Netflix boomt weiter

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Börsenwert knackt 100 Milliarden Dollar – Trotz Preiserhöhungen hält der Ansturm auf den Online-Video-Dienst Netflix an. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht.

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Der Online-Videodienst Netflix brummt dank Serienhits wie „Stranger Things“ und „The Crown“ weiter – zum Jahresende stiegen Nutzerzahlen und Erlöse überraschend kräftig. Im vierten Quartal kletterte der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 66,7 Millionen auf 185,5 Millionen Dollar (151,3 Mio Euro), wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 verdiente Netflix 559 Millionen Dollar und damit fast dreimal soviel wie im Vorjahr.

Bei Anlegern kamen die Zahlen sehr gut an. Die Aktie schoss nachbörslich zunächst um über acht Prozent in die Höhe, was den Börsenwert erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar knacken ließ. Im Schlussquartal lieferte Netflix dank erfolgreicher Eigenproduktionen einen starken Jahresendspurt und gewann 8,3 Millionen neue Kunden hinzu. Damit wurde ein Rekordwert erreicht, der die eigenen Ziele und die Erwartungen der Analysten übertraf.

Mit 6,4 Millionen wurde der Großteil der neuen Nutzer außerhalb des USA hingewonnen. Netflix forciert die internationale Expansion stark und setzt mit speziell für Auslandsmärkte produzierten Shows wie der deutschen Serie „Dark“, dem italienischen Mafia-Drama „Suburra“ oder „The Day I Met El Chapo“ aus Mexiko auf Exklusivität. Das Rezept scheint aufzugehen. „Wir hatten ein schönes viertes Quartal, das ein großartiges Jahr der globalen Expansion des Internet-TVs komplettierte“, heißt es im Brief an die Aktionäre.
Schlafender Gigant Disney erwacht

So brachte es Netflix zuletzt auf rund 111 Millionen bezahlte Abos. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen – trotz angekündigter Preiserhöhungen im wichtigen US-Markt – einen weiteren kräftigen Zuwachs um knapp 6,4 Millionen Nutzer weltweit in Aussicht. Angetrieben vom starken Kundenzustrom legte der Umsatz im vierten Quartal im Jahresvergleich um annähernd ein Drittel auf 3,3 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro) zu.

Aber auch die Konkurrenz legt zu. Mit dem Kauf großer Konzernteile des Rivalen 21st Century Fox und der Kampfansage, ab 2019 mit einem eigenen Streaming-Dienst anzugreifen, macht vor allem Disney Druck. Der Hollywood-Riese hat seine Lizenzpartnerschaft mit Netflix bereits gekündigt und will attraktive Produktionen seiner Filmstudios von der Plattform abziehen und künftig selbst im Netz anbieten.

Durch den über 50 Milliarden Dollar schweren Deal mit Fox erlangt Disney zudem eine riesige Palette weiterer TV- und Film-Produktionen und nicht zuletzt auch die Kontrollmehrheit an der Video-Plattform Hulu. Hierbei handelt es sich bereits heute um einen der größten Verfolger von Netflix – wenngleich Hulu noch deutlich hinter Amazon rangiert. Nicht nur Hollywood, auch das Silicon Valley hat Netflix im Visier. So rüstet Google sein Youtube-Portal auf, während Twitter in Live-Inhalte investiert und Apple an eigenen Shows bastelt.

Zudem versucht der Mobilfunkriese AT&T mit der Übernahme des Medienkonzerns Time Warner, zu dem der Bezahlsender HBO („Game of Thrones“) und das News-Flaggschiff CNN gehören, den Quereinstieg ins TV- und Filmgeschäft. Der Abschluss des Deals ist allerdings wegen kartellrechtlicher Bedenken ungewiss. Netflix bleibt indes gelassen – der Entertainment-Markt sei groß genug für viele erfolgreiche Services, hieß es weiter im Aktionärsbrief. Um die Stellung zu halten, investiert Netflix viel Geld in Eigenproduktionen. Dieses Jahr sollen 7,5 bis 8 Milliarden Dollar in Eigenproduktionen fließen. [dpa]

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27 Kommentare im Forum

  1. 3,3 Milliarden Dollar Umsatz alleine im 4. Quartal! Netflix braucht also knapp 2,5 Quartale um die Eigenproduktionen für 1 Jahr aus eigenen Umsätzen zu finanzieren. Gleichzeitig spart man aber beim Erwerb externe Lizenzen, denn davon braucht man ja weniger, wenn immer mehr vom Programm durch eigene Inhalte (die auch noch den Vorteil der Exklusivität haben) gefüllt wird. Gemessen am Umsatz dürften damit die Eigenproduktionen solider finanziert sein, als z.B. die Fußball Bundesliga bei Sky.
  2. Das Preis/Leistungsverhältnis von Netflix ist schlicht besser, als das vom kleinsten möglich zu buchenden Sky Paket.
  3. Umsatz ist aber nicht Gewinn. Wenn man 151 Millionen Gewinn macht, aber 3-4 Milliarden Darlehen für die Eigenproduktionen aufnehmen muss (für dieses Jahr sind bis zu 8 Milliarden geplant), dann platzt da irgendwann auch diese Blase mal Denn irgendwann müssen die Darlehen auch mal getilgt werden und Tilgungen beeinflussen nicht den Gewinn, aber den Cash-Flow, sprich, das Geld für die Tilgungen muss vorhanden sein,
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