen

Der neue Bayernring soll als sogenanntes Overlay-Netz fungieren, das auf der bisherigen Core-Infrastruktur von M-net zwischen München und Nürnberg aufsetzt. Der neue Ring werde über zwei zusätzliche Leitungstrassen verfügen. Bereits im ersten Quartal 2020 soll die Süd-West-Tangente aufgebaut werden und München künftig über Augsburg, Ulm, Stuttgart und Karlsruhe mit dem weltweit größten Internetknotenpunkt, dem Deutschen Commercial Internet Exchange (DE-CIX) in Frankfurt verbinden. Der Ringschluss werde dann Ende 2020 mit der Nord-Ost-Spange erfolgen. Diese soll dann von Frankfurt über Würzburg, Nürnberg und Erlangen zurück nach München führen. 

„Die besonders ausfallsichere Ringstruktur sowie das moderne Netzdesign verschaffen uns eine völlig neue Unabhängigkeit und Flexibilität in der Produktentwicklung und Preisgestaltung,“ erklärt Nelson Killius, Sprecher der Geschäftsführung von M-net. „Vor allem bei Service, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit setzen wir durch das neue Netz völlig neue Maßstäbe. Davon werden insbesondere unsere Geschäftskunden – die Unternehmen der bayerischen Industrie und Wirtschaft – spürbar profitieren.“ So soll beispielsweise die geringe Latenzzeit im Bayernring von M-net die Auslagerung von Serversystemen in die Cloud erlauben, ohne dass im Vergleich zum lokalen Betrieb Verzögerungen beim Zugriff auf die Systeme und Daten spürbar werden. Gleichzeitig werden Standortvernetzungen und Datenanbindungen in bislang ungeahnten Geschwindigkeiten möglich. Dadurch erhalten kleinere mittelständische bayerische Firmen in mit M-net Glasfaser versorgten Gebieten die gleiche digitale Infrastruktur, wie sie bisher nur Großkonzernen zur Verfügung stand.

Bildquelle:

  • m-net: © M-net

1 Kommentare im Forum

  1. Finde die Pressemitteilung ein bisschen gehypt, denn eine doppelte Anbindung an Frankfurt ist es nichts sowas besonders, da haben andere Anbieter wesentlich mehr Infrastruktur laufen. Im Grossraum München macht M-Net aber trotzdem ganz gute Angebote, das Projekt im Landkreis Cham haben sie aber total versemmelt: Glasfaserausbau: In Cham ist man "stinksauer" auf M-Net
Alle Kommentare 1 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum