Sprachassistenten: Frauen schweigen? Männer reden?

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Eine repräsentative Umfrage zum Nutzungsverhalten von Sprachassistenten in Smartphones zeigt: Unterschiede liegen nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen den Altersgruppen und entsprechen überhaupt nicht den Klischees.

Eigentlich würde jeder glauben, dass Sprachassistenten vor allem bei jungen Nutzern gut ankommen und sie den Service intensiv nutzen. Weit gefehlt. Eine repräsentative Umfrage der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und des Marktforschers Research Now zeichnet ein anderes Bild.

Demnach nutzen Menschen ab 60 Jahre die Assistenten auf ihren Smartphones intensiver und häufiger als Menschen unter 20 Jahren. In konkreten Zahlen heißt das, dass 23 Prozent der unter 20-Jährigen und 25 Prozent der über 60-Jährigen auf Siri, Alexa und Co. zurückgreifen. Bei den 30- bis 35-Jährigen sind es fast 42 Prozent.
 
Und auch das Klischee von quasselnden Frauen und schweigenden Männern stimmt nicht, zumindest wenn es um die Sprachassistenten geht. So sind Männer eher gewillt, mit ihren Smartphones zu sprechen als Frauen. Wie die Studie zeigt, nutzen nämlich mehr als ein Drittel der männlichen Bevölkerung die Sprachassistenten. Bei den Frauen ist es nur knapp ein Viertel.
 
Allerdings zeigt die Untersuchung auch, dass der größte Teil der Smartphone-Nutzer mit den Assistenten kaum etwas anfangen kann. So benötigen mehr als zwei Drittel der Befragten diese gar nicht und gut ein Drittel gab an, dass sie oft Verständigungsprobleme mit Siri und Co. hätten.
 
Außerdem kollidieren gesellschaftliche Normen mit der Nutzung der Sprachassistenten. So ist jeder Dritte der Meinung, dass sie nicht öffentlichkeitstauglich seien. Gut zwölf Prozent der Befragten meinen sogar, dass den Assistenten die Kompetenz fehlt, die Frage des Nutzers zu beantworten oder seinen Befehl auszuführen.
 
Des Weiteren sagt jeder Sechste, sich grundsätzlich nicht mit einer Maschine unterhalten zu wollen. Datenschutz ist für die Assistenten-Verweigerer kein wichtiger Grund. Nur acht Prozent sehen die Datensammelwut als Problem
 
Drei Viertel der Nutzer von Sprachassistenten greifen vor allem auf sie zurück, weil sie die Bedienung vereinfachen. Jeder dritte Nutzer ist einfach neugierig und will wissen, was die Systeme können und jeder zehnte unterhält sich mit den Assistenten aus Langeweile.
 
Für die Untersuchung wurden mehr als 1000 Personen zwischen 14 und 70 Jahren befragt. Sie fand im Auftrag der Münchner Digitalagentur Quisma statt. [tk]

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2 Kommentare im Forum

  1. Da könnte man auch sagen, von hinten durch die Brust ins Auge, erstmal wird die größte Gruppe der Nutzer umschifft, um die beiden "Randgruppen" in den Fokus zu stellen und ist man mit 30 eigentlich schon unjung? Und im Alter nimmt ja dann eigentlich die Nutzung wieder auf die Hälfte ab.
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