Online-Piraterie nimmt stark ab

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Bild: © Sergey Nivens - Fotolia.com
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Die digitale Produkt-Piraterie ist in der Europäischen Union einer Studie zufolge deutlich zurückgegangen.

Der Zugriff auf raubkopierte Film-, Fernseh- und Musikinhalte im Internet nahm zwischen 2017 und 2018 durchschnittlich um 15,1 Prozent ab, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Amtes der EU für geistiges Eigentum (EUIPO) mit Sitz im ostspanischen Alicante hervorgeht.

Der rasanteste Rückgang sei beim Konsum raubkopierter Musik registriert worden. Dieser habe sich im genannten Zeitraum um 32 Prozent verringert. Der Konsum raubkopierter Filme sei um 19,2 Prozent zurückgegangen und der Konsum raubkopierter Fernsehinhalte um 7,7 Prozent.

In Deutschland nahm der Zugriff auf raubkopierte Inhalte zwischen 2017 und 2018 den Angaben zufolge sogar um 25,7 Prozent ab. Der durchschnittliche deutsche Internetnutzer habe in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 aber immerhin noch 6,8 Mal pro Monat auf raubkopierte Inhalte im Internet zugegriffen.

Ungeachtet des Rückgangs streamen nach einer zweiten Studie von EUIPO weiterhin 13,7 Millionen EU-Bürger illegales IPTV (Internet-Protokoll-Fernsehen). Dadurch könnten „die Rechtsverletzer bis zu 941,7 Millionen Euro pro Jahr einnehmen“, heißt es.

Der Bericht stützt sich auf einen Datensatz von mehr als 70 Milliarden Internetverbindungen über einen Zeitraum von 21 Monaten zwischen Januar 2017 und September 2018.

Die in der Studie untersuchten Wirtschaftszweige „tragen zu mehr als elf Millionen Arbeitsplätzen in der EU bei“, erklärte EUIPO-Exekutivdirektor Christian Archambeau. Die digitale Piraterie und der damit einhergehende Verlust von Einnahmen stellten eine direkte Bedrohung für diese Branchen dar.

Trotz des registrierten Rückgangs gebe es „noch viel zu tun“.

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24 Kommentare im Forum

  1. Kein Wunder. Mittlerweile sind Filme und Musik legal und in guter Qualität für wenig Geld verfügbar.
  2. Wer hätte denn auch daran denken können, dass ein gutes Angebot mit vielen Inhalten von den Kunden tatsächlich angenommen wird? Dafür hätte man ja auch Hellseher sein müssen! Spotify zum Beispiel kann ich auf jeden Endgerät nutzen (TV, Smartphone, Auto) und zahle monatlich knapp 10€. Wer zieht für den Preis denn dann noch MP3s und kopiert sich diese auf einen USB-Stick?
  3. ist wohl auch zu einem Grossteil dem Account Sharing zuzuschreiben. Viele teilen sich einen Netflix, Spotify Account.
  4. Dadurch, dass jetzt mit Disney ein weiterer Dienst nach Deutschland kommt und das garantiert nicht der letzte Dienst war hat man es wohl doch nicht so verstanden. Wenn jetzt jede Plattenfirma ihren eigenen Dienst auf den Markt wirft anstelle alles gesammelt auf Spotify anzubieten werden bestimmt auch einige wieder zu den klassischen USB Sticks mit den MP3 Dateien wandern
  5. Warum sollte jede Plattenfirma (es gibt ja eh nur noch ein paar Major-Labels) ihren eigenen Streamingdienst auf den Markt werfen? Davon ist nicht auszugehen. Dass Filmstudios dies tun, finde ich sehr gut. Dabei gibt es doch nur Vorteile für den Kunden (monatliche Kündigung möglich, man zahlt nur das, was man auch sehen will...). Die Idee, mehrere Programme oder Sender in einem Paket zu bündeln ist überlebt. Warum muss ich, wenn mich ein Sender interessiert, ein Paket von 20 Sendern abonnieren, die ich nie schauen werde??
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