Mobile World Congress als Smartphone-Leistungsschau

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Die Entwicklung des Smartphone geht immer schneller voran. Ein guter Gradmesser ist dabei der Mobile World Congress, auf dem die Hersteller ihre neuesten Hightech-Modelle präsentieren. Nur Samsung legt auf dem Smartphone-Sektor eine Pause ein.

Auf dem Mobile World Congress dreht sich in diesem Jahr wie immer alles um brandneue Smartphone-Modelle und modernste Technologie rund um die mobile Nutzung des Internets. Alle großen Hersteller haben ihre aktuellen Flaggschiffe mit im Gepäck. Beim Fast-Marktführer Samsung war allerdings Zurückhaltung angesagt. Dem südkoreanischen Konzern steckt noch sein jüngstes Debakel um das Vorzeige-Phablet Samsung Note 7 in den Knochen, das wegen Feuergefahr komplett vom Markt verschwand.

Wo früher viel Lametta, Pomp und Show war, präsentierte Samsung den Pressevertretern diesmal in recht nüchternem Ambiente neue Modelle – aus der Klasse der Tablets und Notebooks. Zum Start der Messe legte Samsung selbst noch einmal den Finger in die Wunde. „Die letzten sechs Monate waren die herausforderndsten in der Geschichte des Unternehmens“, sagte David Lowe von Samsung Europe. Jetzt gehe es darum, Vertrauen zurückzugewinnen. „Das geht aber nur mit Taten, nicht mit Worten.“ 
 
Ein ausführlicher Analysebericht, wie es zu dem feuergefährlichen Debakel hat kommen können, liegt inzwischen vor, erarbeitet gemeinsam mit unabhängigen Sachverständigen. Der Fehler lag demnach eindeutig bei den genutzten Lithium-Ionen-Batterien, nicht am Gerät selbst. Die Eile für einen rechtzeitigen Marktstart dürfte damals dabei mitentscheidend gewesen sein, denn Samsung wollte Apple im vergangenen Herbst eine Nasenlänge voraus sein. Inzwischen habe Samsung gemeinsam mit Forschungstreibenden ein umfangreiches Sicherungsprogramm aufgestellt. Künftig sollen nur noch Batterien verbaut werden, die ein neu geschaffenes Sicherheitslogo erhalten haben, erklärte Lowe.
 
Dennoch beeilt sich Samsung, der Konkurrenz nicht allzu viel Zeit zu lassen. Für den 29. März kündigte der Konzern ein neues Smartphone an. In der Zwischenzeit belebt sich das Selbstbewusstsein mancher Rivalen weiter. So bekräftigte Huawei seine Ambitionen, die Nummer zwei im weltweiten Ranking über kurz oder lang überholen zu wollen. Das ist aktuell nicht mehr Apple, sondern Samsung. Der iPhone-Hersteller hatte mit kräftigen Verkäufen zum Weihnachtsgeschäft überrascht und verwies den vormaligen Weltrang-Ersten Samsung auf den zweiten Platz. Beobachter rechnen allerdings damit, dass sich die Südkoreaner noch in diesem Quartal den Spitzenrang zurückholen.
 
Die Zeiten sind vorbei, als sich chinesische Hersteller wie Huawei oder ZTE auf die Produktion von Mittelklasse-Telefonen spezialisierten, um Marktanteile zu erobern. Huawei präsentierte in Barcelona mit dem P10 und dem P10 Plus prächtige Premium-Modelle in hochwertiger Verarbeitung und Ausstattung. Bei der Vorstellung wurde Richard Yu, Chef der Consumer-Sparte, nicht müde, die Spezifikationen der Geräte mit denen von Apples iPhone zu vergleichen. Für die beste Farbgestaltung ließ sich der Konzern vom Pantone Institut beraten.
 
Während so manche Branchenbeobachter inzwischen die Meinung vertreten, dass das Smartphone mit leistungsfähiger Ausstattung und zahlreichen Features eigentlich zu Ende entwickelt ist, legen die Hersteller immer noch eines drauf. LG experimentiert mit seinem G6 etwa mit einem ungewöhnlichen Format, das die Bilder im 18:9 Format wiedergibt. Sony überraschte am Montag mit seinem Flaggschiff Xperia XZ, das erstmals Bilder in Ultra-HD-Auflösung (4K) und der Bildoptimierungs-Technik HDR wiedergibt.
 
Derweil taucht ein Urgestein, das heute nahezu vom Markt verschwunden ist, aus der Versenkung wieder auf. Nokia zeigte auf dem Mobile World Congress neben drei Mittelklasse-Smartphonemodellen auch die Neuauflage eines alten einfachen Telefons, die bei vielen Nokia-Fans alte Erinnerungen wachrufen dürfte. Als hätte es die Entwicklung des Smartphones nie gegeben, kommt eine Neuauflage des Kult-Telefons Nokia 3310 auf den Markt. Produziert wird es von dem finnischen Hersteller HMD, der die Namensrechte des Handy-Pioniers erworben hat. Das 3310 sieht ganz ähnlich aus, wie es viele Nutzer noch in Erinnerung haben dürften. Neben dem schlichten Telefonieren bietet das Handy auch eine aufgefrischte Version des legendären Spiels „Snake“ und den Nokia-typischen Klingelton. Und der Akku soll fast einen Monat lang im Standby durchhalten. [Renate Grimming/buhl]

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2 Kommentare im Forum

  1. Wieso finden eigentlich die CES in Las Vegas im Januar und der Mobile World Congress in Barcelona direkt danach im Februar statt? Das ist doch eigentlich viel zu nah beieinander.
  2. Na das ist doch klasse. "Pappe" ich noch an mein Original-3310 ein Classic oder Retro ran. Und schon gehts wieder damit auf Piste. Ca. 15 Jahre nach Kauf. Den Akku kann man an jenen selbstverständlich noch wechseln und es funzt noch hervorragend. Den Akku hatte ich schon mehrfach gewechselt. Es gibt dafür glaube ich sogar noch welche. Von Akku wechseln, können Smartphone Nutzer ja oftmals nur träumen (auch leider bei den neuen Nokias 3, 5, 6..., vom neuen 3310 weiß ich es nicht) Davon mal ab, klingt auch die Vorstellung, des auf dem MWC vorgestellten Nokia6 nicht schlecht. Vor allem mit seinem Android 7 Nougat in der Stock-Version, bedeutet ohne Bloatware. Muss man halt noch bisl warten. Bis dahin. Morgen hole ich also erstmal "mein Retro" wieder raus und haue das Klapphandy in die Tonne. P.S.: An die Umweltfetischisten, bei uns ist es üblich und zulässig kleinere elektr. Geräte in die gelbe Tonne zu hauen/schmeißen/reinwerfen/entsorgen.
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